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Taktverdichtung oder Gelenkbusse – Die Linie 512 soll ausgebaut werden.

Ausbau bis nächstes Jahr?

Flughafen-Buslinie 512 soll ausgeweitet werden

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Die MVV-Buslinie 512 von Erding über Oberding zum Flughafen ist die mit den höchsten Fahrgastzahlen im Landkreis. Nun wird über einen weiteren Ausbau nachgedacht.

Erding/Flughafen – Die MVV-Buslinie 512 von Erding über Oberding zum Flughafen ist die mit den höchsten Fahrgastzahlen im Landkreis. Nun wird über einen weiteren Ausbau nachgedacht. Denkbar sind größere Busse oder eine Taktverdichtung. Das kündigte Landrat Martin Bayerstorfer in der Jahrespressekonferenz an.

Das verbesserte Angebot könnte in genau einem Jahr in Kraft treten. Der nächste Jahresfahrplan gilt ab diesem Wochenende. Zudem läuft nach Angaben Bayerstorfers der Vertrag mit dem Busunternehmen Scharf 2020 aus. Das wäre ein guter Zeitpunkt, den Verkehr auszubauen.

Werktags bis zu 1700 Fahrgäste

Die Linie 512 zählt nach Angaben von Landratsamtssprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer „zu den am stärksten ausgelasteten im Landkreis Erding“. Werktags sind zwischen Erding und dem Flughafen im Schnitt knapp 1700 Fahrgäste unterwegs. Das entspricht laut Fiebrandt-Kirmeyer einer Auslastung von etwa 30 Prozent. An Samstagen sind es gut 740 Passagiere (33,7 Prozent). Und an Sonntagen nutzen etwas mehr als 600 Personen diese Linie (28,7 Prozent). Diese Zahlen des MVV stammen vom September dieses Jahres.

Die Linie weist schon heute einen dichten Takt auf. Von Erding geht es im 40-Minuten-Takt über Notzing, Oberding und Schwaig zwischen 3 Uhr nachts und 21.15 Uhr an den Flughafen. Die Gegenrichtung wird zwischen 4 Uhr nachts und 23 Uhr bedient. „Das ist den vielen Schichtarbeitsmodellen am Flughafen geschuldet“, erklärt Bayerstorfer. Denn viele Fahrgäste arbeiteten am Flughafen, aber auch Flugreisende aus Erding würden den Bus nutzen.

Taktverdichtung oder Gelenkbusse mit mehr Kapazität?

„Der Unternehmer berichtet uns, dass einige Busse sehr voll seien“, so der Landrat. „Deswegen erwägen wir, den Takt zu verdichten oder Gelenkbusse mit höheren Kapazitäten einzusetzen.“ Den Zuschuss teilen sich nach den Worten Bayerstorfers Landkreis, Freistaat Bayern und Flughafen München zu derzeit je 85 000 Euro.

Die Taktverdichtung war vor einigen Jahren ein Politikum. Die FMG sprach sich dafür aus und war auch bereit, sich an den Mehrkosten zu beteiligen. Landrat Bayerstorfer sah das damals kritisch. Er sprach von einem Werksverkehr des Flughafens. Dafür sei der Landkreis nicht zuständig. Das gebe es bei anderen großen Firmen auch nicht.

HandyHike: Genossenschaftliche Mitfahrzentrale

Die FMG wiederum argumentierte, es seien nicht nur eigene Mitarbeiter, sondern auch die vieler anderer Betriebe und Behörden. Davon gibt es am Moos-Airport nach Angaben von FMG-Sprecher Ingo Anspach aktuell über 500 mit mehr als 38 000 Beschäftigten. Hinzu komme, dass der Bus auch innerhalb Erdings verkehre und mehrere Haltstellen anfahre.

Darüber hinaus könnte der ÖPNV im Erdinger Land um eine Facette erweitert werden. Bayerstorfer teilte mit, dass Kreisverwaltung und MVV das System HandyHike prüften. Dabei handelt es sich um eine Art digitale Mitfahrzentrale. Entwickelt hat sie ein Lehrer aus dem Kreis Ebersberg. Autofahrer und Mitfahrer würden zur Sicherheit beider Seiten registriert und könnten sich per App zu bezahlten Fahrgemeinschaften zusammenschließen. Die Fahrzeuge würden GPS-überwacht. Es handle sich, so der Landrat weiter, nicht um ein wirtschaftliches Unternehmen wie Uber, sondern um eine genossenschaftliche Organisation. Bayerstorfer kann sich vorstellen, „dass wir uns im Rahmen eines Pilotprojekts einbringen“.

Hans Moritz

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