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Narrhalla: Zwischen Superrutsche und Sonder-Bar

Erding - Schwungvoll startete die Narrhalla Erding in ihr 80. Jubiläumsjahr. Zwischen Prinzenwalzer und Seitenhieben auf die Prominenz nahm sie sich beim Galaball selbst auf die Schippe.

Gleich mit zwei Prinzenpaaren wartet die Narrhalla Erding heuer auf. Neben Isabella I. vom Palais de Fleurs und Christian II. vom Grafenstock halten Victoria Brandhuber als Victoria I. mit Flöte und Tütü und Simon Gotz als Simon I. vom Zweikampf und Dreiklang das Zepter in der Hand.

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Galaball der Narhalla Erding

Galaball der Narhalla Erding

Das Kinderprinzenpaar eröffnete den Galaball am Samstag mit einer charmanten Rede und verkündete den Erwachsenen acht Regeln: So sollen die pinkfarbenen Container vor der Grundschule am Grünen Markt FC-Bayern-rot eingefärbt werden. Außerdem „wollen wir am Schrannenplatz Badespaß. Einen Riesenpool vom Rathaus bis zum Kraus-Eck und a Superrutschn vom Stadtturm“. Ihren Versen ließen die beiden Taktgefühl beim Cha Cha Cha folgen.

Einen schwungvollen Wiener Walzer zauberten Isabella Hagl im weinroten Abendkleid und Christian Numberger im Cut aufs Parkett. Der 2,02 Meter große Prinz, der seine Seitenstrang-Angina mit Medikamenten unter Kontrolle hielt, konnte sich ganz auf ihre Lieblichkeit verlassen, die ihn mit einem souveränen Lächeln lenkte. Zuvor hatten die beiden in ihrer Rede aus dem Stadtrat-Nähkästchen geplaudert. So ist ihnen sonnenklar, warum die Stadt den Mayr-Wirt gekauft hat: „Den wahren Grund kennt jede Blondine, de Stodt hat woin a eigene Kantine.“ Auch einen Namen fürs Gymnasium Erding II forderten sie. Allerdings: „Bayerstorfer-Gymnasium, des waar zvui. Des gang grad no bei a Landwirtschaftsschui“.

Während die Kindergarde, Funkenmariechen Emma Kohlmüller, die Gardemädchen und die Lieselotten mit einem Rap für die tänzerischen Highlights sorgten, war der Sketch einmal mehr der parodistische Höhepunkt des kurzweiligen Abends. Vor der Kulisse der Stadthallen-Bar, dem schönsten Platz eines jeden Narren, grantelten Karl – vormals Gschmei – Schmid und Mimi Weger als die Muppets-Senioren Waldorf und Statler. Man mokierte sich über Mini-Rock-Verbote am Gymnasium und Notfall-T-Shirts an der Mädchenrealschule. Nicht unerwähnt blieben auch das neue Museum Erding, „eine Mischung aus Goldbarren und Fischstäbchen“, Stadtrat Hans Egger, der als Johnny I. vom Fähnlein im Wind Faschingsprinz machen könnte, und Ulrike Scharf-Gerlspeck, „jetzt Frühstücksdirektorin bei der Wasserwacht“.

Gesanglich stark präsentierten sich die Jungelfer, musikalisch geführt von den Jäckel-Brüdern. Sie navigierten in ihrer ersten Einlage („Jetzt wenden“) erfolglos aus allen Himmelsrichtungen nach Erding, fanden aber keinen Weg, weil die Innenstadt stets wegen Veranstaltungen gesperrt war. Angesichts des Nichtraucherschutz-Volksbegehrens schlugen sie in ihrem Lied „Lass uns richtig aufbegehren“ vor: „Schweinshaxn sofort verbieten, Butter nur fettarm anbieten. Dicke Menschen mach ma fit, aus Zucker super Biosprit.“ (zie)

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