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Neues Kleiderlager dringend gesucht

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Kleidung, Spiele und einiges mehr gibt es im Kleiderladen der Flüchtlingshilfe Erding im ehemaligen Postgebäude am Bahnhof. Dort befinden sich auch die Räume der Tafel Erding. Im Kleiderladen, der momentan geschlossen ist, engagieren sich viele Ehrenamtliche, auch die beiden Vorstandsmitglieder Susanne Pirsch und Stefan Lanio.
Kleidung, Spiele und einiges mehr gibt es im Kleiderladen der Flüchtlingshilfe Erding im ehemaligen Postgebäude am Bahnhof. Dort befinden sich auch die Räume der Tafel Erding. Im Kleiderladen, der momentan geschlossen ist, engagieren sich viele Ehrenamtliche, auch die beiden Vorstandsmitglieder Susanne Pirsch und Stefan Lanio. © Sebastian Voichtleitner

Erding - Die Flüchtlingshilfe Erding sucht dringend ein neues Lager für die gespendete Kleidung, die sie an Bedürftige im Landkreis und darüber hinaus verteilt.

Die Flüchtlingshilfe Erding ist vielen Bürgern vor allem aus der Krise im Herbst 2015 bekannt. Tausende Migranten aus Krisengebieten auf der Welt waren damals im Warteraum Asyl im Fliegerhorst untergebracht. Die Flüchtlingshilfe war rund um die Uhr zur Notversorgung vor Ort und verteilte Kleidung, Hygieneartikel, Tee und Zuspruch. Doch wer glaubt, dass der Verein ausschließlich Geflüchteten seine Hilfe anbietet, der irrt.

Seien es alleinerziehende Mütter, Obdachlose oder andere Hilfsorganisationen – die Flüchtlingshilfe Erding versucht, jedem mit Sachgütern zu helfen. „In unserem Kleiderladen am Bahnhof in Erding gibt es nicht nur Kleidung, sondern auch Spielzeug, das wir an die Bedürftigsten weitergeben“, erklärt Susanne Pirsch. Sie engagiert sich im Vorstand des Vereins.

130 Kategorien an Kleidung gibt es im Laden, der aktuell wegen der Corona-Pandemie allerdings geschlossen ist. Von Babykleidung bis zur Herrenjacke, Schuhen in allen Größen bis hin zu Haushaltsartikeln ist dort alles zu finden. Vor der Pandemie wurden damit nach Auskunft des Vereins 500 Kunden im Monat versorgt.

Die Flüchtlingshilfe ist aber auch Partner für über 100 andere Organisationen und seit 2019 Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband. So hat sie beispielsweise Schultafeln der Montessori-Schule nach Gambia vermittelt, die Zollabfertigung und den Transport über 6000 Kilometer organisiert. Auch hunderttausende Kuscheltiere oder hunderte Packungen Lego finden ihren Weg in Kinderheime, Behinderteneinrichtungen und Kinderkrankenhäuser.

Volle Kartons stapeln sich im Kleiderlager des Vereins im Fliegerhorst. Dort muss die Flüchtlingshilfe allerdings raus und sucht deshalb dringend eine kostengünstige Halle.
Volle Kartons stapeln sich im Kleiderlager des Vereins im Fliegerhorst. Dort muss die Flüchtlingshilfe allerdings raus und sucht deshalb dringend eine kostengünstige Halle. © Esther Bauer

Sein Lager hat der Verein im Fliegerhorst Erding, wo auf rund 500 Quadratmetern palettenweise Spenden sortiert werden. Bis auf Geschäftsstellenleiterin Sabrina Tarantik arbeiten alle Helfer ehrenamtlich und ohne Aufwandsentschädigung. Anders sei dies auch nicht möglich, betont Pirsch: „Wir haben zwar für die Sachspenden keinen Aufwand, jedoch müssen natürlich Kosten für Versicherungen, Verpackungsmaterial, Transporte und Verwaltung beglichen werden. Wir finanzieren das ausschließlich aus Spenden.“

Mit Blick auf das Zentrallager im Fliegerhorst zeigt sich Vorstandsmitglied Stefan Lanio besorgt: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir die Halle verlassen müssen. Schließlich soll hier ein neuer Erdinger Stadtteil entstehen.“ Und dann entstünden erst die richtigen Probleme: Die Flüchtlingshilfe darf das Lager nämlich bislang mietfrei nutzen, was bei einem Umzug in ein neues Gebäude wohl nicht mehr der Fall sein dürfte. Deshalb hat der Verein einen Aufruf gestartet: „Wir wollen auch in Zukunft für die Menschen da sein, die Hilfe benötigen und denen wir mit Kleidung, Spielzeug und anderem eine Freude machen können. Dafür brauchen wir aber Unterstützung“, sagt Pirsch.

Deshalb ist die Flüchtlingshilfe für jeden Hinweis auf eine geeignete Gewerbeimmobilie – am besten in Erding oder Umgebung – dankbar. Wer eine kostengünstige Lagermöglichkeit hat oder kennt, kann sich per E-Mail an info@fluechtlingshilfe-erding.org oder unter Tel. (01 73) 7 21 38 17 melden. Weitere Infos über den Verein gibt es im Internet auf www.fluechtlingshilfe-erding .org.

SEBASTIAN VOICHTLEITNER

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