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ED – da bin i dohoam! Simon Zachenhuber aus Reisen würde sein Nummernschild nie hergeben.

KFZ-Zulassungsstelle

Neue Heimat, altes Blech

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Erding – Für die einen ist es nur ein amtliches Kennzeichen, für die anderen ein blecherner Liebesbeweis – das Nummernschild. Neu ist: Wer in einen anderen Landkreis zieht, kann das alte Taferl am Auto lassen. Bei den Haltern kommt das gut an.

Für das deutsche Zulassungsrecht war 2015 ein einschneidendes Jahr. Zahlreiche neue Nummern aus längst aufgelösten Alt- und Teillandkreisen wurden wieder eingeführt. Der Traum von DOR für Dorfen ist zwar ausgeträumt, dennoch gibt es eine Änderung, von der rege Gebrauch gemacht wird.

Die Zulassungsstelle im Landratsamt berichtet, dass Kfz-Halter bei einem Umzug ihr bisheriges Kennzeichen behalten dürfen. So kann der Hamburger (HH) auch im Erdinger Moos seinem Patriotismus nachhängen.

Behördensprecherin Claudia Kirmeyer teilt mit, dass man nur noch den Umzug melden und den Fahrzeugschein umschreiben müsse. „Weil dann kein neues Kennzeichen vergeben werden muss, verringert sich die Gebühr von 27,50 auf 17,20 Euro“, so Kirmeyer.

Diese Neuerung wird von den Zuzüglern gerne in Anspruch genommen. „Im ersten Jahr haben wir 1436 Anträge auf Eintragung eines Standortwechsels bearbeitet. 1097 Halter, so die Sprecherin weiter, hätten ihr bisheriges Nummernschild behalten. Das entspricht 76,4 Prozent.

Durch den Wegzug einstiger Erdinger in einen neuen Landkreis seien 1209 Fahrzeuge umgeschrieben worden. 897, also 74,2 Prozent, hätten das ED-Kennzeichen mit an den neuen Wohnort genommen. Kirmeyers Fazit: „Das Alt-Kennzeichen zu behalten, ist mittlerweile eher die Regel als die Ausnahme.“

Kaum Resonanz auf Online-Abmeldung

Dass nicht jede Vereinfachung eines Verwaltungsaktes sofort Anklang findet, zeigt die zweite große Änderung im Zulassungsrecht. Halter können sich Weg zur und Wartezeit in der Kreisverwaltung sparen und Fahrzeugabmeldungen online tätigen. „Leider ist die Resonanz nicht so hoch wie erwartet“, sagt Kirmeyer, und verweist auf rund 42 000 Plaketten und 25 000 neue Zulassungsbescheinigungen Teil I (Kfz-Schein) im Vorjahr. Von den bisher knapp 14 500 Abmeldungen seien nur sechs im Online-Verfahren durchgeführt worden. „Das ist bedauerlich, da wir für die Einrichtung des neuen Systems Software für über 5800 Euro beschaffen mussten. Kirmeyer glaubt an eine Besserung. Denn bis dato funktioniert das Online-Verfahren nur mit neuen Personalausweisen mit freigeschalteter eID-Funktion und Ausweis-Lesegerät.

Von Hans Moritz

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