Neue Körperschaft des öffentlichen Rechts 

Köppen: Pflege endlich nicht mehr fremdgesteuert

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Egal, ob Alten-, Kranken- oder Kinderkrankenpflege – die 120 000 Menschen, die sich in Kliniken und Alten- sowie Pflegeheimen um hilfsbedürftige Menschen kümmern, haben nun eine eigene berufsständische Vertretung im Rang einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft. Einer, der am Aufbau der Vereinigung der Pflegenden in Bayern maßgeblich beteiligt war, ist Burkhard Köppen aus Altenerding. Der 65-Jährige, der auch für die CSU im Erdinger Stadtrat sitzt, ist eines von 25 Mitgliedern des von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) eingesetzten Gründungsausschusses, der sich im Oktober konstituiert hat und einen Vorstand gewählt hat. Soeben wird am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Oberschleißheim eine eigene Geschäftsstelle eingerichtet. Auch daran ist Köppen beteiligt.

Erding – Er kennt die Krankenhauspflege wie wenig andere. Der gelernte Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin arbeitete von 1976 bis 1998 am damaligen Kreiskrankenhaus Erding. Danach wechselte er als Pflegebereichsleiter ans Klinikum Großhadern, ehe er im Jahr 2000 als Pflegedirektor ans Deutsche Herzzentrum in München ging. Als Direktoriumsmitglied trug Köppen auch für das wirtschaftliche Klinikmanagement Verantwortung. 2015 verabschiedete er sich in den Ruhestand.

„Ich bin froh, dass es nun endlich eine eigene Vereinigung der Pflegenden in Bayern gibt“, sagt Köppen im Gespräch mit unserer Zeitung. „So erfährt der Beruf nicht nur deutlich mehr Eigenständigkeit, sondern auch eine enorme Aufwertung.“ Bislang seien es vor allem Ärzte, die den Rahmen bei der Pflege vorgeben.

Das dürfte sich nun ändern. Denn als Köperschaft des öffentlichen Rechts werde die neue Pflegendenvereinigung an der Gesetzgebung mitwirken, Qualitätsstandards bei der Pflege formulieren und weiterentwickeln. Auch berufsrechtliche, fachliche und ethische Fragen würden im neuen Gremium beantwortet. Fort- und Weiterbildung will die Vereinigung nach den Worten Köppens fördern und ausbauen. „Bisher waren wir vor allem eines: fremdgesteuert.“ Die Pflege eines Menschen bedeute Sozialarbeit, die weit über die Arbeit am Krankenbett hinausgehe. Bei der ärztlichen Kunst hingegen handle es sich um eine Wissenschaft, die vor allem die körperliche Genesung vor Augen habe.

Mitglied können alle werden, die eine Pflegeausbildung haben. Die Mitgliedschaft ist beitragsfrei, da die Vereinigung vom Freistaat Bayern getragen wird.

Köppen macht keinen Hehl daraus, dass ihm eine noch weiter reichende Lösung besser gefallen hätte. „Ich war immer für den Kammergedanken. In einer Pflegekammer hätten alle in dem Bereich Tätigen Mitglied werden und Beiträge zahlen müssen.“ Der Altenerdinger erinnert sich, dass der damalige Umwelt- und Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) 2011 einen fertigen Gesetzesentwurf in der Schublade gehabt habe. „CSU und SPD haben aber immer deutlich gemacht, dass ihnen eine Kammer, wie es sie etwa bei den Architekten gibt, zu weit geht.“ Im persönlichen Gespräch, so Köppen, habe ihm Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) deutlich gemacht, dass er seine Zwangsmitgliedschaft ablehne.

Köppen hofft, dass möglichst viele Pfleger Mitglied werden, denn umso stärker werde die Landespflegendenvereinigung. Derzeit sind es 1000 Mitglieder.

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