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Unfall im toten Winkel: Im August 2015 kam in Dorfen eine Radlerin unter diesen Lkw und starb.

Nach schlimmen Unfällen

Kampfansage an den toten Winkel

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Der tragische Tod einer Neunjährigen, die am Montag in München von einem abbiegenden Lastwagen erfasst worden ist, treibt die Menschen um. Entsetzliche Unfälle im tödlichen Winkel gibt es auch im Landkreis. Experten schlagen Alarm.

Erding - Im Erdinger Land sind aus jüngerer Zeit zwei Unfälle bekannt, bei denen Menschen in den toten Winkel geraten und getötet worden waren: Anfang Dezember 2017 überrollte in Erding ein Mülllaster eine 18 Jahre alte Fußgängerin. Und im August 2015 geriet in Dorfen eine Radlerin unter einen rechts abbiegenden Lastwagen. In beiden Fällen hatten die Fahrer so gut wie keine Chance, die Menschen neben ihren Fahrzeugen zu erkennen.

Horst Weise, Kreisvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC), treiben die 15 tödlichen Abbiegeunfälle in den ersten fünf Monaten dieses Jahres in Deutschland um. Für ihn sind jetzt Hersteller und Gesetzgeber gefordert. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer müsse sich sofort bei der EU-Kommission für die verpflichtende Einführung elektronischer Abbiegeassistenten in Lkw einsetzen. Auch Kameras müssten verstärkt in die Cockpits der Brummis eingebaut werden. „Der Verkehr auf unseren Straßen ist für Radfahrende knallhart – so hart, dass oft nur Hochleistungs-Radler eine Chance haben, an Kreuzungen schnell genug wegzuukommen, um nicht von LKW niedergemäht zu werden“, empört sich Weise.

Anton Eschbaumer, Außenstellenleiter der Münchner Dekra, sieht ebenfalls dringend Handlungsbedarf. Der frühere Unfallgutachter aus Moosinning will selbst aktiv werden. „Ich werde mit unseren Lkw-Vertragswerkstätten sprechen, ob dort nicht die Möglichkeit besteht, so genannte Spiegelfolien am Boden anzubringen.“ Eschbaumer gibt zu, „dass es rund um einen Lastwagen oder Bus Bereiche gibt, in denen der Fahrer nichts sieht. „Aber mit korrekt eingestellten Spiegeln lässt sich der tote Winkel zumindest verkleinern. Das muss mindestens bei jedem Werkstattbesuch erfolgen.“ Zudem appelliert der Verkehrsexperte „an jeden Fahrer, vor jeder Fahrt alle Spiegel einzustellen“. Einer Dekra-Statistik zufolge passieren 90 Prozent der Lkw-Abbiegeunfälle beim Anfahren von einer Ampel.

Den Radfahrern empfiehlt Eschbaumer, nicht neben Lastwagen stehen zu bleiben. „Es ist sicherer, entweder deutlich dahinter zu bleiben, oder so weit vorzufahren, dass einen der Trucker auch wirklich sieht.“ Das sollten Eltern ihren Kindern immer wieder verdeutlichen.

Stefan Dorner vom ADAC macht eine einfache Rechnung auf: „Wer den Fahrer in dessen Spiegel nicht sieht, wird auch selbst nicht erkannt.“ Es sei sinnvoll, Blickkontakt herzustellen. Niemals sollte man als Radfahrer oder Fußgänger auf seinem Vorrecht bestehen. Das könne tödlich enden.

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