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Volles Haus hatte Professor Bernd Päffgen beim Einführungsvortrag zum dritten Sommersymposium des Archäologischen Vereins.

Sommersymposium

Neues vom alten Petersbergl

Erding – Die archäologische Erforschung Erdings verspricht noch viele spannende Entdeckungen. Das machte das 3. Sommersymposium deutlich.

Das Sommersymposium des archäologischen Vereins in Erding bestätigt einmal mehr die alte Weisheit: „Wenn etwas das dritte Mal stattfindet, dann ist es eine Tradition.“ Das mit der Tradition erwähnten am Samstag gleich drei Redner, darunter Oberbürgermeister Max Gotz, der die Veranstaltung offiziell eröffnete.

Zehn Referenten gestalteten den Nachmittag mit Kurzbeiträgen, unterbrochen nur durch eine Kaffeepause. Sie alle beleuchteten Teilgebiete des großen Forschungsprojekts „Erding im ersten Jahrtausend“ und lieferten ganz nebenbei einen Verwendungsnachweis für die öffentlichen Mittel auch der Stadt Erding, die in dieses Projekt fließen.

So kamen, zusammengestellt von Professor Bernd Päffgen von der Uni München, vor allem junge Forscher zu Wort: Nachwuchswissenschaftler, die ihre Bachelor-, Master- oder Doktorarbeiten präsentieren konnten. Die Gäste im vollen Museumsfoyer konnten also teilhaben am aktuellen Forschungsstand.

Beim Symposium 2015 war der sensationelle Nachweis der Justinianischen Pest ab 541 in der Gegend bekanntgemacht worden. Nun wurden neue Erkenntnisse dazu vorgetragen. Die Referate befassten sich zu einem erheblichen Teil mit Gräbern und deren Erforschung. Das veranlasste allerdings Jochen Haberstroh vom Landesamt für Denkmalpflege zu einer kritischen Bemerkung: 90 Prozent des Lebens der Menschen habe sich in den Siedlungen abgespielt. „Davon wissen wir aber archäologisch fast nichts.“ Darum sei es gut, wenn sich auch Vorträge mit Siedlungen befassen.

Einen davon hielt Marc Militz, der sich in seiner gerade begonnenen Doktorarbeit mit dem Altort Altenerding befasst. „Erste Schritte der archäologische Aufarbeitung rund um das Petersbergl und am Gaugrafenweg“ hatte er seinen Beitrag überschrieben. In diesem Zusammenhang nannt es Päffgen ein „Schandmal“, dass die Kirche, die 1807 zu einem Wohnhaus umgebaut worden war, 1967 abgebrochen wurde. „Das würde man heute anders machen“, sagte der Professor.

In Klettham ist hochwertiges Geschirr gefunden worden, das eindeutig aus Tunesien stammt. Es muss also noch entsprechende Handelswege gegeben haben. Bekannt ist, dass um diese Zeit noch römische Militärstrukturen bestanden haben. Wenn sich jetzt herausstellen sollte, dass das Gräberfeld spätrömisch ist, könnte das eine völlige Neubewertung zur Folge haben, so Päffgen in seinem Einführungsvortrag weiter.

Neue Methoden der Kartierung der Funde lassen Zusammenhänge deutlich werden, die bisher nicht ins öffentliche Bewusstsein gerückt sind. So konzentrieren sich viele Funde entlang der „Sempttalstraße“, wie die Forscher eine alte Römerstraße genannt haben. Erhalten sind erhebliche Mengen von Perlen, die die Damen getragen haben. „Die liegen uns schwer im Magen“, bekannte Päffgen. „Da ist noch viel zu tun.“ Nach Lage der Dinge ist der Stoff für viele Sommersymposien in den kommenden Jahren gesichert.

Klaus Kuhn

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