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Neuer Erdinger Recyclinghof wird fünfmal so groß

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Von: Timo Aichele

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Über den Kreisverkehr an der Dachauer Straße wird der neue Recyclinghof (gelb) erreichbar sein. Grafik: Landratsamt
Über den Kreisverkehr an der Dachauer Straße wird der neue Recyclinghof (gelb) erreichbar sein. © Landratsamt Erding

Mit einer Kapazität von 270 Autos pro Stunde sollen auf dem künftigen Recyclinghof mit einer Größe von 5000 Quadratmeter Wartezeiten verhindert werden.

Erding – Der neue Erdinger Recyclinghof wird fast fünfmal so groß wie der bisherige am Rennweg. Das Areal an der Sigwolfstraße soll im Jahr 2023 in Betrieb gehen. „Der Erdinger wird sagen: Endlich“, sagte Andreas Neumaier von der Kreisverwaltung am Montag in der Sitzung des Ausschusses für Klima, Natur, Struktur, Verkehr und Umwelt. Das Gremium stimmte der Planung geschlossen zu, die die Stadt Erding mit dem Gewerbegebiet südlich der Dachauer Straße – also im Anschluss an das alte Areal mit Hagebaumarkt – bereits vorangetrieben hat.

Der Landkreis, der für die Müllentsorgung zuständig ist, übernimmt die Kosten von 5,61 Millionen Euro, darunter 690 000 Euro für die Erschließung sowie 4,92 Millionen Euro für den Bau. Die Investition schlägt aber nicht in einem einzigen Jahr auf die Müllgebühren durch. Für die Gebührenzahler werden die Ausgaben auf mehrere Jahre verteilt. Die Abschreibungsdauer für einen Recyclinghof beträgt 20 Jahre. Das ergibt mit Verzinsung knapp 292 000 Euro pro Jahr.

Die beiden Recyclinghöfe in Altenerding und Langengeisling sollen auch nach dem Neubau erhalten bleiben, um vor allem bei Grüngut dezentrale Entsorgungsmöglichkeiten zu bieten. Die Sperrmüllannahme wird künftig nicht mehr in Langengeisling, sondern am neuen Recyclinghof Erding untergebracht werden.

Neumaier erläuterte das Konzept für die neue Anlage auf etwa 5000 Quadratmetern. Durch eine Einbahnregelung solle die vollständige Trennung der Verkehrsströme erreicht werden, insbesondere die Trennung des Logistik- vom Besucherverkehr. Grüngut- oder Sperrmüll-Container könnten so auch während der Öffnungszeiten getauscht werden, ohne die Nutzer zu beeinträchtigen.

Durch die Größe des Recyclinghofes und die Anordnung der 36 Stellplätze könnten im Bedarfsfall mehr als 270 Pkw pro Stunde abgewickelt werden, erklärte Neumaier. „Das schaffen wir zur Zeit an einem ganzen Nachmittag.“

Diese Leistungsfähigkeit könne Auswirkungen auf die Öffnungszeiten haben, sagte Kreisrat und OB Max Gotz (CSU). Die Ausweitung der Zeiten „ist einzig und allein der räumlichen Enge und den Wartezeiten geschuldet“, erklärte er. „Wir müssen den Menschen schon sagen, dass wir kein Vollsortimenter sind“, so Gotz. Außerdem sei Personal für diese Aufgabe nicht so leicht zu bekommen: „Ein Spaß ist es nicht, dort zu arbeiten.“

Erreichbar wird die Anlage über einen Verkehrskreisel auf der Dachauer Straße sein. OB Gotz wies in diesem Zusammenhang auch auf einen vorbeiführenden Geh- und Radweg hin. Als Betriebsgebäude sind Sozialräume mit Büro, ein Annahmebereich für Kleinfraktionen sowie ein separates Lagergebäude vorgesehen. Durch tiefer gelegte Wertstoffcontainer an der Ostseite entfallen die Treppen. Die Haltespur, die tiefer gelegten Container sowie die Rücknahme der Elektroaltgeräte im Norden des Areals werden überdacht. Zudem ist im Bebauungsplan eine Nutzung von mindestens 50 Prozent der Dächer mit Photovoltaik vorgeschrieben, die in den Kosten enthalten ist.

Grünen-Kreisrat Dominik Rutz plädierte in diesem Zusammenhang dafür, zu prüfen, ob dies auch auf 100 Prozent ausgeweitet werden kann. „Der Recyclinghof braucht nicht so viel Strom“, antwortete Neumaier. Rutz pochte darauf, dass es hier nicht nur um den Eigenverbrauch gehen könne. Gotz wies wiederum recht harsch auf die Planungshoheit der Stadt Erding hin. Dies sei eine bereits abgestimmte Planung. Geprüft wird trotzdem.

Mit den Erschließungsarbeiten im gesamten Plangebiet wurde die KFB Baumanagement GmbH beauftragt. Dieser Bauträger koordiniert die gesamte Erschließung wie Beleuchtung, Straßen- und Leitungsbau im Gebiet. Darüber hinaus ist die KFB auch für Planung und Bau des Recyclinghofes zuständig. So können Erschließungs- und Tiefbauarbeiten zeitgleich stattfinden.

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