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Ein Prosit auf die Neueröffnung: Bernhard Schweinberger, Andreas Brenninger, Josef Westermeier, die Wirte Peter Lingnau und Tom Eichloff sowie Werner Brombach (v. l.) stoßen auf die Herzogstubn an.

Neueröffnung am Kleinen Platz

Der Herzog kehrt nach Erding zurück

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Ab nächster Woche ist Erding um ein bayerisches Bierlokal reicher: Die Wirte Tom Eichloff und Peter Lingnau eröffnen am Kleinen Platz die Herzogstubn, eine Schwemme mit Bar und ein Restaurant mit 100 Plätzen. Für Stammgäste gibt es ein besonderes Angebot.

Erding - Josef Westermeier, Geschäftsführer des Erdinger Weißbräu, war voll des Lobes: „Ich habe sicher schon 1500 Lokale eröffnet, aber die Herzogstubn ist das erste, das vor der Zeit fertig wird.“ In der Tat: Ab kommender Woche bedienen die Wirte Tom Eichloff und Peter Lingnau („Fisch Bäda“) hier erstmals ihre Gäste. Die Wirtschaft befindet sich im Gebäude der Geschwister Bernhard und Matthias Schweinberger sowie Andrea Meinrath. Der Weißbräu hat es gepachtet und sich Lingnau sowie Eichloff als Wirte ausgesucht.

Bis zum Neustart war es ein auf den letzten Metern schlagzeilenträchtiger Weg. Bis vor zehn Jahren stand hier das Bistro Tagblatt, das vom Leonardo abgelöst wurde. Als die Brauerei den Vertrag mit Wirt Nino Filippetti unter anderem mit der Begründung nicht verlängerte, dass in dem Café zu wenig Bier verkauft werde, schäumte die Erdinger Seele (wir berichteten).

Zum Jahresende schloss das Leonardo, die Handwerker zogen ein. Der Altenerdinger Bauunternehmer Harald Irl berichtet, „dass es erst einmal einen kapitalen Wasserschaden gab“. Das gesamte Mauerwerk auf der nördlichen Seite sei daraufhin saniert worden. „Aber auch sonst ist fast alles neu – und das in nur acht Wochen.“

In der Tat, die Herzogstubn kann sich sehen lassen. Der Name geht auf den Wittelsbacher Herzog Ludwig der Kelheimer zurück, der 1228 Erding zur Stadt erhoben hat.

Das Lokal ist zweigeteilt. Es gibt ein Restaurant mit 50 Plätzen, das sich für Feiern abtrennen lässt. Das Herzstück bildet die Schwemme mit Bar und gemütlichen Tischen für weitere 50 Gäste. Die Wände sind halbhoch mit Holz vertäfelt. Eine Besonderheit in der Herzogstubn sind die Krug-Schränke, deren 80 Fächer an Stammkunden vermietet werden. Für 30 Euro im Jahr gibt es zweimal jährlich Speis und Trank aufs Haus – am 23. April zum Tag des Reinheitsgebots und am 27. Dezember, das Datum, an dem die Familie Brombach die Brauerei übernommen hat. Zwei Details sind neben den alten Bildern und einer schmucken Lampe aus dem Geweih einer Gams ein Hingucker: ein Wandschrankerl mit Schnaps und eines für Schnupftabak.

Auch die Karte spricht die Sprache der bayerischen Wirtshauskultur. So gibt es unter anderem Essigknödel für 3,50 Euro, Kasspatzn und Fleischpflanzerl für je 4,50 Euro, Tatar vom bayerischen Bullen für 13,50 Euro, Lachstatar für 14 Euro, Rinderbraten von der Hochrippe für 18,50 Euro oder Zwiebelrostbraten aus der Rinderlende für 21,50 Euro. Alle Gerichte werden vor Ort gekocht und zubereitet. Geöffnet ist die Herzogstubn täglich von 10 bis 24 Uhr, freitags und samstags bis 1 Uhr.

Lingnau und Eichloff setzen auf ein Team von 15 Mitarbeitern. Eichloff hat bis vor wenigen Wochen das Buonavista direkt gegenüber der Herzogstubn am Kleinen Platz betrieben, Lingnau ist den Erdingern bestens durch seinen Fischverkaufsstand auf dem Herbstfest und seine Bratwürstl auf dem Christkindlmarkt bekannt.

Eine bedrohliche Konkurrenz für die bestehende Gastronomie vermag Andreas Brenninger vom Weißbräu nicht zu erkennen. Er erinnert an die unlängst geschlossenen Lokale Mayr-Wirt und Adlberger. Lingnau und Eichloff berichten von ersten Stammtisch-Anfragen.

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