Nach Rodungen im Grossen Stil 

CSU erwägt Baumschutzverordnung

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Bekommt Erding eine Baumschutzverordnung? Nach großen Rodungen will die CSU die Einführung prüfen.

Erding– Buchstäblich wie die Axt im Wald vorgegangen sind in jüngster Zeit Arbeiter auf zwei Grundstücken in Erding. Das Areal zwischen Haager Straße, Agip-Tankstelle und Fischer’s Seniorenzentrum wurde ebenso radikal abgeholzt wie ein Grundstück an der Dr.-Henkel-Straße. Die Stadt wusste von nichts. Sie hätte auch gar nichts tun können. Denn Erding hat keine Baumschutzverordnung. Das heißt: Eigentümer können unbehelligt auch im großen Stil zur Säge greifen – selbst wenn ihr besonders alte oder schöne Bestände zum Opfer fallen.

Gerade der Kahlschlag an der Haager Straße hat Rathaus und Stadtrat empört. Die CSU-Fraktion denkt nun laut über eine restriktivere Handhabe nach. Sie erwägt die Einführung besagter Verordnung. Dies kündigten Fraktionssprecher Jakob Mittermeier und Zweiter Bürgermeister Ludwig Kirmair in einem Pressegespräch an. Beide betonten, dass für sie „noch nicht feststeht, dass wir eine Baumschutzordnung wollen“. Das Für und Wider müsse genau abgewogen werden, sagte Mittermeier.

Grundsätzlich gelte, dass Bäume für Klima und Wohnqualität in einer Stadt von großer Bedeutung seien. „Sie sind deshalb ein von der Allgemeinheit zu schützendes sehr hohes Gut“, so der Fraktionschef.

Kirmair wies darauf hin, „dass es auch seine Gründe hat, warum Erding die Verordnung bis dato nicht hat“. Denn sie könne eine große Belastung für Grundstückseigentümer darstellen, „wenn etwa große Bäume einen Garten, ein Haus oder eine Photovoltaikanlage komplett verschatten oder zu Nachbarschaftsstreitigkeiten führen.“ Es müsse auch geprüft werden, so Mittermeier, wie es mit Ersatzpflanzungen aussehe und inwieweit es Sinn mache, dabei Baumarten vorzuschreiben.

Die CSU will, dass die Verwaltung einen Verordnungsentwurf erarbeitet, um ihn dann gründlich und offen im Stadtrat zu diskutieren.

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