Erdings neuer Musentempel: So sieht die Veranstaltungsbestuhlung der geplanten Mehrzweckhalle am Lodererplatz aus. Große Events soll es nur gut ein halbes Dutzend pro Jahr geben, etwa Abschlussfeiern.
+
Erdings neuer Musentempel: So sieht die Veranstaltungsbestuhlung der geplanten Mehrzweckhalle am Lodererplatz aus. Große Events soll es nur gut ein halbes Dutzend pro Jahr geben, etwa Abschlussfeiern. Skizze.

Bis Sommer 2024 entsteht am Lodererplatz eine Sport- und Veranstaltungsarena mit Mensa

Neue Halle unter Zeit- und Kostendruck

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
    schließen

Erding bekommt eine neue Sport- und Veranstaltungshalle. Die Mehrzweckhalle wird am Lodererplatz entstehen und rund 28 Millionen Euro kosten.

Erding – Ihre Tage sind gezählt: Die beiden Sporthallen am Lodererplatz sollen noch heuer abgerissen werden. Das Stadtbauamt hat am 8. Juli die Abbruchgenehmigung erteilt. Ebenfalls noch heuer dürfte mit dem Bau der neuen Mehrzweckhalle begonnen werden – für rund 28 Millionen Euro. Im Planungs- und Bauausschuss stellte Architekt Arnd Rudolph die aktualisierten Pläne und die Zeitachse vor.

In erster Linie dient die neue Halle mit Tribüne dem Sport an der Grund- und Mittelschule am Lodererplatz sowie Vereinen. Sie wird zudem die Mensa für den Ganztagsunterricht aufnehmen. Aber auch Großveranstaltungen mit mehreren hundert Sitzplätzen, einer Bühne sowie Künstlergarderoben sind in dem Neubau mit einem großen Foyer sowie einem zentralen Eingangsbereich mit Stufen zur Sempt hin vorgesehen.

OB Max Gotz (CSU) erklärte, es dürften in etwa vier bis fünf solcher Events sein. Dabei denkt er vor allem an Schulabschlussfeiern und -bälle, für die die Schulen aus Platzgründen derzeit nach Freising ausweichen.

Rudolph berichtete, dass es bis August an die Genehmigungsplanung gehe. Bis April 2022 folgen der Aushub und erste vorbereitende Maßnahmen, ehe ab Juni dann die Halle errichtet wird. Bis August 2023 soll sie „baudicht“ sein, ehe sie planmäßig im Juli 2024 eingeweiht wird. Der Schulsport findet nach den Worten Gotz’ und von Stadtbaumeister Sebastian Henrich derweil in der ebenfalls neuen Dreifachhalle im Gerd-Vogt-Sportpark in den Geislinger Ängern statt.

Als Rudolph im Februar dieses Jahres erste Pläne vorgestellt hatte, war noch von 27,2 Millionen Euro die Rede, mittlerweile sind es schon 28,3 Millionen Euro. Gotz wies die Architekten an, die Summe trotz Preissteigerungen für Baumaterialien einzuhalten. Deren Entwicklung sei derzeit kaum absehbar, erwiderte Rudolph. Das focht den OB nicht an. „Ich lasse Sie hier nicht aus der Verantwortung. Es ist das Geld der Bürger.“ Coronabedingt müsse auch Erding die nächsten zwei, drei Jahre massiv sparen. „Die Einbrüche werden deutlich massiver sein, als wir es 2020 und heuer erlebt haben“, so Gotz.

Insgesamt sprach er von einem „tollen Entwurf“. Insbesondere die Gestaltung der Mensa sei mit der Schulfamilie abgesprochen. An die Planer appellierte er, „den Zeitplan unbedingt einzuhalten“.

Wegen des Abrisses muss das BRK-Impfzentrum zum 30. September ausziehen, deutete Gotz an (siehe Bericht auf der lokalen Seite 1). Das ist aber auch das Datum, ab dem sich Bund und Land vorstellen können, die Corona-Impfungen komplett in die Hände der Arztpraxen zu legen.

Auch auf die Befürchtungen einiger Anlieger, der Eingangsbereich könnte nachts lärmende und Alkohol trinkende Gesellen anlocken, ging Gotz ein. Er kündigte ein Treffen an. Den Architekten gab er mit auf den Weg, „sich Gedanken zu machen, wie man einen solchen Missbrauch von Anfang an verhindern könne.

Parkhaus ist wieder Thema

FW-Fraktionschef Hans Fehlberger lobte die Investition, weil die Kommunen in Corona-Zeiten ein wichtiger Impulsgeber für die Wirtschaft seien. Allerdings könnte es schwer werden, Handwerker zu finden. Auch die Parksituation sprach Fehlberger an. Bei Großveranstaltungen mit mehreren hundert Besuchern würden die Stellflächen in der Nachbarschaft nicht ausreichen. Deswegen wäre die neue Halle ein guter Zeitpunkt, das seit Jahren geforderte Parkhaus am alten Bauhof, gegenüber der Feuerwehr anzugehen. Dies sei für die Altstadt ohnehin dringend erforderlich.

Gotz meinte zwar, dass es pro Jahr nur gut ein halbes Dutzend großer Events seien und man dafür nicht extra ein Parkhaus bauen müsse. Dessen Bedarf sei aber unbestreitbar. Nachdem nun auch klar sei, dass die Feuerwehr umziehe – die Rede ist bekanntlich vom Stadionareal – könne man sich diesem Vorhaben jetzt nähern.

Herbert Maier (Grüne) forderte, die Halle in Passivhausstand-Standard zu bauen, „sonst kommen wir im Kampf gegen den Klimawandel nicht weiter“.

Semptsporthalle ab August geschlossen

Noch vor dem Abriss der Hallen am Lodererplatz muss die Stadt eine weitere Sportarena für mehrere Monate schließen. Henrich berichtete, dass im August die Sanierung der Semptsporthalle beginne. Allein die Arbeiten an der Lüftung würden 322 000 Euro kosten; den Zuschlag dafür erhielt die Firma Pala aus Grafing. Aber auch die Leimholzbinder-Konstruktion der Decke steht laut Stadtbaumeister zur Sanierung an. Dabei muss die Stadt aufs Tempo drücken, sonst gefährdet sie die Bundesförderung für Vorhaben, die einen coronagerechten Umbau von Lüftungsanlagen vorsehen. Ende des Jahres muss die Umsetzung erfolgt sein. „Ich hoffe, dass wir bis dahin mit allem fertig sind“, so der Stadtbaumeister. Gotz erklärte, der temporäre Wegfall der Halle schmerze, sei aber unumgänglich. „Dafür haben wir hinterher etwas Schönes“, warb er um Verständnis.

Planungsbüro für Feuerwachen benannt

Auch bei den neuen Wachen für die Feuerwehren Erding und Altenerding gibt es einen neuen Sachstand. Die Gesamtplanung wird an den günstigsten Bieter K plan aus Abensberg vergeben. Das Büro ist in Erding nicht unbekannt – es hat auch die Fachober- und Berufsoberschule projektiert.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare