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Konzentration und Trittsicherheit sind auf dieser durchaus wackeligen Hängebrücke gefragt. Die Erdingerin Christine Pösl-Rickert geht aufmerksam voran. Die SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus hatte Senioren zum Testen des Aktivbandes eingeladen.

Mit Einführung von Trainerin Margit Schulte

Neues Aktivband im Stadtpark: Senioren machen den Test

Im Stadtpark stehen neue Sportgeräte. Am Mittwochmorgen trafen sich knapp 20 Senioren um das Aktivband auszuprobieren.

ErdingSpaziergänger, Jogger und auch Radfahrer schätzen den Stadtpark seit Jahren. Nach der Neugestaltung westlich der Sempt steigt jetzt auch das Sportangebot. Einige Erdinger haben es jetzt getestet.

Aktivband nennt sich der Bereich, in dem verschiedene Sportgeräte aufgebaut sind. Dass diese auch für die nicht mehr ganz Jungen geeignet sind, das testeten Mitglieder der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus mit Seniorenreferentin Jutta Harrer. Mit dabei: 18 Senioren und Margit Schulte, die ihnen die Funktionsweisen der Geräte zeigte.

„Sport verbindet und setzt Glückshormone frei“

Schulte ist Toningenieurin und arbeitet als Trainerin in der Turnabteilung des TSV Erding. Sie hat sich speziell für Seniorensport ausbilden lassen. Bei der 52-Jährigen turnt auch SPD-Stadträtin Harrer privat. So entstand die Idee, gemeinsam im Stadtpark zu sporteln. Schulte sagte sofort zu: „Mit steigendem Alter werden die Menschen einsamer, weil zum Beispiel die Kinder wegziehen. Da ist es wichtig, dass man sich mit anderen treffen und im Freien ein bisschen Sport treiben kann“, sagte sie. Sport verbinde und setze Glückshormone frei.

Vor gesammelter Runde packte Schulte einen Lautsprecher aus, verteilte Thera-Bänder für die Übungen und schaltete die Musik ein. Nach dem gemeinsamen Aufwärmen mit Kniebeugen und Hüftkreisen ging es an die erste Station – auf einen gewellten Balken. Dort war Gleichgewicht gefragt. An jeder Trainingsmöglichkeit zeigte Schulte Übungen in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Dann durften die Senioren die Geräte selbst testen. Diejenigen, die gerade nicht damit beschäftigt waren, vertrieben sich die Zeit mit Dehn- und Kraftübungen mit dem Terra-Band.

„Alles ist ein Sportgerät“

Ohne Schultes Einführung hätte sich die Bedienung der Geräte für Menschen ohne Vorwissen schwierig gestaltet. Es sind zwar kleine Schilder angebracht, auf denen die Übungen abgebildet sind. Aber sie sind nicht größer als eine Postkarte und werden leicht übersehen. „Es werden noch größere Schilder angebracht, die sind aber noch nicht fertig“, erklärte Harrer dazu. Dass die Taferl so klein sind, störte Trainerin Schulte wenig. Immer wieder forderte sie die Senioren auf: „Bleibt kreativ, lasst euch selbst Übungen einfallen. Man kann so viel Verschiedenes machen. Das alles kann gar nicht auf einem Schild stehen.“

Beim Spaziergang von Station zu Station wurde nichts ausgelassen. Auch an der Treppe und an den Sitzbänken blieb die Trainerin stehen und zeigte einfache Übungen: „Man kann alles dafür hernehmen. Im Grunde ist alles ein Sportgerät.“ Es sei sehr wichtig, dass Senioren auch zu Hause Übungen machen, um fit zu bleiben. „Wenn man auf einem Bein steht, trainiert man beispielsweise das Gleichgewicht und den Rücken“, sagte Schulte. „Das kann man jeden Tag beim Zähneputzen machen. Täglich fünf Minuten sind auf das Jahr gerechnet immens“, betonte sie.

„Sportgeräte, keine Spielsachen“

Als die Gruppe schließlich an einer Reihe von hürdenartigen Edelstahl-Stangen vorbeikam, blieben einige Senioren stehen und warteten gespannt, welche Übung sich Schulte hier einfallen lässt. Die Trainerin konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: „Das sind Fahrradständer, keine Übungsgeräte.“ Nach dem Gelächter ging sie trotzdem zu den Ständern und animierte die Senioren zum Slalomlauf. Das hat ganz wunderbar funktioniert. Eine Bitte hatte Schulte: „Diese Geräte sind nicht für nebenbei. Man muss sich immer zu 100 Prozent auf die Übung konzentrieren. Das sind keine Spielsachen.“

„Die Idee für das Aktivband stammt aus Taufkirchen“, verriet der Erdinger SPD-Stadtrat Horst Schmidt. Auch er probierte die meisten Geräte selbst aus. An der Vils ist der Bürgerpark ähnlich konzipiert. Das Angebot kommt gut an. Ob die Erdinger Senioren das Aktivband im Stadtpark so begeistert nutzen werden, bleibt abzuwarten. Einige Teilnehmer wie Christine Pösl-Rickert kündigten jedenfalls schon mal an: „Ich radle ständig durch den Park. In Zukunft werde ich auf jeden Fall ab und an am Aktivband stehen bleiben, um ein paar Übungen dort zu machen.“

Mayls Majurani

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