Nach dem negativen Bürgerentscheid in Traunstein 

Neue Debatte um Landesgartenschau

Erding – Die Traunsteiner haben per Bürgerentscheid die Landesgartenschau 2022 gekippt. Erding könnte in die Bresche springen, meint die Rathaus-SPD. OB Max Gotz (CSU) winkt ab – vorerst zumindest.

Es war das erste große Projekt, das der frisch gewählte Bürgermeister Max Gotz 2008 anpackte: Er machte den Stadträten die Bewerbung um die Landesgartenschau 2018 schmackhaft. Das ganze Jahr 2009 wurde eifrig geplant: Grünzüge durch die Stadt, ein aufgewertetes Bahnhofsviertel, ein neuer Thermen-Park im Süden, ein größeres Erholungsgebiet im Norden und ein modernisierter Stadtpark.

Am 8. Februar 2010 dann die Ernüchterung: Das Bewerbungskomitee gab Würzburg den Zuschlag. Erding sei wegen zentraler ungeklärter Infrastrukturfragen wie dem S-Bahn-Ringschluss nicht geeignet.

Die Trauer an Sempt und Fehlbach währte freilich nicht lange. Heute sind beziehungsweise werden wesentliche Teile der Bewerbung umgesetzt. Die Landesgartenschau verschwand aus den Köpfen.

Vor knapp zwei Wochen lehnten die Traunsteiner in einem Bürgerentscheid ihre Landesgartenschau ab. Für 2022 hatten die Südostbayern den Zuschlag bekommen. „Zu teuer und zu aufwändig“ – so die mehrheitlich ablehnende Haltung.

Diese Nachricht hat man auch in der Erdinger SPD vernommen. Horst Schmidt bringt die Bewerbung nun wieder ins Spiel – in Form eines Eilantrags an den Stadtrat, 2022 für Traunstein einzuspringen. Das Papier liegt unserer Zeitung vor. „Wir können auf unser Konzept und die Bewerbung zurückgreifen, auch wenn manches von damals weiterentwickelt worden ist“, so Schmidt. Alternativ kann sich die SPD auch eine Bewerbung für spätere Jahre vorstellen – dann mit der Entmilitarisierung des Fliegerhorsts im Blick.

OB Gotz sieht Erding nicht in der Rolle des Ersatz- beziehungsweise Auswechselspielers. Von einem schnellen neuerlichen Antrag für 2022 hält er nichts. „Teile der Bewerbung haben wir bereits ohne den Zuschlag umgesetzt. Diesen Weg gehen wir weiter. Auch sollten wir abwarten, ob der Landtag die Vergabekriterien nach dem Traunsteiner Bürgerentscheid ändert“, so Gotz.

Er erinnert daran, dass die Ablehnungsgründe von 2010 weiter aktuell seien: Der Ringschluss durch Erding hängt in der Tat immer noch wie ein Damoklesschwert über der künftigen Stadtentwicklung. In die Bresche springen will der OB auch mit Rücksicht auf seine überlastete Verwaltung vorerst nicht.

Langfristig kann sich Gotz einen neuerlichen Antrag aber durchaus vorstellen – wie die SPD etwa im Zuge der Konversion des Luftwaffenstützpunkts. „2028 ist aus meiner Sicht dafür der ideale Zeitpunkt.“ Dann stehen die Feierlichkeiten zum 800. Jahrestag der Erhebung Erdings zur Stadt an.

Hans Moritz

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