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Alles kann weg: Auch die Front- und die Ostfassade des Gebäudes an der Landshuter Straße 4 dürfen abgerissen werden. In dem Neubau entsteht die Rathauserweiterung. Architekten sind der Emlinger Karlheinz Walbrunn und das Büro 4. 

Neubau Gebäude Landshuter Strasse 4 

Stadt darf auch die Fassade abreißen

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Erding – Acht Millionen Euro wird der Neubau des Gebäudes an der Landshuter Straße 4 kosten, in dem die Stadt Teile der Verwaltung unterbringen will. Die gute Nachricht: Die Nord- und Ostfassade, die beide ursprünglich erhalten werden sollten, dürfen nun doch abgerissen werden.

Zustimmendes Kopfnicken erntete Oberbürgermeister Max Gotz (CSU), als er den Stadträten im Planungs- und Bauaussschuss mitteilte, dass die Stadt die Nord- und Ostfassade des Gebäudes Landshuter Straße 4 nun doch abreißen darf. Das erleichtert Abriss und Neubau ungemein.Im Frühjahr 2015 hatte die Stadt das Haus gekauft – als dringend notwendige Erweiterung des gegenüber liegenden Rathauses im so genannten Grafenstock. Dieser platzt aus allen Nähten. Im Neubau sollen einmal das Einwohnermelde-, Sozial- und Standesamt untergebracht werden.

Dass das Landesamt für Denkmalpflege seine Meinung hinsichtlich der Fassaden geändert hat, ist den umfangreichen Untersuchungen zu verdanken, die die Fachleute durchgeführt haben. Zudem habe sich gezeigt, dass „das Gebäude keinen Einzeldenkmal-Charakter hat“, sagte Stadtbaumeister Sebastian Henrich. Es unterliege nur dem Ensembleschutz.

Im Wesentlichen haben die Experten festgestellt, dass die Wände aller Geschosse keinen Originalputz mehr aufweisen, sondern nach 1950 neu verputzt worden seien. Das Dachgeschoss sei erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit einem neuen Spitzgiebel errichtet worden. „Mit Ausnahme des gemauerten Gewölbekellers in der Nordostecke und Teilen der Ostfassade sind alle Gebäudeteile nach 1904 entstanden, auch der Eckerker“, erläuterte Henrich. Der Nordgiebel sei zudem beim Bombenangriff auf Erding im April 1945 massiv beschädigt worden. Überhaupt seien dadurch statische Mängel entstanden.

Gotz freute sich, dass die Stadt durch den Komplettabbruch zügig voranschreiten könne. „Es war richtig, all die Dinge abzuwägen, und eine saubere Argumentationskette zu erarbeiten.“ Der Denkmalschutz werde seine Glaubwürdigkeit nur behalten, wenn alles mit Maß und Ziel geschehe. Gleichzeitig betonte er: „Wir werden trotz des Neubaus kaum zusätzliche Freiräume haben. Wir brauchen die Räumlichkeiten dringend.“ So seien beispielsweise die beengten Beratungssituationen bei Melde-, Pass- oder Rentenfragen nicht mehr zeitgemäß. Neben den Bürgern, denen man eine persönlichere Kulisse bieten wolle, müssten auch die Raumdefizite für die Mitarbeiter abgebaut werden. Das sah Hans Egger (Erding Jetzt) durchaus ein, er wünschte sich aber aus Gründen der Übersichtlichkeit eine Quadratmeter-Zuordnung der neuen Verwaltungsflächen.

Hubert Sandtner (CSU) bezeichnete den Komplettabbruch als „einzig vernünftige Lösung“. Auch Herbert Maier (Grüne) fand „die Entwicklung sehr erfreulich“, fragte aber, warum in zwei Bauabschnitten abgerissen werde. Henrich erklärte, dass im Februar/März begonnen werde. Dann seien die Archäologen am Zug. Im Juni/Juli werde der Keller ausgehoben. Mit Beeinträchtigungen auf dem Gehweg müsse immer mal wieder gerechnet werden. „Fertig sind wir wohl irgendwann 2019“, so der Stadtbaumeister.

Die Abbrucharbeiten wird die Firma Hilger Erdbau GmbH aus Großschaffhausen bei Taufkirchen erledigen. Sie hatte mit rund 200 000 Euro das wirtschaftlichste Angebot abgegeben.

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