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Ende Mai ist Schluss: Albert Roth in seinem Frisörsalon an der Schubertstraße im Norden von Erding, den er 1967 als frisch gebackener Meister eröffnete. 1983 übernahm er den Damensalon von seiner Mutter Paula Gruber im gleichen Haus. Gesundheitliche Gründe sind es, die ihn und seine Gattin Regina zwingen, ihr Geschäft aufzugeben.

Nach 50 Jahren in der Freisinger Siedlung

Albert Roth muss Frisörsalon schließen

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In Erding geht ein Kapitel Handwerksgeschichte zu Ende: Aus gesundheitlichen Gründen muss Albert Roth seinen Frisörsalon in der Freisinger Siedlung nach einem halben Jahrhundert schließen. Die beiden Geschäfte seines Sohnes Thomas laufen indes weiter.

Schon seit Jahren hat Albert Roth, 1944 in Erding geboren, Probleme mit den Augen. Jetzt haben sich er und seine Gattin Regina deswegen entschieden, den traditionsreichen Frisörsalon an der Schubertstraße 6 aufzugeben – „mit schwerem Herzen“, wie er im Gespräch versichert. Am 27. Mai wird die Ladentür in der Freisinger Siedlung das letzte Mal aufgeschlossen, danach ist Roths Berufsleben zu Ende. Vier Mitarbeiterinnen hat er berufsbedingt gekündigt.

Vor genau 60 Jahren trat Albert Roth seine Frisörlehre an. Zehn Jahre später, 1967, legte er mit Erfolg die Meisterprüfung ab – und eröffnete einen Herrensalon im Geschäft seiner Mutter Paula Gruber. Ein Jahr später heiratete er seine Gattin Anna-Maria, die ihm 1970 Sohn Thomas schenkte.

Er erlernte den Beruf des Vaters und führt die beiden Frisörgeschäfte in Egon Lechners E+C-Center am Rennweg sowie im Egger-Zentrum/Kino an der Dorfener Straße. Diese beiden Adressen sind von Albert Roths Entscheidung nicht betroffen. Das erste Geschäft des Sohnes, das er 1992 in Betrieb nahm, befand sich an der Bachinger Straße. Den Salon im E+C-Center hatte Roth sen. noch selbst eröffnet. Hinzu kam ein drittes Geschäft an der Parkstraße in Altenerding.

Einen Schicksalsschlag erlitt die Familie 1991: Anna-Maria starb im Alter von erst 43 Jahren an den Folgen einer Operation. Zwölf Jahre später hatte Roth sein neues Glück gefunden – er heiratete seine zweite Ehefrau Regina, die mit ihm über viele Jahre den Salon geleitet hat.

Zeit seines Berufslebens war Albert Roth nie „nur“ Frisör, sondern engagierte sich auch ehrenamtlich. Am bekanntesten dürfte seine Zeit als Kreishandwerksmeister sein. Den Innungen stand er bis 2008 gut 15 Jahre lang vor. Er war es auch, der die örtlichen Betriebe mit dem vor einem Vierteljahrhundert eröffneten Flughafen im Erdinger Moos versöhnte. „Die Fronten waren anfangs verhärtet. Viele sahen im Moos-Airport eine Konkurrenz, bei der kein Geld zu verdienen sei.“ Roth animierte die Betriebe, den Flughafen als Geschäftspartner zu sehen. Heute ist er ein wichtiger Auftraggeber selbst für die kleineren Betriebe.

Roth war nicht nur viele Jahre lang Obermeister der Frisöre, er gehörte auch dem Vorstand der Handwerkskammer für München und Oberbayern an. Bis heute wechselt sich Roth mit Willy Scheib als Vorsitzender des AOK-Beirats in Erding ab. Nicht zuletzt engagierte er sich 25 Jahre lang als ehrenamtlicher Richter am Finanzgericht München.

Ein besonderes Faible hat Roth für den beruflichen Nachwuchs. „Ich habe 48 Lehrlinge ausgebildet“, berichtet Roth. Darauf ist er genauso stolz wie auf seinen Anteil daran, dass es in Erding die Ausbildungstage gibt – eine wichtige Messe, bei der sich Schüler und Betriebe kennen lernen.

Die meisten dieser Ämter musste Roth bereits 2008 niederlegen, sein fortschreitendes Augenleiden ließ dieses Engagement nicht mehr zu. Genauso schwer gefallen ist es ihm, dass er deswegen seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte – „von heute auf morgen“, berichtet er traurig. Nun hat sich sein Zustand so erheblich verschlechtert, dass Roth nach einem halben Jahrhundert endgültig einen Schlussstrich ziehen muss – mit der Aufgabe des Ladens.

Sein Dank gilt in erster Linie seiner Gattin und seinen Angestellten. „Nur mit ihnen war es möglich, so lange so erfolgreich zu sein.“ Seine Frau sei ihm immer Rückhalt gewesen. Vergelt’s Gott sagt Roth auch seinen Kunden, die ihm teils über Jahrzehnte hinweg die Treue gehalten hätten.

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