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Kommandowechsel an der Truppenfahne: Brigadegeneral Stefan Lüth (M.) entbindet Oberst Markus Alder (l.) von seinen Pflichten. Sein Nachfolger, Oberst Stefan Schmid-Schickhardt (r.), steht schon bereit.

Fliegerhorst 

Neuer Kommandeur ist ein alterBekannter

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Herzliche Worte statt rauen Kasernentons prägten gestern den Kommandowechsel im Fliegerhorst. Auf Oberst Markus Alder (50) folgt Oberst Stefan Schmid-Schickhardt (54). Er dürfte der letzte Standortälteste in Erding sein.

Erding – In erster Linie ging es um den Abschied eines in der Truppe, aber auch in der Bevölkerung äußerst populären Luftwaffensoldaten. Ein zweiter Abschied war förmlich zu greifen: Bis 2021 soll der Fliegerhorst geschlossen sein. Nächstes Jahr zieht das prägende Element der Bundeswehr in Erding ab – der Stab des Waffensystemunterstützungszentrums 1 siedelt nach Manching um.Auch deswegen war das Interesse der Öffentlichkeit am Appell groß. An der Kommandoübergabe nahmen mehrere hundert Gäste von Bundeswehr, Behörden, Politik und Wirtschaft teil.

Brigadegeneral Stefan Lüth sprach in einer Flugzeughalle zwar von einem „tiefen Einschnitt“, freute sich aber, dass Alders Nachfolger in Erding kein Unbekannter sei: In der Tat ist Schmid-Schickhardt seit 2014 stellvertretender Kommandeur.

Lüth ging auch auf den bevorstehenden Umzug nach Manching ein. „Jede Veränderung verlangt den Betroffenen viel ab. Unsere Aufgabe ist es, gute und sozialverträgliche Lösungen für alle zu finden. Dafür stehen sowohl Alder als auch Schmid-Schickhardt.“ Die Bundeswehr sei stark gefordert, der Wandel vollziehe sich mit immer höherer Geschwindigkeit. Die Weltsicherheitslage sei volatil, die Flüchtlingsthematik dafür ein gutes Beispiel.

Der Brigadegeneral bedauerte den Weggangs Alders, der nun Büroleiter beim Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium in Berlin ist (wir berichteten). Der Oberst sei wie für den Verbund, der die Luftwaffe unterstützt, geschaffen gewesen und habe den Umbau der Bundeswehr „hervorragend begleitet“. Lüth lobte auch das soziale und lokale Engagement des Scheidenden. Besondere Erwähnung fand der Einsatz der Erdinger Soldaten bei Aufbau und Betrieb des Warteraum Asyls 2015.

Alder selbst blickte auf rund 1000 Tage in Erding zurück. Es sei seine „spannendste, aber auch schönste Verwendung“ gewesen. Besonders geprägt hätten ihn der Start des letzten Tornados in Erding 2014, der Warteraum Asyl, die Aktion Erbse mit 160 000 Euro Erlös allein in seiner Amtszeit, aber auch der Umbau der Bundeswehr. Ausdrücklich lobte er seine Soldaten und Zivilbeschäftigen: „Sie machen jeden Tag einen tollen Job.“

Schmid-Schickhardt bekannte: „Es war immer mein Traum, eines Tages Kommandeur zu werden.“ Die neue Aufgabe sei ihm „Ehre, Verpflichtung und Freude“. Er schwor die Truppe auf gravierende Veränderungen ein. Der Fliegerhorst Erding werde sich massiv verändern, beginnend mit dem Anzug des Stabs nächstes Jahr. Umso mehr freue er sich auf den 20. Mai dieses Jahres, wenn die Bundeswehr das 60-jährige Bestehen der Luftwaffe in der Herzogstadt feiere.

Auch der neue Standortälteste versprach, Lösungen für alle Betroffenen finden zu wollen. Dabei dürfe man den eigentlichen Auftrag nicht vergessen: den Erhalt der Einsatzbereitschaft der Luftwaffen-Geschwader.

Beim Neujahrsempfang im Casino würdigte Erdings OB Max Gotz Oberst Alder. Sowohl bei der Konversion als auch beim Warteraum habe man hervorragend und vertrauenvoll zusammengearbeitet. Der Scheidende habe viel für den sozialen Zusammenhalt und die Vereine getan.

Schmid-Schickhards neuer Stellvertreter wird im März Jörg Tönges.

Hans Moritz

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