Bernd Reichert

tritt am Montag seinen Dienst als evangelischer Pfarrer in Erding an. FOto: JD
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Bernd Reichert tritt am Montag seinen Dienst als evangelischer Pfarrer in Erding an. FOto: JD

Ein neuer Pfarrer für Klettham

Erding - In der Erlöserkirche wird Bernd Reichert am Sonntag ordiniert. Der 32-Jährige wird in Klettham als Pfarrer arbeiten.

Für Bernd Reichert geht mit dem Antritt seiner Pfarrerstelle in Erding ein langer Ausbildungsweg zu Ende. Am Sonntag, 3. Oktober, um 10.15 Uhr erhält der 32-Jährige seine Ordination in der Erlöserkirche in Klettham, wo er als evangelischer Pfarrer arbeiten wird.

Begonnen hat der Weg mit dem Theologiestudium in München. „Am Anfang konnte ich mir nicht vorstellen, später Pfarrer zu werden“, verrät der gebürtige Gräfelfinger, „doch während dem Studium bin ich da hingewachsen.“ Irgendwann habe er gemerkt, dass dies für ihn die Erfüllung ist. Es folgten ein Auslandsjahr in Prag und ein Vikariat in Petershausen. „Das ist das selbe wie ein Referendariat bei Lehrern“, erklärt Reichert. Zweieinhalb Jahre lang hielt er Gottesdienste und musste sich bewähren. „Dabei schaut einem ein so genannter Mentorpfarrer auf die Finger.“

Reichert ist vor seiner ersten Station als Pfarrer nicht nervös. „Ich freu mich schon richtig auf meine neuen Aufgaben.“ Er wolle den Leuten so von Gott erzählen, dass sie es verstehen. „Denn vieles ist in der Bibel nicht eindeutig.“ Reichert meint, „die Menschen sollen verstehen, dass Gott sich für jeden interessiert.“ Auch sonst wird er viel zu tun haben, denn Gottesdienste sind nicht die einzigen Aufgaben eines Pfarrers. Neben Taufen oder Beerdigungen stehen auch Besuche in Seniorenkreisen und Vereinen auf seinem Arbeitsplan. Doch er will vor allem für die Menschen da sein. „Soziales Engagement gehört zu meinen wichtigsten Aufgaben.“

Viel Freizeit bleibt ihm und seiner Frau Annette nicht. Seit dem Umzug nach Erding, muss die Kunsthistorikerin jeden Tag nach München pendeln. Wochenenden gebe es für einen Pfarrer leider nicht. „Wir müssen regelrecht um unsere Freizeit kämpfen“, sagt er. Wenn er wirklich frei hat, geht er ins Straßencafé und liest Zeitung. In den Urlaub zieht es ihn meistens nach Italien oder Südtirol. „Meine Frau und ich lieben alte Bauwerke“, verrät er.

Reichert wird am Sonntag nicht allein den Segen empfangen. Mit Johannetta Cornell und Florian Bracker hat er zwei Kollegen, die ihm richtig ans Herz gewachsen sind. „Während des Vikariats sind wir gute Freunde geworden“, sagt er über seine „Mitstreiter“. Die beiden werden allerdings nicht sofort als Pfarrer arbeiten. Cornell wird Religion an einem Gymnasium bei Passau unterrichten, und Bracker promoviert.

Seit Anfang September wohnt Bernd Reichert bereits in der Herzogstadt. Die Gottesdienste hat er allerdings noch den alteingesessenen Kletthamer Pfarrern überlassen. „Ich warte noch, bis ich offiziell fertig bin“, sagt er. Am Ende der Ausbildung angekommen, wird der neue evangelische Pfarrer erstmal ausgiebig mit seiner Familie feiern.

jd

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