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Streitgespräch zwischen OB Max Gotz und Landrat Martin Bayerstorfer: Der Narrhalla-Sketch, uraufgeführt auf dem Galaball am Samstag, kam bei der CSU offensichtlich so schlecht an, dass sie die Akteure vom CSU-Ball kurzerhand wieder auslud.

Nach frechem Sketch auf dem Galaball

CSU lädt Narrhalla-Schauspieler aus

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Der Sketch der Erdinger Faschingsgesellschaft Narrhalla hat der CSU heuer offensichtlich überhaupt nicht gefallen. Kurzfristig wurden die Schauspieler vom CSU-Ball am 27. Januar ausgeladen. Kreisvorsitzender Martin Bayerstorfer kann daran nichts Befremdliches erkennen.

Erding - Am 28. November 2017 hat die CSU die Einladungen zu ihrem traditionellen Schwarz-Weiß-Ball verschickt. Im Programm standen – wie in all den Jahren zuvor – unter anderen der Auftritt der Narrhalla mit Prinzenpaar, Garde und Sketch. Gestern folgte eine Terminerinnerung. In der ist vom Sketch auf einmal nichts mehr zu lesen. Zwischen beiden Mails lag der Galaball am Samstag, der Auftakt der fünften Jahreszeit in Erding.

Bei dem wurde der Sketch uraufgeführt – und erntete in der rappelvollen Stadthalle viele Lacher und reichlich Applaus. Einig war sich das Publikum, dass die Akteure kräftig hingelangt hatten.

Der Mime von Umweltministerin Ulrike Scharf trat in einem Sträflingsanzug auf – weil sie zu wenig gegen die Luftverschmutzung getan habe. Erdings OB Max Gotz und Bayerstorfer wurden in einem Streitgespräch dargestellt. Von „Mister Großgotz“ und dem „Odlfasslschiaba vom Holzland“ war da die Rede. Der Landrat hielt dem OB im Sketch vor, im Stadtpark finde keine Sanierung, sondern eine Rodung statt. Der OB kontert in der Aufführung, der Landrat rege sich über geschlagene Bäume auf, bei geschlagenen Frauen hingegen schaue er aufs Geld – eine bitterböse Anspielung auf den Streit ums Frauenhaus.

Bei der CSU-Spitze war da offensichtlich Schluss mit lustig. Am Samstag in einer Woche sollen nur noch die Tanzformation Dance United und die Narrhalla mit dem Prinzenpaar auftreten. Die Stadthallenbühne bleibt bis auf die Band leer.

Ob er beleidigt sei, wollte unsere Zeitung von Bayerstorfer, der 2013 der Narrhalla den Kreis-Kulturpreis verliehen hatte, wissen. Er erwiderte, der Galaball sei das eine, der CSU-Ball das andere. Als Veranstalter habe man das Recht, das Programm selbst zusammenzustellen. Er könne nicht sagen, ob der Sketch von Anfang an gebucht gewesen sei. „Es gab immer wieder CSU-Bälle ohne Sketch.“ Die vergangenen Jahre war das Theaterstück stets Bestandteil des Programms.

Weiter sagte Bayerstorfer, CSU-Ballbesucher hätten immer wieder darauf gedrängt, mehr Zeit zum Tanzen haben zu wollen. Auf dem Galaball hatte die Einlage keine halbe Stunde gedauert.

Auf die Frage, ob ihm der Einakter persönlich gefallen habe, antwortete Bayerstorfer: „Er war gut gespielt und in Teilen auch witzig, aber unterschiedlich in der Betroffenheit.“ CSU-Kreisgeschäftsführer Thomas Bauer, der den Ball organisiert, erklärte: „Wir hatten den Sketch noch gar nicht bestellt.“ Warum er dann in der Einladung gestanden habe, begründete er so: „Den schreiben wir immer mit rein.“ 

Narrhalla-Präsident Stefan „Ben“ Neumaier „will die Entscheidung nicht kommentieren“. Er habe aber bereits beim Galaball kritische Stimmen vernommen. „So geht’s nicht“, habe ein hochrangiger CSUler an der Bar geraunt. Ehrenpräsident Hanno Stanzel-Deffner sind Differenzen mit der Partei nicht unbekannt: „In den 90er Jahren war es wohl die richtige Entscheidung, den Sketch nur auf eigenen Veranstaltungen aufzuführen.“ 1996 gab es Riesenkrach, weil Alfred Dreier, Chef der Fischer’s Stiftung, vorgeworfen worden war, er habe die Stiftungsbrauerei an Erdinger „verscherbelt“.

Neumaier trägt den Halb-Rausschmiss mit Fassung: „Wir gehen heuer und auch künftig gerne zum CSU-Ball.“

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