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Es war 2017 das spektakulärste Projekt. Den vierten Archäologiepreis gewannen Susi Mörth und Rolf Böker. 

Neujahrsempfang des Archäologischen Vereins 

Erding, Heimat der Römer und Karolinger

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Experten gehen davon aus, dass in Bayern erst zehn bis 20 Prozent der Bodendenkmäler bekannt sind. Dass es im Landkreis Erding etwas mehr sein dürften, ist auch dem Archäologischen Verein zu verdanken. Beim Neujahrsempfang zog Vorsitzender Harald Krause Bilanz.

Erding – Was die Sicherung von Bodendenkmälern betrifft, ist die Stadt Erding so fortschrittlich, dass sich selbst das Stadtarchiv Wien unlängst erkundigt hat, worauf der Erfolg in der Herzogstadt beruht. Das berichtete Harald Krause, Leiter des Museums Erding und Vorsitzender des Archäologischen Vereins Erding (AVE) beim Neujahrsempfang am Montagabend.

So bekomme der ehrenamtlich tätige Stadtheimatpfleger Wilhelm Wagner alle Bauanträge auf den Tisch, damit Funde gesichert werden können, ehe die Bagger anrücken. 81 Stellungnahmen habe Wagner 2017 verfasst.

Hinzu komme, so Krause vor über 100 Gästen im Museumsfoyer, dass Grabungsfirmen und Ehrenamtliche in Erding gut zusammenarbeiteten. Das heißt: Der Bauherr bekommt seinen Grund so schnell wie möglich zurück. Die Kosten, so Krause, müsse er dennoch tragen. Trotzdem stelle er eine zunehmende Akzeptanz fest.

Als herausragendes Ereignis für die Archäologie in Erding bezeichnete Krause die Freilegung des karolinigischen Königshofs in Altenerding, der mit dem gegenüber liegenden Petersbergkircherl im achten und neunten Jahrhundert das kirchliche wie weltliche Zentrum der Region dargestellt habe (wir berichteten). 32 Archäologen hätten 1800 Stunden aufgewendet.

In der Haager Vorstand in Erding wurden laut Krause Gräber gefunden, die auf das Zeitalter der Bajuwaren, sprich das siebte und achte Jahrhundert hindeuteten. Nur wenige Meter entfernt, auf der Rathausbaustelle, sei man auf alte Mauern und Holzwände gestoßen.

Die Römer seien in der Freisinger Siedlung nachgewiesen worden. Krause berichtete von Überresten von Nägeln und Glas. Auch in Erding-West, auf dem Erdbeerfeld, seien Siedlungsspuren aus der römischen Kaiserzeit entdeckt worden, darunter Schmuck und Knöpfe.

Erfolgreich waren Grabungen aber nicht nur in der Stadt, sondern auch im Landkreis. Gegen den Widerstand eines Eigentümers sei man in Oberding fündig geworden – frühbronzezeitliche Keramik sowie eine Falle, in die ein Hirsch gegangen war. Aus der Bronzezeit stammen auch einige Scherben, die beim Bau eines Hühnermast-Stalls in Salmannskirchen ans Tageslicht kamen.

Im Boden des neuen Dorfener Rathauses steckten laut Krause Reste von Holzkonstruktionen aus dem Mittelalter – dank des hohen Grundwasserstands erstaunlich gut erhalten.

Vergleichsweise gering, bedauerte der Museumsleiter, sei die Ausbeute auf der Trasse der Erdgasleitung Monaco 2 quer durch den südlichen Landkreis gewesen.

Bedauerlich sei, wie mit Bodendenkmälern in Mitterlern, nämlich Grablegen aus dem frühen Mittelalter, umgegangen werde. Jeder Bauherr in der neuen Siedlung sei selbst verantwortlich. Besser wäre gewesen, daraus ein Projekt unter einer Verantwortung zu machen. „Der Fall zeigt, auch bei uns gibt es noch Verbesserungsbedarf“, so der Wissenschaftler.

Den vierten Archäologiepreis verlieh Krause an zwei langjährige und sehr engagierte AVE-Mitglieder: Susi Mörth und Vize-Vorsitzenden Rolf Böker. Er organisiere nicht nur Exkursionen, sondern dokumentiere auch die Arbeit im Verein. Mörth stehe ihm tatkräftig zur Seite. Bei den Preisen handelt es sich um an die Keltenzeit angelehnte Bronzegüsse.

OB Max Gotz lobte das Engagement des AEV und die enge Verzahnung mit der Universität München. „Neubürger sollen erfahren, auf welch historischem Boden sie stehen. Und die Einheimischen erfahren eine Pflege ihrer Wurzeln.“

Von Hans Moritz

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