Carina Bischke Die SPD-Stadträtin setzt sich für Fairen Handel und nachhaltige Entwicklung ein.
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Carina Bischke Die SPD-Stadträtin setzt sich für Fairen Handel und nachhaltige Entwicklung ein.

Neue Stelle im Erdinger Rathaus soll kommunale Entwicklungspolitik koordinieren

Nachhaltigkeit fängt vor Ort an

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Erding - Global denken, lokal handeln: Darauf setzt die Stadt Erding. Sie will kommunale Entwicklungsarbeit vor Ort koordinieren. Die SPD hatte diese Vollzeitstelle beantragt.

Global denken, lokal handeln – das gilt auch für die Entwicklungs- und Flüchtlingspolitik. Selbst wenn das internationale Themen sind, können sie auf der untersten politischen Ebene aufgegriffen werden – in den Städten und Gemeinden. Diesen Schritt geht nun die Stadt Erding auf einen SPD-Antrag hin. Der Stadtrat beschloss einstimmig, eine neue Vollzeitstelle für die Koordination kommunaler Entwicklungspolitik zu beantragen.

Dazu gibt es ein Förderprogramm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die anfallenden Kosten von knapp 70 000 Euro würden für zwei Jahre mit bis zu 90 Prozent vom Bund gefördert. Diese Förderung kann um zwei Jahre verlängert werden, danach müsste Stadt alleine dafür aufkommen.

Die Fachkraft soll sich um eine nachhaltige Entwicklung vor Ort, aber auch in Entwicklungsländern kümmern. Dazu gehören unter anderem der faire Handel und die faire Beschaffung auf lokaler Ebene. Aber auch internationale Beziehungen oder Partnerschaften mit Kommunen aus Schwellen-, Transformations- und Entwicklungsländern können angebahnt und eingegangen werden. Ein weiterer Aspekt ist laut Ausschreibung das Thema Flucht und Entwicklung als politisches Betätigungsfeld vor Ort.

Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) wies darauf hin, dass es sich zwar um eine freiwillige Leistung handle und man als Stadt keine Außenpolitik betreiben könne. „Aber wir können auch hier vor Ort Verantwortung für die Welt übernehmen.“ Die (moralische) Verpflichtung erkannte auch Rainer Mehringer (FW).

Hinter dem Antrag steht in erster Linie die SPD-Stadträtin Carina Bischke, die Nachhaltigkeitsreferentin des Stadtrates ist und auch den Fairtrade-Gedanken in Stadt und Landkreis getragen hat. Eine Steuerungsgruppe auf Kreisebene ist soeben im Aufbau. Im Stadtrat berichtete Bischke gleich von einem ersten Beispiel: „Bei der Bestellung des neuen Granitpflasters für die Altstadt wurde untersucht, ob die Platten nicht aus ausbeuterischer Kinderarbeit stammen.“ Aber auch bei allen anderen Beschaffungen der Stadt könne die neue Kraft darauf achten, dass die weltweiten Ziele für nachhaltige Entwicklung eingehalten werden. Nach der Sitzung sprach Bischke von einem „bedeutenden Schritt, den wir vorangekommen sind“.

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