1 von 4
Großbaustelle Landshuter Straße: Vor dem neuen Rathaus, dessen Fassade noch eingerüstet ist, laufen die Kanalbauarbeiten des Abwasserzweckverbandes. Auch mit dem Tunnel wurde schon begonnen.
2 von 4
Schöne Aussichten: Den Stadtturm und den Turm des Frauenkircherls hagt Stadtbaumeister Sebastian Henrich vom Treppenhaus des neuen Rathauses aus im Blick.
3 von 4
Tunnel-Eingang: Hier geht‘s mal durch zum bestehenden Rathaus auf der gegenüber liegenden Straßenseite.
4 von 4
Lichteinfall bis ins Erdgeschoss: Dafpr sorgen das offene Treppenhaus und die Dachfenster.

Baustellen-Besuch

Neues Erdinger Rathaus: Arbeitsplatz mit Ausblick

  • Gabi Zierz
    vonGabi Zierz
    schließen

Moderne Fassade, funktionales Innenleben: Seit 2019 wird am neuen Erdinger Rathaus, Landshuter Straße 4, gebaut. Im Spätherbst soll das 25 Meter tiefe Gebäude bezugsfertig sein.

Erding– Moderne Fassade, funktionales Innenleben: Seit vergangenem Jahr wird am neuen Erdinger Rathaus an der Landshuter Straße 4 gebaut. Im Spätherbst soll das 25 Meter tiefe Gebäude samt Nebenbau im Rücken bezugsfertig sein. Ein Besuch auf der Baustelle.

8,4 Millionen Euro investiert die Stadt Erding in die zusätzlichen Verwaltungsräume. Die seit vielen Jahren beengte Platzsituation im Grafenstock gegenüber hatte das neue Rathaus als Erweiterung der Stadtverwaltung notwendig gemacht. Der umstrittenste Teil liegt unter der Straße: der knapp 30 Meter lange Tunnel, der die beiden Häuser miteinander verbindet. Er wird gerade im Zuge der umfangreichen Kanalarbeiten in der Landshuter Straße gebaut. Weite Teile der Innenstadt sind betroffen – und gesperrt, denn am Schrannenplatz – zwischen Sparkasse und Modehaus Kraus – erneuert der Abwasserzweckverband auch das Rückhaltebecken.

In dem früheren Wohn- und Geschäftsgebäude an der Landshuter Straße war zuletzt die Hypovereinsbank untergebracht, dann stand es lange leer, ehe es die Stadt Ende 2014 kaufte. Der Neubau verfügt über eine Nutzfläche von rund 1300 Quadratmetern – verteilt auf fünf Stockwerke: Keller, Erd- und zwei Vollgeschosse sowie Dachgeschoss. Dort werden vor Jahresfrist das Bürgerbüro mit Einwohnermelde- und Passamt (EG), das Standesamt (1. OG), das Sozialamt (2. OG) und das Ordnungsamt (2. OG und DG) einziehen. Im Keller sind Technik, Lager und Archivräume, aber auch Umkleiden für die Verkehrsüberwacher untergebracht.

Architekt Karl-Heinz Walbrunn aus Emling hat das Gebäude entworfen. Für die Fassade gab es einen eigenen Wettbewerb, in dem sich der zurückhaltende und schnörkellose Entwurf des Büros Diezinger Architekten aus Eichstätt durchsetzte. Sie hatten auch das neue Dorfener Rathaus geplant.

So unaufdringlich die Fassade des Neubaus in Erding in ihrer Gesamtheit ist, so markant sind einige Details: etwa die zurückgesetzten Fenster auf der Ostseite, um den Mindestabstand zum Nachbargebäude einzuhalten.

Besonders ins Auge sticht das große Erker-Fenster des Trausaals im ersten Stock. Es bietet einen herrlichen Blick auf die Altstadt mit dem Schönen Turm. Überhaupt spielen Ein- und Ausblicke eine große Rolle, denn das neue Rathaus hat wegen der Nachbargebäude von Süden (Rückseite) und Westen kein natürliches Licht, wie Stadtbaumeister Sebastian Henrich beim Rundgang durch die Baustelle verdeutlichte. Deshalb ist das Treppenhaus als offene Galerie gestaltet. Es wird noch mit filigranen Glasscheiben geschlossen – aus Sicherheits- und Brandschutzgründen. Großflächige Dachfenster ermöglichen jedoch den Lichteinfall bis ins Erdgeschoss.

Den gut 15 Meter hohen Aufzugschacht, der vom Keller bis unters Dach reicht, übersieht man auf den ersten Blick fast. Er liegt versteckt hinter einer Wand. Ein zweites Treppenhaus auf der Rückseite des Baus dient als Fluchtweg. Alle Fenster sind aus Eichenholz – mit Dreifachverglasung und Alu-Deckschale außen. Hinter Wänden, in Schächten und im Boden verborgen sind die vollautomatisierte Belüftung, Kühlung und Heizung. „Nur im Keller gibt es Heizkörper“, so Henrich. „Wir liegen im Kostenrahmen“, sagt er zufrieden – „knapp, aber dennoch“. Ob sich die Baukosten durch die Corona-Pandemie reduzieren werden, vermag er nicht zu sagen. „Das wird sich bei den nächsten Ausschreibungen zeigen.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Covid-Fall in Erdinger Gymnasium
Covid-Fall in Erdinger Gymnasium
Immobilienpreise explodieren: Absurde Zahlen für Landkreis im Münchner Umland aufgetaucht
Immobilienpreise explodieren: Absurde Zahlen für Landkreis im Münchner Umland aufgetaucht
Immobilienpreise: Jedes Jahr eine Explosion
Immobilienpreise: Jedes Jahr eine Explosion
Windhund steckt in Schacht fest
Windhund steckt in Schacht fest