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Besonders heftig hat es rund um Dorfen getost. Mitten in der Stadt, am Fuß- und Radweg zwischen der Kaminkehrergasse und der Birkenallee hat der Sturm eine riesige Eiche gefällt. Die Wurzeln des umgestürzten Baums haben den halben Weg weggerissen.

Bilanz der Unwetternacht  am Freitag

Nach dem Sturm kommt der Borkenkäfer

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Der Sturm hat Freitagnacht in den Wäldern nur geringe Schäden angerichtet. Forstexperten blicken aber mit Sorge auf die kommenden heißen Tage.

Landkreis – Der Sturm Freitagnacht hat Einsatzkräfte auf Trab gehalten und manchen Haus- und Waldbesitzer mit Sorgen erfüllt. Beim Thema Windbruch ist die Bilanz aber einigermaßen beruhigend. „Wir sind ziemlich glimpflich davongekommen. Es sind in den Wäldern keine flächigen Schäden bekannt“, berichtet Stefan Warsönke vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten am Montag auf Nachfrage.

Wenn doch Schäden auftraten, so seien überwiegend einzelne Bäume umgeworfen oder weggedreht worden, erläutert der stellvertretende Behördenleiter, der in Erding den Bereich Forsten verantwortet. Diese Auskunft habe er von den fünf Revierförstern erhalten. „Sie wissen, wo kritische Bereiche sind und fahren dann zur Überprüfung raus“, berichtet Warsönke. Damit konnte der Bereichsleiter am Montag einen positiveren Bericht ans Ministerium mailen als Kollegen in stärker betroffenen Regionen.

Fichten geschwächt

Nach Warsönkes Beobachtung ist vor allem der südöstliche Bereich des Landkreises mit Schwerpunkt in Dorfen betroffen gewesen. Dort kennt die Untere Naturschutzbehörde auch das einzige umgestürzte Naturdenkmal: eine alte Linde am Schwesternwohnheim.

Problematisch war es laut Warsönke vor allem dort, wo der Hauptfeind der Wälder wütet: der Borkenkäfer. Der schwächt die flach wurzelnden Fichten. Gewitter und Stürme hätten heuer zwar nicht mehr Probleme verursacht als in den vergangenen Jahren, doch eine beunruhigend Tendenz sei schon zu beobachten: „Wir haben den Eindruck, dass sich extreme Wetterereignisse häufen.“

Hitze, Dürre, Sturm, Starkregen schwächen die Bäume oder bereiten dem Borkenkäfer den Boden. Warsönke erinnert an den heftigen Sturm Niklas im Frühjahr 2015, dem ein extrem heißer und trockener Sommer folgte. „Das war natürlich fatal“, sagt der Fachmann über die paradiesischen Lebensbedingungen für Borkenkäfer.

Ebenso in den Jahren darauf: Im September 2016 kletterten die Thermometer über 30 Grad, der April 2017 war ungewöhnlich heiß. „Da hatten wir heuer schon einen Borkenkäferschwärmflug“, erklärt Warsönke. Die aktuellen Niederschläge hätten da nicht wirklich geholfen, meint er. „Der Borkenkäfer verschwindet ja nicht, weil’s jetzt regnet.“

Wenn nun vom Wind gefällte Bäume in den Wäldern liegen, ist das für den Borkenkäfer wieder ein gefundenes Fressen. Es seien ja wieder Temperaturen um 30 Grad angesagt. „Dann schwärmt die zweite Jungkäfergeneration“, sagt der Experte voraus.

Das wissen auch die Waldbauern, die schon unter der Arbeitsbelastung stöhnen. Sie mussten in den vergangenen Wochen im Akkord befallene Bäume umschneiden und abtransportieren. Das Ergebnis ist ein Überangebot auf dem Holzmarkt mit fallenden Preisen. Zu allem Überfluss gebe es auch in Polen gewaltige Windschäden mit acht Millionen Festmeter Sturmholz, erzählt Warsönke.

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