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„Tetrapack“, eine von elf Bands der Nacht der Blauen Wunder in Erding, spielte in Mama's Bar.

Die Nacht der Blauen Wunder

Erdinger Gastro-Szene eine große Bühne

Erding - Die Herzogstadt erlebte zum dritten Mal ihr „blaues Wunder“, eine ganze Nacht lang. Elf Bühnen über die Innenstadt verteilt, elf verschiedene Bands, dazu für die, die nicht genug bekommen konnten, die After-Show-Party. 

Kultur in aller Vielfalt war am Samstag in Erding geboten – und das alles verbunden durch den bekannten gelben ehemaligen Schulbus. Auch der hat Tradition bei der Organisation. Und die hat sich nicht geändert.

Allerdings hat sich bei den teilnehmenden Lokalen einiges getan: Ein paar sind neu dazu gekommen, andere weggefallen, einige haben neue Namen bekommen, was etliche erstaunte Besucher erst an der Abendkasse bemerkten: „Ist der Wein-Wirt nicht mehr dabei?“ – „Nein, das ist jetzt wieder der Empl-Keller.“

Während Reach-Out-Fans bis nach Mitternacht auf die After-Show-Party in der LeLo Bar warten mussten, gab es im Erdinger Weißbräu schon viel früher Musikunterricht: Was, bitteschön, ist „Volks Rock’n’Roll“? Eine lustige Truppe namens Häde Dade Ware gab die Antwort, und zwar mit deutschen Texten, unverfälscht und handgemacht. Das galt für die meisten Gruppen, die auftraten, sei das das Black Jack Duo in der LeLo Bar oder Blank Weinek im Empl-Keller. Peter Voice & Samuel String im Leonardo betrieben Understatement, nicht nur, weil beide ausgezeichnete Gitarristen sind, sondern auch, weil sie alte Songs wunderschön neu interpretieren konnten.

Im Kennedy hatten zu später Stunde Brillenträger das klassische Problem: Sie konnten Leon Kazander zwar hören, aber vor lauter beschlagener Brillengläser lange Zeit nicht sehen. Dabei machte der eine durchaus sehenswerte Ein-Mann-Show zu Musik, auf die am besten das Prädikat „gemütlich“ passt. Das sahen wohl die Gäste auch so: Als sich der Nebel auf den Brillengläsern endlich gelichtet hatte, konnte man manches schmusende Pärchen sehen.

Dagegen wurde an mehreren anderen Orten das Tanzbein geschwungen, und zwar richtig: In der ersten Etage der Gruberei war schon 20 Minuten nach Veranstaltungsbeginn bei Rockin’ Midgets richtig Stimmung, und in der Tanzwelt war bei fantastischem Salza und Latin von Mezcla Brava das Wissen dieser Tanzschule durchaus gefragt.

Vom Tanzstil schlichter war dagegen The Twist and Shout im Jugendhaus Sonic: Beatles kommen immer gut, dachten sich wohl die Verantwortlichen – und sollten Recht behalten.

Blaue Nacht in Erding: Das sind die Bilder

Unter Wert verkauft wurde die Reggae-Formation Benjies Afro Reggae-Band in der Tanzschule Meet and Dance. Die Musiker waren wirklich gut, nur vermuteten auch die Veranstalter, dass die Lokalität im Kino-Gebäude zu weit draußen war. Mitten im Zentrum war dagegen Tetrapack, die in Mama’s Bar aufspielten und fröhlich verkündeten, dass das ihr Stammlokal sei. Sie legten sofort los, nachdem der große Monitor, auf dem zuvor das Spiel Bayern gegen Gladbach (2:0) gelaufen war, endlich stillgelegt werden konnte.

Zentral war auch Black Patti, die im Erdgeschoss der Gruberei (Gewandhaus Gruber) an den Start gingen: Gut gemachte Songs, zu denen man auch essen konnte. Blues war angekündigt, das Repertoire der beiden aber war durchaus breiter, wie die Gäste erleben durften.

Recht spät am Abend mussten die freundlichen Menschen an der Abendkasse noch einen Karton mit Eintrittsbändern aufreißen. Man war also zufrieden mit dem Besuch.

Klaus Kuhn

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