Die neue Dorfener Tafel-Ausgabe: Sepp Reuther, Marianne Hindrichs und Martin Strobl (v. r.) stehen bereit.
+
Die neue Dorfener Tafel-Ausgabe: Sepp Reuther, Marianne Hindrichs und Martin Strobl (v. r.) stehen bereit.

Reaktion auf nasskaltes Wetter

Mit Abstand die beste Hilfe: Die Nachbarschaftshilfen stehen bereit

  • VonMayls Majurani
    schließen

So reagieren die Nachbarschaftshilfen Dorfen und Erding mit ihren Angeboten auf den Lockdown im Winter. Und auch die „Jugendinitiative Covid-19“ steht weiterhin bereit.

Dorfen/Erding – Monatelang konnten die Tafeln in Dorfen und Erding ihre Lebensmittelausgabe problemlos im Freien durchführen. Doch jetzt wird es dafür langsam zu kalt und manchmal auch zu nass. Die beiden Nachbarschaftshilfen (NBH), die die Tafeln in ihren Städten leiten, bewältigen das Problem der Kälte unterschiedlich. Vor allzu große Probleme stellt sie der zweite Lockdown bisher nicht. Zusätzliche Hilfen oder ganz neue Initiativen wie im ersten Lockdown sind noch nicht angelaufen.

„Unser Tafelraum hat eine Tür ins Freie. Wir werden von drinnen nach draußen ausgeben“, erläutert die Dorfener NBH-Vorsitzende Ruth Wildgrube die neueste Änderung. Mit langen Wartezeiten rechnet die pensionierte Grundschullehrerin nicht, da die Kunden zeitlich gestaffelt kommen. Um die Ansteckungsgefahr zu miniminieren, wurden auf dem Boden Sicherheitsabstände mit Klebestreifen markiert.

Auch in Erding wird viel Wert auf die Sicherheit der Kunden und Helfer gelegt. „Seit fast einem Monat sind wir wieder drinnen“, berichtet Petra Bauernfeind, Vorsitzende der NBH Erding. Dafür wurden im Innenbereich Spuckschutzwände aufgestellt. Die Menschen müssten möglichst zügig durchgehen. „Bei der Ausgabe hat sich ein fester Kern an Helfern rausgestellt, die unerschrocken arbeiten“, sagt Bauernfeind, die auch Vize-Bürgermeisterin in Erding ist.

Ältere Helfer, die womöglich selbst zur Risikogruppe gehören, arbeiten seit längerem vermehrt im Hintergrund: „Montags und dienstags wird die Ware sortiert und eingelagert. Da kann man sich sehr gut aus dem Weg gehen.“ Doch die Anzahl der Helfer ist zuletzt zurückgegangen: „Einige Freiwillige haben sich in der Pandemie komplett zurückgezogen, weil sie doch recht alt sind und sich keinem unnötigen Risiko aussetzen wollen“, so die 50-jährige Erdingerin.

Zu Beginn der Pandemie brach eine Welle der Hilfsbereitschaft vor allem bei jungen Landkreisbürgern aus. Viele Menschen, die plötzlich in Kurzarbeit oder im Home-Office waren, boten ihre Unterstützung an. So entstand auf Facebook die „Jugendinitiative Covid-19“ mit rund 200 jugendlichen Helfern, wie Mitinitiatorin Alice Geyer (19) aus Oberding erzählt. „Wir hatten bis zu zehn Anfragen am Tag.“ Seit Ende Juni herrsche hier aber Stille.

Von der Hilfswelle hat auch die NBH Dorfen profitiert. Als während des ersten Lockdowns nicht richtig klar war, wie die Lebensmittelausgabe erfolgen soll, konnte man mit neuen und jüngeren Ehrenamtlichen zügig einen Lieferdienst auf die Beine stellen. Als dann ein Hygienekonzept für die Ausgabe stand, wurde das wieder zurückgefahren.

Auch einige Angebote der NBH Erding sind zwischen beiden Lockdowns zum Erliegen gekommen. „Unsere Kindergruppen waren im Oktober wieder gestartet. Jetzt muss das wieder eingestellt werden“, berichtet Bauernfeind. Die Gruppe „Senioren helfen Senioren“ hätte sich Ende Oktober das erste Mal seit März wieder getroffen, aber dann stiegen die Neuinfektionen rasant.

Nun droht vielen Senioren oder auch jüngeren Menschen die Vereinsamung. Um dagegen vorzugehen, hat die Dorfener NBH ein Plaudertelefon eingerichtet, erreichbar unter Tel. (0 80 81) 95 77 260. Zwar werde das Angebot noch nicht so stark in Anspruch genommen, erzählt Wildgrube, „aber wir haben immer zwei Damen, die zur Verfügung stehen, die bei Bedarf auch an professionelle Hilfsstellen vermitteln“.

In Erding gebe es dieses explizite Angebot zwar nicht, Bauernfeind versichert aber: „Man kann uns trotzdem anrufen oder mal vorbeikommen, auch zum Plaudern.“

Ebenfalls anrufen kann man die Helfer der „Jugendinitiative Covid-19“. Geyer versichert: „Wir sind immer noch da. Wenn jemand nicht zum Einkaufen gehen kann, oder der Hund raus muss – einfach anrufen.“ Erreichen kann man die Jugendinitiative unter Tel. (01 52) 03 78 42 50 oder über die Facebook-Seite. Die junge Studentin verspricht: „Wir helfen weiterhin gerne.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare