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Begrüßten mit 500 Erdingern das neue Jahr: Die Münchner Symphoniker gaben in der Erdinger Stadthalle ein Neujahrskonzert.

Neujahrskonzert in der Stadthalle

Von Liebesleid bis Liebesfreud

In unterschiedliche Gefühlswelten entführten die Münchner Symphoniker das Erdinger Publikum beim Neujahrskonzert am Sonntagabend in der Stadthalle. Schauspieler Gerd Anthoff überraschte mit seiner Stimme.

Erding – Für das Neujahrskonzert gastierten die Münchner Symphoniker in der Erdinger Stadthalle. Mit einem gemischten Programm unter der Leitung von Andreas Kowalewitz starteten sie mit knapp 500 musikbegeisterte Erdingern ins neue Jahr.

Launig und humorvoll wusste Kowalewitz einiges zu den Musikstücken und den Komponisten zu berichten. Auch über die einzelnen Musikinstrumente des aus knapp 50 Personen bestehenden Orchesters gab er im Laufe des Abends einige Geschichten zum Besten, wie „Wenn die Posaunen erschallen, dann fallen die Mauern, wie in Berlin und Jericho“, oder, dass „das Cello das Instrument des Jahres 2018“ sei.

Im ersten Teil des Neujahrskonzertes ging es um die Liebe, die in all ihren Schattierungen, Höhen und Tiefen vom Orchester melancholisch perfekt umgesetzt wurde, wofür Konzertmeisterin Tamara Fialla verantwortlich zeichnete. Die Musikstücke von Emile Waldteufel, Max Reger, Fritz Kreisler und Felix Mendelssohn Bartholdy entführten die Besucher in sehr unterschiedliche Gefühlswelten. Gerade bei Fritz Kreislers „Liebesleid“ ließ sich die slawisch-melancholische Stimmung nachvollziehen, die bei „Liebesfreud“ gedanklich fast schon zum Heurigen nach Wien entführte, um dann bei Mendelssohn Bartholdys Hochzeitsmarsch mit Fanfaren einen fulminanten und schwungvollen Höhepunkt zu finden.

Der zweite Teil des Abends entführte in die Welt des Musicals. Hier trat nun Gerd Anthoff auf und so manch einer staunte nicht schlecht, wie gut dieser Schauspieler auch singen kann. Das Lied „Mit ‘nem kleinen Stückchen Glück“ aus My Fair Lady sang er zunächst im Original, um es dann (à la Oper auf Bairisch) umgedichtet (Mit ‘nem Maßkrug voll Glück) zu wiederholen. Gelächter gab es bei der Liedzeile „Der Herrgott machte einen Fehler, er erschuf die Politik“. Gestenreich sang Anthoff auch von Peter Kreuder „Ich wollt’ ich wär ein Huhn“, das er auf viele andere Tiere umgedichtet vortrug.

Die Münchner Symphoniker rundeten mit Interpretationen von Franz von Suppé, Franz Lehar, Jerry Bock und Johann Strauß Sohn diesen Abend ab. Stilgerecht mit dem Walzer „An der schönen blauen Donau“ sollte das Publikum in das noch junge neue Jahr verabschiedet werden, doch tosender Applaus der Gäste forderte eine Zugabe.

Beim Radetzky-Marsch klatschten die Gäste begeistert mit, und Kowalewitz dirigierte nicht nur das Orchester, sondern auch die Klatsch-Einsätze des Publikums. Es war ein wunderbarer Abend, an dem die Münchner Symphoniker wieder einmal ihre Klasse bewiesen haben.

von Elvi Reichert

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