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Dem Alltag entrückt (v. l.): die Musiker Kiko Pedrozo, Christoph Müller, Martina Eisenreich, Ehab Fakhir, Abathar Kmash, Alex Haas, Mohcine Ramdan und Wolfgang Lohmeier.

Martina Eisenreich & Gastmusiker

Musikalische Traumlandschaften aus 1001 Nacht

Grünbach – Ein dem Alltag entrückter Abend, ein orientalisches Klangmärchen, eine inspirierende Traumreise in verschiedene Kulturkreise und temperamentvolle Rhythmusabenteuer: Das alles bot das Martina-Eisenreich Quartett mit vier Gastmusikern am Freitagabend den rund 400 Zuhörern im Schlossgarten von Grünbach.

Die von Kurt und Peter Feller wunderschön beleuchtete kleine Zeltstadt unter freiem Himmel schuf eine traumhafte Kulisse, die dazu einlud, sich ganz der Musik zu überlassen, abzuheben, sich davontragen zu lassen, im Tangoschritt nach den Sternen zu greifen, Traumlandschaften aus 1001 Nacht zu durchstreifen und mit dem witzig interpretierten Zwiefachen „Unsa oide Kath“ wieder auf bairischem Boden zu landen.

Das für seine virtuos gespielte Weltmusik bekannte Ensemble sorgte für eine internationale Musikbegegnung der besonderen Art. Mit Martina Eisenreich (Violine), Christoph Müller (Gitarre), Alex Haas (Bass) und Wolfgang Lohmeier (Percussion) musizierten Mohcine Ramdan (Gesang und Percussion) aus Marokko sowie die zwei syrischen Musiker Ehab Fakhir (Viola) und Abathar Kmash (Oud und Cello).

Der Marokkaner Ramdan promoviert derzeit an der LMU München und spielt mit der international bekannten Gruppe „Embryo“. Die syrischen Musikerkollegen haben klassische Musik an der Musikhochschule in Damaskus studiert. Ehab Fakhir unterrichtete dort Viola. Abathar Kmash hat in Syrien eine Musikschule geleitet und ein Ensemble gegründet, das als bestes Jugendorchester Syriens ausgezeichnet wurde. Als die beiden ihre Heimat verlassen mussten, haben sie auf der Flucht vor dem Krieg nur ihre Instrumente mitgenommen: die Viola und die Oud, eine Art Laute. Diese Instrumente und auch ein Leihcello erklangen im Konzert.

Mit von der Partie war zudem ein langjähriger Musikerfreund, der sich schon oft zum Quartett gesellt hatte: der ausgezeichnete Harfenist Kiko Pedrozo aus Paraguay. Eisenreichs energiegeladenes Geigenspiel, Lohmeiers Percussionmagie, das facettenreiche Spiel des Gitarristen Christoph Müller und des Bassisten Alexander Haas begeisterten ebenso wie die Gastauftritte. Mit viel Spaß und feinem Understatement kommunizierten die acht Musiker miteinander und mit dem Publikum, das hin und weg war – auf wunderbaren Reisen eben.

Vroni Vogel

TV-Tipp:

Am Donnerstag, 9. Juni um 23 Uhr, musizieren die acht Musiker gemeinsam in der Sondersendung „Z´am Rocken“ des Bayerischen Fernsehens.

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