Positiv oder negativ? Maike und Tim Schrank warten auf das Testergebnis. Sie sind nicht infiziert.
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Positiv oder negativ? Maike und Tim Schrank warten auf das Testergebnis. Sie sind nicht infiziert.

Gemischte Reaktionen von Lehrern, Schülern und Eltern

Testpflicht an Schulen: „Muss halt sein, wenn Unterricht stattfinden soll“

  • vonMayls Majurani
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Wer keinen hat, darf nicht in den Unterricht: Ab Montag besteht eine Testpflicht an allen Schulen. Die Reaktionen darauf sind gemischt.

Landkreis – Testpflicht an den Schulen – diese Neuerung bewegt Schüler, Eltern und Lehrer. Wegen der hohen Inzidenz gilt ab Montag im Landkreis Erding für die einen zwar Distanzunterricht. Schüler der Abschlussklassen sowie die Viert- und Elftklässler der Gymnasien und Fachoberschulen dürfen hinein – mit Selbsttests zweimal wöchentlich in der Schule. Die Reaktionen sind verhalten.

„Ich bin der Meinung, dass der Testort der falsche ist“, sagt Michael Oberhofer, Rektor der Grund- und Mittelschule Isen, über die kurzen Nasentests, die das Kultusministerium kostenlos zur Verfügung stellt. Diese seien ein wichtiges Instrument, aber „ein Stäbchen viermal in der Nase drehen, dann fünfmal in einem Behälter drehen“, das könne vor allem bei Grundschülern schwierig werden, meint Oberhofer. Er ist für das Testen zuhause. „Natürlich gibt es das Argument, dass man zuhause schummeln kann. Da fällt mir auch selbst keine Lösung ein.“ Doch der BLLV-Kreisvorsitzende ist überzeugt, dass die meisten Eltern verantwortungsbewusst handeln.

Eine Anfrage unserer Zeitung, unter anderem darüber, wie viele Tests insgesamt im Landkreis an die Schulen verteilt wurden, ließ das Schulamt unbeantwortet. Einen Probelauf mit drei Klassen gab es an der FOS/BOS bereits in der Woche vor den Ferien. „Die Testbereitschaft war dabei sehr hoch“, teilt Schulleiter Jens Baumgärtl mit. Rund 3500 Tests bekam die FOS/BOS unmittelbar vor Ferienbeginn, sodass genug Tests für etwa zwei Wochen vorhanden sind. Die FOS/BOS-Familie zählt rund 875 Schüler und 85 Lehrkräfte, informiert Baumgärtl.

Viele Eltern, vor allem von jüngeren Kindern, haben Angst davor, dass die Kleinen im Klassenzimmer bloßgestellt werden, falls der Test positiv ausfällt. „Für diese Ängste habe ich Verständnis“, sagt Markus Höß, Leiter des Gymnasiums Dorfen. Dafür hat er hausintern entsprechende Maßnahmen ergriffen: „Wir haben ein Krisenteam aufgestellt, das viele Beratungsgespräche mit den Schülern und den Klassen führen wird.“

Und wenn ein Schnelltest tatsächlich positiv ist? Dann verordnet das Gesundheitsamt einen PCR-Test. Eine pauschale Quarantäne-Anordnung gebe es nicht, teilt Landratsamtsprecherin Daniela Fritzen auf Nachfrage mit: „Es findet immer eine Einzelfallprüfung nach den Kriterien des RKI statt.“

„Gerade für arbeitende Eltern wird es schwierig“, sagt eine Mutter von zwei Grundschülern aus Notzing (Name der Redaktion bekannt). Denn man müsse das Kind in die Schule schicken und wisse dann nicht, ob man es vielleicht wieder abholen muss, wenn es positiv ist. „Auf der anderen Seite verstehe ich auch das Ministerium, das sagt: In der Schule sind Lehrer dabei, die wissen, wie es geht. Es ist einfach ein schwieriges Thema.“ Einen Nasen-Selbsttest habe ihre Tochter zuhause schon ausprobiert. Ob es aber in Klassen mit 20 Kindern genauso reibungslos funktionieren wird, weiß sie nicht.

Maike (10) und Tim Schrank (18) aus Moosinning, die beide das Anne-Frank-Gymnasium besuchen, haben die Selbsttests schon zuhause ausprobiert. Stäbchen in die Nase, Lösung ins Röhrchen, Stäbchen dazu, eine Minute drin lassen, dann in die Testkassette. Nach ein paar Minuten liegt das Ergebnis vor. Als Abiturient wird Tim ab Montag wieder in der Schule sein, und sich dann testen lassen. Maike sagt: „Der Test in der Nase ist zwar unangenehm, aber es geht schon. Muss halt sein, wenn Unterricht stattfinden soll.“

So ähnlich sieht es auch Tanja Körger, Schülersprecherin der BOS Erding: „Als Abiturientin wünscht man sich gerade eine ruhige Zeit, die Beschlüsse der Politik sind aber eher chaotisch und sehr kurzfristig. Aber damit müssen wir uns einfach abfinden und das Beste daraus machen.“

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