1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding
  4. Erding

Neues Netzwerk: Kampf dem vermeidbaren Tod

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Erding - Sie sind unsichtbar und extrem gefährlich: Multiresistente Erreger breiten sich auch in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen im Landkreis Erding immer weiter aus.

Der Bekämpfung multiresistenter Erreger widmet sich jetzt ein eigenes Netzwerk. Die Zahl, die Landrat Martin Bayerstorfer in der Jahrespressekonferenz nannte, ist alarmierend. Nahezu jeder Fünfte trägt den Erreger mit dem Namen MRSA in sich. Vor allem ältere Menschen sind betroffen. Das für sich ist noch nicht gefährlich.

Bedrohlich wird’s erst dann, wenn MRSA-Keime, die den Kampf gegen die gängigen Antibiotika meist spielend für sich entscheiden, bei einem Patienten mit schwachem Immunsystem die Überhand gewinnen. Für Bayerstorfer ist es „erschreckend, dass es immer häufiger Erkrankte gibt, die in der Folge einer Infektion mit MRSA-Erregern an Lungenentzündung oder Blutvergiftung sterben“.

Vor den multiresistenten Erregern können kranke und damit schwache Menschen vor allem durch größtmögliche Hygiene in Kliniken und Heimen geschützt werden. Um hier möglichst rasch Fortschritte zu erzielen, hat sich im Landkreis Erding das Netzwerk Multiresistente Erreger gegründet. Initiiert hatte den Runden Tisch bereits 2009 der damalige Gesundheitsamtsleiter Dr. Wolfgang Hierl, mittlerweile ins bayerische Gesundheitsministerium gewechselt. Nun liegt die Verantwortung bei Dr. Kathrin Mariß-Heinrich und Dr. Bodo Königstein von der Abteilung Humanmedizin der Kreisverwaltung.

Der Landrat berichtete, dass zum ersten Treffen Ende November Vertreter der Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen, Alten- und Pflegeheime sowie der ambulanten Dienste zum Kennenlernen zusammengekommen seien. „Die große Resonanz hat uns gezeigt, dass ein ernsthaftes Interesse am Aufbau eines lokalen Netzwerkes besteht“, so Bayerstorfer. Alle sechs Monate will man sich künftig treffen, das nächste Mal im Mai 2011.

Erstes Ziel des MRSA-Netzwerks: die gemeinsame und einheitliche Umsetzung einer Empfehlung des Robert-Koch-Instituts zur Infektionsprävention in den jeweiligen Einrichtungen. Denn die Experten eint das Wissen, dass auch das Personal eine wichtige Rolle spielt, wenn man die Übertragung des mitunter tödlichen Erregers von Patient zu Patient verhindern möchte. Eine wirksame Waffe gegen MRSA ist dabei, infizierten Patienten in isolierten Räumen nur in Einmal-Schutzkleidung zu begegnen, um die Keime danach nicht ins Zimmer nebenan zu tragen.

Auch interessant

Kommentare