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Neuer Chefarzt: Prof. Dr. Jörg Theisen (2. v. l.) wurde von Klinik-Vorstandschef Sándor Mohácsi, Landrat Martin Bayerstorfer und Ärztlichem Direktor Prof. Dr. Gerhard Konrad (v. r.) begrüßt.

Neuer Chirurgie-Chefarzt am Klinikum Erding

Operieren in der dritten Dimension

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Ein dreiviertel Jahr nach dem Weggang von Dr. Hermann Bödeker hat die Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Klinikum Erding wieder einen neuen Chefarzt. Prof. Dr. Jörg Theisen will das Krankenhaus mit neuen Therapieschwerpunkten aufwerten.

Erding - Bis zum 11. September war Prof. Dr. Jörg Theisen ein Großstadtmediziner. Er studierte in Düsseldorf und an der TU München, war danach Assistenzarzt am Klinikum rechts der Isar in München. Von 1997 bis 1999 ging der heute 51-Jährige für einige Jahre nach Los Angeles, ehe er sich 2004 in München habilitierte. Zuletzt war er wieder am rechts der Isar.

Und warum jetzt Erding? „Nachdem ich mir fachlich wie organisatorisch das Rüstzeug in großen Kliniken erworben hatte, wollte ich auch einmal selbst gestalten.“ So stieß er auf die Ende 2016 freigewordene Chefarztstelle der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie an der Bajuwarenstraße.

Nach einem Monat in Erding ist Theisen sehr zufrieden. „Ich habe nicht nur ein offenes, kollegiales und fachlich versiertes Team aus Ärzten, Schwestern und anderen Mitarbeitern kennengelernt, sondern auch eine hoch moderne Klinik“, lobte er.

In Erding will Theisen neue Schwerpunkte setzen, „um damit das Behandlungsspektrum noch einmal auszubauen. Vor allem nannte er die Proktologie (Erkrankungen des Enddarms), die Thorax-Chirurgie etwa bei Lungenkrebs („Gerade die Zahl weiblicher Patienten mit Bronchial-Karzinom nimmt zu.“) sowie die minimal-invasive Tumorchirurgie allgemein inklusive 3D-Verfahren. Dazu gehört die Behandlung sämtlicher gut- und bösartiger Erkrankungen im Bereich des Brustkorbs, der Lunge und des Rippenfells sowie des endokrinen Systems mit Schilddrüse und Nebenniere. Auch den weit verbreiteten Kropf-Erkrankungen wird sich Theisen widmen.

Der neue Chefarzt sieht sich nicht ausschließlich im OP. Er will nicht nur Patienten aufklären, sondern auch das Gespräch mit den niedergelassenen Fach- und Hausärzten suchen. „Ich strebe eine engere Vernetzung an.“ Die Kollegen aus den Praxen müssten ebenso wie die Patienten wissen, „dass sie sich mit einem Großteil ihrer Erkrankungen ans Erdinger Klinikum wenden und auf moderne Therapie vertrauen können“. Mit der Spezialisierung will der Chefarzt zusätzlich Patienten aus anderen Regionen nach Erding lotsen.

Er selbst lebt mit seiner Frau sowie seinen 13 und 17 Jahre alten Töchtern in München. Landrat Martin Bayerstorfer und Klinik-Vorstandschef Sándor Mohácsi betonten, sie freuten sich, die Chefarztstelle „qualitativ so hochwertig nachbesetzt“ haben zu können.

Auch wenn das Klinikum Erding den großen neuen Hybrid-OP mit bildgebenden Verfahren wegen des enormen räumlichen und finanziellen Aufwands erst einmal auf Eis gelegt hat, wollen Vorstandschef Sándor Mohácsi und Landrat Martin Bayerstorfer die OP-Kapazitäten an der Bajuwarenstraße ausbauen. Derzeit gibt es sechs vollwertige und zwei kleinere Operationssäle. „Wir brauchen zusätzliche Kapazitäten nicht nur aufgrund der Nachfrage, sondern auch wegen neuer Hygienebestimmungen“, sagte Mohácsi im Gespräch mit unserer Zeitung. Die ambulanten Patienten müssen von den stationären getrennt werden. Dies ist laut Mohácsi derzeit nicht möglich.

Wo die neuen ambulanten OPs entstehen, sei noch nicht entschieden. In Betrieb genommen werden sollen sie spätestens im Jahr 2020. Wegen des frühen Planungsstandes konnten sich Bayerstorfer und Mohácsi zu den Kosten noch nicht äußern.

Infoabend: Prof. Dr. Jörg Theisen stellt sich und das Behandlungsspektrum am Dienstag, 10. Oktober, im Patientenforum vor. Die Veranstaltung findet von 18 bis 19.30 Uhr im Speisesaal des Klinikums statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

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