Kandidatin Merkel

Nicht geliebt, aber „alternativlos“

Landkreis – Gerade aus der CSU muss die Bundeskanzlerin viel Kritik einstecken. Auch im Kreis Erding gibt es einige Parteimitglieder, die sich an Angela Merkels Flüchtlingspolitik stören. Zu ihrer erneuten Kandidatur als Kanzlerin wird aber keine Alternative gesehen.

„Ich habe Respekt vor Frau Merkel. Sie leistet viel und ist eine Macht auf dem internationalen Parkett“, erklärt Gerlinde Sigl. Ohne Merkels umstrittenes „Wir schaffen das“ gäbe es kein Problem, meint die Bürgermeisterin von Lengdorf. „Aber innenpolitisch raufen wir uns auch wieder zamm.“

„Ich sehe einen Zustand wie damals beim Kohl“, meint Matthias Zimmerer, Vize-Bürgermeister von Pastetten. „Sie ist alternativlos“, zitiert er lachend eine der Polit-Phrasen der vergangenen Jahre. Bei einer so langen Amtszeit bestehe aber die Gefahr, dass Politiker die Bodenhaftung verlieren. Die Flüchtlingspolitik solle aber nicht die Bewertung von Merkels Kanzlerschaft dominieren.

So sieht das auch Franz Gerstner sen. „Irgendwann muss a Ruah sei“, erklärt der Wartenberger zur andauernden Kritik an Merkels Flüchtlingspolitik. Die Kanzlerin habe die Auswirkungen ihrer Willkommensgesten aber wohl unterschätzt, vermutet der 77-Jährige, der sich 30 Jahre lang im Marktgemeinderat engagiert hat.

„Man muss ja nicht mit allem einverstanden sein, was sie tut“, erklärt Janine Krzizok „aber sie hält den Laden zusammen“. Daher halte sie Merkel für eine gute Spitzenkandidatin, „auch wenn der Satz ,Wir schaffen das‘ damals etwas voreilig war“.

Das bewertet Matthias Kammerbauer anders. Die Öffnung der Grenze für die in Ungarn gestrandeten Menschen sei im vergangenen Jahr richtig gewesen, meint der Altbürgermeister von Eitting. „Wer das Elend an den Grenzzäunen sieht und sich dem kaltherzig verschließt, ist geschichtsvergessen“, sagt der 77-Jährige, der seit fast vier Jahrzehnten in der CSU ist.

ta

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