Am Kreisverkehr vor dem Parkfriedhof Altenerding an der Itzlinger Straße wird das Wohngebiet entstehen. 
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Am Kreisverkehr vor dem Parkfriedhof Altenerding an der Itzlinger Straße wird das Wohngebiet entstehen. 
Sieben Wohngebäude sind im Thermengarten-Süd geplant. Für Missfallen bei den Anwohnern sorgt ein bis zu 26 Meter hohes Wohnhaus (unten rechts).
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Sieben Wohngebäude sind im Thermengarten-Süd geplant. Für Missfallen bei den Anwohnern sorgt ein bis zu 26 Meter hohes Wohnhaus (unten rechts).

Geplante Bebauung am Thermengarten missfällt Nachbarn 

Neues Wohngebiet in Erding: Widerstand gegen 26-Meter-Hochhaus

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Sieben Wohngebäude sind im Thermengarten am Stadtrand von Erding geplant: Ein 26 Meter hoher Wohnturm missfällt den Nachbarn - und dem  Wohnungsreferenten.  

Erding – Es war die erste Sitzung seit des Corona-Katastrophenfalls. Die Stadträte im Planungs- und Bauausschuss saßen am Donnerstagabend weit auseinander, auch der Besucherraum war ausgedünnt worden, auf dem Tisch stand Desinfektionsmittel. Das Bemühen der Stadt, Wohnraum zu schaffen, muss auch in Zeiten der Ausgangssperre weitergehen.

Auf der Tagesordnung stand ein nicht unumstrittener Bebauungsplan: Im Thermengarten Süd sollen am Kreisverkehr Sigwolfstraße/Am Wasserwerk sieben größere Gebäude mit zahlreichen Wohnungen entstehen. Im Fokus steht ein bis zu 26 Meter hohes Wohnhaus direkt am Kreisverkehr. Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens musste der Ausschuss die Einwendungen diskutieren. Vor allem die Nachbarn in der bereits bestehenden Siedlung wehren sich gegen den Wohnturm. Es gibt aber noch andere Kritikpunkte.

„Wir bringen Gewaltiges auf den Wohnungsmarkt“, kündigte OB Max Gotz (CSU) zur Beginn der Debatte an. Einigen sind die Pläne zu gewaltig. Ein Anlieger merkt in seiner Stellungnahme an, das Hochhaus sei „ein Klotz, der die umliegenden Gebäude geradezu erdrückt“. Das Gesamtbild der Siedlung werde „zerstört“.

Anwohner fürchten Verschattung der Nachbarhäuser 

Andere Nachbarn warnen vor einer Verschattung der umliegenden Gebäude und verlangen eine Reduzierung auf 12,5 Meter, die Höhe des angrenzenden Geschosswohnungsbaus. Mehrere Anlieger drohen mit Klagen.

Für Unbehagen sorgt aber auch die Vorstellung des Stadtrates, kleinere Geschäfte und Cafés zuzulassen. Dies würde zu einem Parkchaos führen, da die Stellplätze vor allem in einer Tiefgarage angelegt werden sollen. Auch bitten die Nachbarn darum, die Erschließungsstraße nicht zu öffnen, sonst drohe ein Schleichweg von der Sigwolfstraße zum Kreisverkehr an der Therme.

Ein Anwohner warnt vor einem Verkehrskollaps an der Einmündung der Erschließungs- auf die Sigwolfstraße. Gegenüber befinde sich die Bajuwarenstraße. Dort bildeten sich schon heute lange Staus.

In die Kritiker reihte sich Grünen-Stadtrat Herbert Maier ein. Auch er empfand den Wohnturm als zu hoch. Lieber sollte man die daneben liegenden Gebäude aufstocken.

Stadtplaner: Hochhaus setzt städtebaulichen Akzent

Gotz, Stadtbaumeister Sebastian Henrich und Lolita Liening vom Stadtplanungsamt versuchten, die Kritik zu zerstreuen. Der OB erklärte, mehr Wohnraum sei dringend erforderlich. „Um Grund und Boden zu sparen, müssen wir stärker in die Höhe bauen. Wir müssen jetzt Farbe bekennen.“ Liening wies darauf hin, dass „wir mit dem Hochhaus einen städtebaulichen Akzent setzen wollen“. Henrich sekundierte: „Wir befinden uns im Bebauungsplanverfahren. Ob das Haus wirklich 26 Meter hoch ist, wissen wir erst, wenn der Bauantrag vorliegt.“

Zu hoch: Wohnungsreferent Maier (Grüne) stimmt dagegen

Den wird eines Tages ein Investor einreichen, der das gesamte Areal bebauen will. Über den sagte Gotz, es liefen konstruktive Gespräche. Mehrere Wohnungen sollen barrierefrei errichtet werden – „und genau das brauchen wir dringend“. Zur Verschattung erklärte Henrich, natürlich werde es die geben. Darauf werde bei der Ausrichtung der Zimmer geachtet. Laut einem Gutachten kann der Verkehr weiter fließen, zumal auf der Sigwolfstraße eigene Abbiegespuren aufgebracht würden. Die Siedlung selbst sei verkehrsberuhigter Bereich, so Henrich.

Horst Schmidt (SPD) meinte, Wohnungsbau müsse Vorrang haben. Und Hans Balbach (Erding Jetzt) blickte auf die Hochhäuser „Max & Moritz“ in Altenerding. „Das gibt es auch keine Probleme.“

Gegen den Bebauungsplan stimmte am Schluss nur Maier. Gotz wunderte sich: „Ausgerechnet der Wohnungsreferent ist dagegen. Bemerkenswert.“

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