Sehenswert ist die Moschee im ehemaligen Stadttheater zwischen Lange Zeile und Roßmayrgasse. Ali Kemal Imamoglu, Vorsitzender der islamischen Gemeinschaft in Erding, ist stolz auf das Geleistete. foto: kuhn

Ehemaliges Stadttheater

Neue Moschee: Heute erstes Freitagsgebet

Lange hat die islamische Gemeinde Erding gewerkelt. Jetzt ist es geschafft. Das heutige Freitagsgebet findet zum ersten Mal in der neuen Moschee an der Langen Zeile statt.

Erding – Die Große Kreisstadt ist um eine Sehenswürdigkeit reicher. Nach Jahrzehnten in einem ehemaligen Pferdestall am Rätschenbach, einer langen und zermürbenden Suche nach einer neuen Bleibe hat die islamische Gemeinde für ihre mehreren tausend Gläubigen jetzt ein Gotteshaus, das einer Weltreligion würdig ist. Aus dem ehemaligen Kino und Stadttheater an der Langen Zeile ist eine Moschee geworden, auf die der Trägerverein mit seinem Vorsitzenden Ali Kemal Imamoglu stolz ist.

Wie viele Arbeitsstunden in dem Projekt stecken, konnte er nicht sagen. „Hier haben alle immer freiwillig gearbeitet.“ Was dabei herausgekommen ist, können die Gläubigen heute um 12.30 Uhr ausgiebig bestaunen. Dann nämlich darf zum ersten Mal das Freitagsgebet in der neuen Moschee stattfinden. „Wir haben jetzt alle Abnahmen, alle Genehmigungen“, freut sich Imamoglu. Ende Februar oder Anfang März soll auch ein großes Einweihungsfest stattfinden – mit einem Tag der offenen Tür.

Der ehemalige große Kinosaal ist jetzt der Gebetsraum für die Männer, mit der Gebetsnische Richtung Mekka, dem Lehrstuhl und der Predigtkanzel. Die Wände sind mit fugenlos verklebten Fliesen versehen, die ein Mosaik bilden. Darüber haben Künstler die traditionelle islamische Kunstform vorgestellt: Die Kalligrafie ist im Islam zu großer Blüte gekommen.

Das hängt mit dem Bilderverbot zusammen, das den Muslimen untersagt, etwa Gemälde anzubringen, die Personen darstellen. So findet sich der Name „Allah“ neben „Mohamed“ in unmittelbarer Nähe der Gebetsnische wieder. Der Teppichboden hat mit Ornamenten verzierte Linien, an denen die Gläubigen sich aufstellen können, mit Blickrichtung Mekka. Was der Vorbeter sagt, wird über eine Mikrofonanlage in den Gebetsraum für die Frauen übertragen.

Die Bürger, die zum Tag der offenen Tür kommen, werden auch Bekanntes vorfinden: Die ehemalige Stadttheater-Theke hat ihre Funktion behalten. Hier ist jetzt die Teeküche eingerichtet. Der Haupteingang der Moschee liegt auf der Rückseite des Gebäudes an der Roßmayrgasse.

von Klaus Kuhn

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