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Ein mögliches Gebiet für den Hochwasserschutz unter vielen könnte der Bereich zwischen Breitötting und Wifling sein, wie die Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Gerhard Schauer und Heinz Lomen (v. l.) zeigen.

Neun Becken in mehreren Gemeinden – Wasserwirtschaftsamt prüft Trinkberger-Vorschlag

Neue Variante für Erdinger Hochwasserschutz

Mehrere dezentrale Rückhaltebecken im Einzugsgebiet der Sempt mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen in Erding: Diese vierte Variante für den Hochwasserschutz für die Große Kreisstadt, die bisher nicht in der Öffentlichkeit präsent war, untersucht das Wasserwirtschaftsamt (WWA) gerade.

Wörth/Erding - Die Variante war bei einer internen Begehung in der Gemeinde Wörth zur Sprache gekommen und hatte die örtliche Interessengemeinschaft gegen nachteilige Auswirkungen durch Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich Sempt und Schwillach auf den Plan gerufen. Sie sorgte zunächst für Aufregung, wurde aber letztlich als Erfolg verbucht.

Nachdem in Variante 4 auch das unbebaute Gebiet zwischen Breitötting und Wifling als Rückhaltebereich ins Gespräch kam, befürchteten die IG-Vorsitzenden Gerhard Schauer und Heinz Lomen, dass vielleicht ein „Doppeldamm“ an zwei Standorten – in Niederwörth und hinter Breitötting – in die Planung aufgenommen werde.

Diese Sorge entschärfte das Wasserwirtschaftsamt im Gespräch mit unserer Zeitung. Bei der vierten Variante handle es sich vielmehr um die Untersuchung einer dezentralen Lösung mit neun Rückhaltebecken in verschiedenen Gemeindegebieten, die überdies Maßnahmen in Erding einbeziehen würde. Damit dürfte es sich um eine Wunschvariante vieler Betroffener handeln, die von Helmut Trinkberger aus Erding angestoßen worden war (wir berichteten).

Vorplanung in heißer Phase

„Die Vorplanungen zum Hochwasserschutz von Erding befinden sich in der letzten Phase“, erläutert Constanze Hecker, Abteilungsleiterin für Planung und Bau im Wasserwirtschaftsamt. Folgende vier Varianten sollen demnach im Oktober der Öffentlichkeit vorgestellt werden: der innerörtliche Ausbau in Altenerding und Langengeisling, das Hochwasserrückhaltebecken vor Erding mit Damm in Niederwörth, eine Kombination aus beiden Lösungen mit kleiner dimensioniertem Damm und als vierte Variante dezentrale Becken im Einzugsgebiet der Sempt mit Schutzmaßnahmen in Erding – ein gemeindeübergreifendes Konzept.

„Die bisherigen Hochwasserschutzplanungen des Wasserwirtschaftsamts haben zu großen Bedenken in der Gemeinde Wörth geführt. Aus den Reihen der Bürger wurden als weitere Variante mehrere dezentrale Standorte für Hochwasserrückhaltebecken in Spiel gebracht“, erklärt Hecker. Diesen Vorschlag habe das WWA als gleichwertige Variante in die Untersuchung mit aufgenommen. „Ziel der Untersuchung war, die Wirksamkeit von kleineren, über das gesamte Einzugsgebiet der Sempt verteilten Hochwasserrückhaltebecken für einen HQ 100-Schutz für die Stadt Erding zu ermitteln.“ Unter HQ 100 (Jahrhunderthochwasser) versteht man die Pegelhöhe oder Abflussmenge eines Gewässers, die im statistischen Mittel einmal alle 100 Jahre erreicht oder überschritten wird. „Das Wasserwirtschaftsamt erwartet die Ergebnisse des Ingenieurbüros nach der Sommerpause und bittet um Geduld“, so die Fachfrau.

Bürgermeister Gneißl freut sich

Wörths Bürgermeister Thomas Gneißl (ÜPWG) zeigte sich überrascht, dass jetzt vier Varianten im Fokus stünden. Auch er sei bisher von drei Lösungsansätzen ausgegangen. Wenn es sich bei der neuen um die sogenannte Trinkberger-Variante mit dezentralen Maßnahmen handle, sei das begrüßenswert.

Laut Gneißl hat Wörth die Zusage vom WWA erhalten, alle Unterlagen zu bekommen, wenn nach der abschließenden Überprüfung im Herbst die favorisierte Variante ins Planfeststellungsverfahren geschickt wird. Man wolle diese dann von einem Fach- und Rechtsbeistand überprüfen lassen.

Auch der Vorsitzende der Interessengemeinschaft, Schauer, wertet die Untersuchung dezentraler Standorte in einer vierten Variante als Erfolg. Denn Ziel der Interessengemeinschaft sei es, die Lasten gerecht auf mehrere Schultern zu verteilen: „Wir wollen, dass jeder damit leben kann.“

Vroni Vogel

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