Baustelle: Das Gasthaus Zur Post in Erding wird gerade renoviert. Neuer Pächter ist Mario Pianka (r.). Er will Ende Oktober eröffnen. Darüber freut sich auch Matthias Vögele, Geschäftsführer der Fischer’s Wohltätigkeitsstiftung. Sie ist Eigentümerin des Gebäudes.
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Baustelle: Das Gasthaus Zur Post in Erding wird gerade renoviert. Neuer Pächter ist Mario Pianka (r.). Er will Ende Oktober eröffnen. Darüber freut sich auch Matthias Vögele, Geschäftsführer der Fischer’s Wohltätigkeitsstiftung. Sie ist Eigentümerin des Gebäudes.

Gastronom Mario Pianka will Ende Oktober wieder eröffnen – Umbaumaßnahmen

Erding: Neuer Wirt im Gasthaus Zur Post

  • Gabi Zierz
    vonGabi Zierz
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Seit fünf Monaten ist das Gasthaus Zur Post in Erding geschlossen. Jetzt steht der neue Pächter fest: Mario Pianka. Der 33-Jährige will Ende Oktober wieder eröffnen.

Erding – Das Gasthaus Zur Post ist eine gastronomische Institution in Erding. 35 Jahre lang hatten es Bernhard und Gisela Rötzer geführt. Mitte März hörten die beiden als Wirtsleute auf. Jetzt steht der Nachfolger fest. Es ist Mario Pianka (33). Der Sohn von Weißbräu-Wirt Uwe Pianka will die Post im Spätherbst wieder öffnen. Bis dahin ist noch viel zu tun.

„Die Post ist ein alteingesessenes Wirtshaus und wunderschön“, schwärmt Mario Pianka vom Stammhaus der Fischer’s Wohltätigkeitsstiftung, zu der früher auch die Stiftungsbrauerei gehört hat. Das Helle braut mittlerweile der Erdinger Weißbräu. Über die Brauerei sind Stiftung und Wirt in Kontakt gekommen. „Wir sind uns schnell einig geworden. Das war nicht so schwierig“, sagen Pianka und Matthias Vögele, Geschäftsführer der Fischer’s Wohltätigkeitsstiftung.

Gastronomische Erfahrung im Familienbetrieb gesammelt

Die Post ist Piankas erstes eigenes Projekt. An gastronomischer Erfahrung mangelt es dem 33-Jährigen aber nicht. Der gelernte Koch, der mit Ehefrau Daniela in Erding lebt, ist seit Jahren im Familienunternehmen, der Pianka Gastronomie, tätig. Er ist für drei Lokale und vier Poolbars in der Therme Erding und das Hotel Arooma an der Pferdeschwemmgasse zuständig. Vor drei Jahren beerbte Mario Pianka seinen Vater zudem als Volksfestwirt im Weißbräuzelt. Uwe Pianka konzentriert sich seither auf die beiden Weißbräu-Wirtschaften in Erding und Großhadern.

„Unser Ziel ist ein neues Lokal“, sagt Mario Pianka. Es soll kein zweites Weißbräu werden. Auch mit der Speisekarte will er eine andere Richtung einschlagen und eine kulinarische Reise von Bayern nach Südtirol anbieten – den einstigen Routen von Postkutschen nachempfunden. In Südtirol will Pianka auch auf Lieferantensuche gehen, damit alles „so authentisch wie möglich ist“.

Auch der Stiftung als Verpächterin sei diese Ausrichtung wichtig gewesen, betont Vögele. „Wir haben tolles Bier hier. Das kann man aber um interessante Weine ergänzen.“ Und davon gibt es in Südtirol bekanntlich einige.

Weithin sichtbar ist das kunstvoll gestaltete Schild, das am Gasthaus Zur Post angebracht ist. Im Hintergrund ist der Erdinger Stadtturm zu sehen.

In der Post wird sich einiges ändern: Die Fassade bekommt einen neuen Anstrich – ebenso Gaststube, Bauernstube und Kutscherstüberl. Das Hochzeitszimmer wird farblich neu gestaltet und bestuhlt. Die Theke wird vergrößert. Eine Großbaustelle ist die Küche: Dort wird alles erneuert, angefangen bei den Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen. Künftig wird es in der Post ein Behinderten-WC im Erdgeschoss geben. Dafür zieht die Mitarbeiter-Umkleide in den Keller.

Langfristiger Pachtvertrag

Pianka trägt die Kosten für Küche, Theke und Geräte, die Stiftung bezahlt alles, was mit dem Haus verbunden ist. Vögele geht von mindestens 300 000 Euro aus. Geld, das gut angelegt sei. Man sei es den Stiftern Friedrich und Katharina Fischer schuldig, dass man investiert. Schließlich heißt es in deren Testament, „dass sich die Gebäude in gutem baulichen Zustand befinden sollen“.

Lesen Sie auch: Aus nach 35 Jahren: Postwirte Bernhard und Gisela Rötzer hören auf

Beide Seiten streben eine langfristige Zusammenarbeit an. Auf dreimal fünf Jahre ist der Pachtvertrag ausgelegt. „Wir hoffen auf einen guten Start und sind optimistisch“, sagt Pianka – auch mit Blick auf die Corona-Krise. Gerade die Gastronomie hat unter der Pandemie und dem Lockdown im Frühjahr sehr gelitten, viele Lokale kämpfen ums Überleben.

Große Gaststube

„Corona hat viel Geld gekostet, aber wir sind noch da“, sagt Pianka. „Das Instrument der Kurzarbeit hat uns geholfen.“ Außerdem betreibe man viele Lokale – etwa in der Therme – auf Umsatzpacht. Der Gastronom sieht sich gut aufgestellt: „2019 war das beste Jahr in unserer Firmengeschichte.“

Dies trifft auch auf die Fischer’s Wohltätigkeitsstiftung zu. „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“, zitiert Vögele das alte Sprichwort. Denn: „Jeder Kaufmann weiß, dass es nicht immer nur in eine Richtung geht.“ Man dürfe nicht abheben, müsse mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben.

Die Vorteile der Post gerade in Corona-Zeiten seien die Raumhöhe von 3,50 Metern und die gute Lüftung. In der großen Gaststube könnten die Abstandsregeln gut eingehalten werden. „Ich hoffe, dass die Gäste gern wieder kommen werden“, sagt Pianka und schließt Stammtische mit ein. Er baut auf Personal aus den eigenen Reihen – und ist offen für Bewerbungen, auch von ehemaligen Post-Mitarbeitern.

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