Baustelle Kronthaler Weiher: Nichts für Badegäste ist der Bagger Weiher in diesem Sommer. Er ist wegen umfangreicher Arbeiten gesperrt. Aus Sicherheitsgründen wurde das Areal mit einem Bauzaun umgeben. Unsere Luftaufnahme zeigt Nr. 1 die Halbinsel, die als Aue Natur belassen bleibt und ein Steilufer für Vögel bekommt. Nr. 2 Kinderspielplatz, er wird vergrößert. Nr. 2A Schwimmsteg, Nr. 3 Minigolfanlage, Nr. 4 Familienstrand mit Sitzstufen und Kleinkinderspielbereich, Nr. 5 die Flächen für Boulebahn, Streetball, Streetwork, Beach-Handball, Beach-Volleyball und Bolzplatz, Nr. 6 Langengeisling, Nr. 7 Kiosk, Nr. 8 Wasserwacht, Nr. 9 die Insel wird geteilt, und die rechte Hälfte mit Liegeplatz kann über eine Seilbrücke erreicht werden. Die linke Hälfte bleibt naturbelassen. Zudem werden Außenduschen und öffentliche Toiletten angelegt. foto: bauersachs

Kronthaler Weiher

Nachbesserungen machen Umbau teurer

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Zusätzliche Drainagen, tiefere Sickerschächte, Vergrämungsmaßnahmen gegen die Enten, tragfähigeres Pflaster, behindertengerechter Zugang zum See: Bei der Umgestaltung des Kronthaler Weihers muss die Stadt Erding finanziell nachbessern.

Erding – 366 000 Euro mehr als ursprünglich angenommen kostet die Sanierung des Naherholungsgebiets Kronthaler Weiher. Im Bauverlauf habe sich gezeigt, dass zusätzliche Maßnahmen notwendig seien, sagte Stadtbaumeister Sebastian Henrich am Donnerstagabend im Planungs- und Bauausschuss des Stadtrates. „Trotz dieser Verschiebungen und Veränderungen liegen wir noch im Kostenrahmen“, betonte Oberbürgermeister Max Gotz (CSU). Im städtischen Haushalt sind für die Sanierung 4,1 Millionen Euro eingestellt. Bislang liegt man bei knapp 3,5 Millionen Euro.

Henrich listete zusätzliche Maßnahmen auf. Sie seien das Ergebnis von Unwägbarkeiten, die trotz des Bodengutachtens aufgetreten seien. So sei im Bereich der Halbinsel (Ziffer 1 auf unserem Bild) ein tiefgründiger Bodenaustausch notwendig geworden. Mehrkosten: gut 50 000 Euro. Zusätzliche Drainagen für die Baumgruben und tiefere Sickerschächte schlagen mit knapp 34 000 Euro zu Buche, Vergrämungsmaßnahmen mit Möwen gegen die Enten auf der Insel (Ziffer 9) mit knapp 9000 Euro. Kaum sei die Insel freigeräumt gewesen, hätten die Enten gebrütet, sagte Henrich. Nicht einmal eine Abdeckung habe sie daran gehindert.

An zwei Stellen am Weiher muss das Pflaster verstärkt werden, damit es auch von der Feuerwehr befahren werden kann. Bislang war die Tragfähigkeit nur für den leichteren Sprinter der Wasserwacht ausgelegt. In diesen Mehrkosten von gut 93 000 Euro sind auch Sicherungsmaßnahmen für die Kinderspielplätze (Ziffer 2) und den Wasserbau enthalten. Zusätzliche Arbeiten am und unter Wasser bei der neuen Seilbrücke (Ziffer 9) und dem Schwimmsteg (Ziffer 2A) kosten knapp 74 000 Euro. So viel wird die Stadt auch für den behindertengerechten Zugang zum Weiher ausgeben und damit einen Vorschlag von Walter Rauscher (CSU) umsetzen. Bei der Konstruktion handelt es sich laut Henrich um einen Stuhl, „der mit Wasserdruck rauf- und runtergefahren werden kann“. Allerdings gebe es Lieferschwierigkeiten.

Christian Numberger (CSU) wunderte sich, dass bei der Sicherheit der Kinderspielplätze und beim Pflaster nachgebessert werden muss. Er trug die Mehrkosten jedoch ebenso mit wie seine Stadtratskollegen. Darin enthalten sind auch 12 000 Euro für die Entsorgung von belastetem Material. Das sei „relativ harmlos“, sagte Henrich. Es handle sich um „Rohre und Teerbatzen“.

All dies hat mit dem jüngsten Giftmüll-Fund auf dem Gelände nichts zu tun. Das sei eine andere Baustelle, so Henrich. Das Ausmaß dieser Deponie müsse die Stadt gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt klären. Dann kommt das Thema wieder in den Stadtrat. Gotz beruhigte: „Die Wasserbeprobungen im Kronthaler Weiher haben in der Vergangenheit immer klare Werte ergeben.“ Wie berichtet, waren bei Kanalarbeiten toxische Rückstände entdeckt worden. Für Ortskundige keine all zu große Überraschung, schließlich waren auf dem Gelände einst ein Industriebetrieb und eine Mülldeponie angesiedelt.

Umweltreferent Thomas Schreder (CSU) schlug vor, eine Baustellenbegehung für die Bürger anzubieten. Er werde wiederholt darauf angesprochen. Gotz will prüfen lassen, ob das möglich ist.

Die Stadträte vergaben in der Sitzung zudem die Ingenieurarbeiten sowie die Gründungsarbeiten für Seilbrücke, Schwimmsteg und Slipanlage für die Wasserwachtboote an die Firma Mailhammer aus Obertaufkirchen. Sie hatte mit gut 327 000 Euro das wirtschaftlich günstigste Angebot abgegeben.

Kurzfristig von der Tagesordung genommen wurde das Thema Sportzentrum Schollbach. Die Stadträte sollten eigentlich die Kostenberechung für den Landschaftsbau, Hoch- und Tiefbau genehmigen. Dies war nicht möglich, denn „umfängliche Erkenntnisse zur Beratung und Beschlussfassung liegen nicht vor“, sagte OB Gotz.

Gabi Zierz

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