Das drohende Ende wehrte der Sängerkreis Erding ab. Lorenz Adlberger (stehend) macht in einem gleichberechtigten Team im Vorstand weiter. Foto: Seidel

Neue Struktur im Verein verhindert das Aus

Erding - Wahlen standen bei der Jahreshauptversammlung des Sängerkreises Erding an. Doch es war kein Nachfolger für Lorenz Adlberger in Sicht. Ein Kompromiss verhinderte das Aus des Vereins.

Mangels Kandidaten ist die Neuwahl des Ersten Vorsitzenden gescheitert, nun hofft die Vorstandschaft auf Mitwirkung der Chorleiter. Bereits im vergangenen Jahr wollte Lorenz Adlberger bei der regulären Neuwahl den Vorsitz abzugeben. Da sich jedoch kein Nachfolger fand, ließ er sich überreden, das Amt noch ein Jahr kommissarisch auszuüben, stand heuer jedoch vor dem gleichen Problem. Trotz vorangehender intensiver Kandidatensuche war niemand bereit, sich zur Wahl zu stellen. Den 35 Anwesenden im Mayr-Wirt malte Adlberger die Folgen aus, als da wären: Vereinsauflösung, Ende der Chorgemeinschaft und der gemeinsamen Konzerte. Die Internetseite www.saengerkreis-erding.de, bestens bearbeitet von Wolfgang Bunk, gäbe es nicht mehr, und Ehrungen müssten in den jeweiligen Chören erfolgen. „Auflösen wäre das Schlechteste, was wir machen können“, so Adlberger, „die Gemeinschaft der Chöre muss erhalten werden“.

Ein Lösungsansatz kam von Bernd Scheumaier, Leiter der Kreismusikschule und erstmals Gast beim Sängerkreis Erding. „An der zeitlichen Belastung sollte es nicht scheitern“, meinte er, „denn die Aufgaben der Vorstandschaft könnten auf mehrere Schultern verteilt werden, wobei auch die Chorleiter mit einbezogen werden sollten.“

Dem Argument, dass er weitermachen könnte, wenn die Arbeit so verteilt würde, wollte sich Adlberger nicht verschließen. Er sprach sich dafür aus, es zumindest in den nächsten zwei Jahren mit einem gleichberechtigten Vorstand zu probieren, wobei lediglich zwei Personen als zeichnungsberechtigt genannt werden. Nach Anregung von Peter Heger sollen die Chorleiter je nach Aufgabe „punktuell“ ausgewählt werden.

Mit der neuen Struktur kann sich der Sängerkreis zumindest zwei Jahre weiterentwickeln und dann, sollte sie sich bewähren, entsprechende Neuwahlen halten.

Dass es die Mühe wert ist, zeigte der Rechenschaftsbericht von Lorenz Adlberger. Unter den gemeinsamen Konzerten hob er insbesondere die Aufführung der Carmina Burana in Taufkirchen hervor. Zum ersten Mal war der Sängerkreis bei der Alpenländischen Chorweihnacht dabei und erlebte eine stimmungsvolle, „wahnsinnig gut organisierte“ Veranstaltung.

Als Wehmutstropfen blieb lediglich, dass die Fortbildungsveranstaltung mangels Beteiligung abgesagt werden musste. Peter Heger führte dies vor allem auf den Termindruck zurück, unter dem die Chöre stehen. Mit einem Fragebogen hofft er, diesen und andere Punkte besser nach den Wünschen der Chöre auszurichten.

(gse)

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