Das dürfte einigen gar nicht schmecken

Grillverbot am Kronthaler Weiher

  • schließen

Am Kronthaler Weiher ist das Grillen künftig verboten. Dies sieht die neue Satzung vor. Auch für die Wasserwacht gibt es keine Ausnahme.

Erding – Keine ausgewiesenen Grillstellen mehr, keine Grillerlaubnis: So lässt sich die Entscheidung der Stadträte im Verwaltungs- und Finanzausschuss auf den Punkt bringen. Am Dienstagabend berieten sie die neue Satzung für das Erholungsgebiet Erding-Nord, deren Umgriff sich durch die Erweiterung des Areals vergrößert hatte.

Die Stadträte folgten dem Vorschlag der Verwaltung, den Robert Buckenmaier vorgestellt hatte. Gravierende Änderungen zur bislang geltenden Satzung gibt es außer dem Grillverbot nicht. Und über das wurde ausgiebig diskutiert.

Burkhard Köppen (CSU), selbst passionierter Wasserwachtler, hielt es für eine Ungleichbehandlung, wenn die Surfer und Fischer vor ihren Vereinsheimen weiter grillen dürfen, die Wasserwacht jedoch nicht. Der Unterschied: Surfer- und Fischerheim liegen außerhalb des Satzungsumgriffs im Nordwesten des Erholungsgebiets.

„Das wird schwierig. Ich halte das für ein bisschen zu engstirnig“, sagte Köppen. Er erinnerte an die stundenlangen Wachdienste, die im Sommer gerne von morgens 9 Uhr bis weit in den Abend hinein dauern können. Köppen schlug vor, die Wasserwacht könnte doch den Platz zwischen ihren beiden Hütten zum Grillen nutzen. Dort gebe es eine Kiesfläche und der Bereich sei für die Öffentlichkeit nicht einsehbar.

Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) ließ nicht mit sich verhandeln. Er bat darum, „vom Grillverbot keinesfalls abzurücken“. Andere Ausnahmeregelungen für die Wasserwacht, etwa für Nachttauchübungen, seien dagegen im Einzelfall durchaus möglich. Dies hatte Siegfried Ippisch (CSU) angeregt. In die Grill-Debatte mischte er sich als Erdinger Wasserwacht-Chef nicht ein.

Hans Balbach (Erding Jetzt) schlug vor, die Wasserwacht könne doch auf ihrer Terrasse eine feste Kochstelle installieren. „Das wäre eine Lösung“, meinte er. Gotz widersprach: „Wir haben 830 000 Euro ausgegeben (für die Erweiterung der Wasserwachtstation; Anm. d. Red.). Da fangen wir jetzt wirklich keine Debatte an.“

Buckenmaier hatte das Verbot eingangs der Debatte damit erklärt, dass Grills ohne „Füße“ den Rasen der Liegewiese beschädigen würden. Erlaube man Grills mit „Füßen“, bestehe eine erhöhte Unfallgefahr, etwa durchs Umfallen. Zudem verwies Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) auf die „Hinterlassenschaften“ der Griller. „Nicht alle räumen vorbildlich auf.“

Abschlussschüler dürfen weiter feiern

Das tun auch nicht alle Abschlussschüler, die nach der Notenbekanntgabe traditionell am Kronthaler Weiher feiern. Das wird auch so bleiben, erklärte Gotz auf die Frage von Petra Bauernfeind (Freie Wähler). „Wo sollen die jungen Leute denn noch hingehen?“, fragte der OB.

Buckenmaier erklärte, die Schulen und Klassen würden im Frühjahr angeschrieben und informiert. Spätestens zwei Wochen vorher müssten die Feiern angemeldet werden. Zudem seien pro Klasse drei Verantwortliche zu benennen, deren Handynummern der Sicherheitsdienst vor Ort erhalte. So könne man bei Bedarf in Kontakt treten. Dies werde seit Jahren so gemacht, sagte Buckenmaier. Der Sicherheitsdienst habe auch Müllsäcke vor Ort, die die Schüler nach der Feiern befüllen. Die Stadt übernimmt die Entsorgung.

Rainer Mehringer (Freie Wähler) pflichtete Gotz beim Grillverbot bei. „Ich kann keine Benachteiligung einer Minderheit erkennen“, sagte er. Und auch Köppen ruderte vor der Abstimmung zurück. Plötzlich konnte er das Grillverbot mittragen. „Wir als Wasserwacht wollen gegenüber der Bevölkerung nicht bevorzugt werden“, sagte er.

Die Satzung gilt nur für städtische Flächen, aber beispielsweise nicht für den Nordwesten des Erholungsgebietes. Dort konnte die Stadt ihre Umgestaltungswünsche bekanntlich nicht verwirklichen. Die Grundstücksverhandlungen waren gescheitert. Der Bereich werde im Sommer gerne von Hundebesitzern und Nacktbadern genutzt. Manchmal sei dieses Miteinander schwierig, sagte Harry Seeholzer (Erding Jetzt). Er ist Referent für Freizeitanlagen im Stadtrat und für den Kronthaler Weiher zuständig.

Laut neuer Satzung ist unter anderem ebenfalls untersagt, am Weiher zu übernachten, sich ohne Kleidung aufzuhalten, während der Badesaison Tiere mitzubringen, Tonwiedergabegeräte lautstark zu betreiben, die Grünanlagen zu verunreinigen und andere Besucher zu belästigen. Generell ist der Aufenthalt von 23 bis 5 Uhr verboten (außer für Fischer).

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Biker übersteht Unfall mit Schürfwunden
Dieser Unfall hätte schlimmer ausgehen können. Ein Skoda-Fahrer übersah ein Motorrad. Der Biker wurde allerdings nicht schwer verletzt. 
Biker übersteht Unfall mit Schürfwunden
Ausgrabungen abgeschlossen
Wochenlang haben Archäologen in der Stadt Dorfen auf dem Grundstück des abgerissenen Rathauses nach Siedlungsspuren gegraben. Die archäologischen Untersuchungen sind …
Ausgrabungen abgeschlossen
Auf dem Besinnungsweg durch Hainsacker
Mit zwei voll besetzten Kleinbussen sind die Wanderfreunde Himolla von Taufkirchen aus zum internationalen Wandertag nach Hainsacker gefahren.
Auf dem Besinnungsweg durch Hainsacker
So kinderleicht macht man Butter selbst
Einen Tag in der Natur erlebten die Kinder beim Forsterner Ferienprogramm. Sie erkundeten die Tier- und Pflanzenwelt und lernten, wie einfach mal Butter selbst machen …
So kinderleicht macht man Butter selbst

Kommentare