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Nicht-Öffentlicher Stadtratsbeschluss 

Traditionsgasthaus schließt - Details zu weiteren Plänen durchgesickert - OB stinksauer

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Die Stadt Erding holt sich für die bauliche Gestaltung des Mayr-Wirt-Areals die Sparkasse mit ins Boot. Das hat die Wählergruppe Erding Jetzt ausgeplaudert – aus nicht-öffentlicher Stadtratssitzung. OB Max Gotz ist stinksauer.

Erding – Zum Jahresende macht der Mayr-Wirt an der Haager Straße zu. Auf dem Areal, das seit acht Jahren der Stadt Erding gehört, ist Großes geplant. Nach dem Abriss soll dort neben einer Tiefgarage unter anderem wieder ein Gasthaus entstehen, um den zahlreichen Vereinen und Stammtischen, die sich derzeit noch im Mayr-Wirt treffen, weiter eine Heimat geben zu können.

Wie die Details aussehen und wann der Abriss beginnt, war bislang nicht bekannt. Am Montagabend hat die Wählergruppe Erding Jetzt in einem öffentlichen Mitgliedertreffen allerdings verkündet, dass die Sparkasse beim Mayr-Wirt einsteigen werde. „Der Stadtrat hat beschlossen, dass das die Sparkasse vermarkten soll“, antwortete Hans Balbach, einer der vier Stadträte der unabhängigen Gruppierung, auf die Frage eines Bürgers, wie es beim Mayr-Wirt weitergehe.

Mit der Sparkasse als Partner habe die Stadt einen gewissen Einfluss, so Balbach. Sein Stadtratskollege Hans Egger ergänzte, „das ist eine gute Vorgehensweise“. Die Sparkasse steige in der Region verstärkt ins Immobiliengeschäft ein, auch um die Zinsausfälle zu kompensieren. Bekanntlich sind an der Kreis- und Stadtsparkasse Erding-Dorfen, wie der Name schon sagt, der Landkreis sowie die Städte Erding und Dorfen beteiligt.

Ob die Stadt das Grundstück an die Sparkasse verkauft oder diese als Bauträger einsetzt, darüber ist noch nicht entschieden. Es soll aber einen städtebaulichen Wettbewerb für die Gestaltung des Areals geben.

Die Infos, die Balbach und Egger am Montagabend öffentlich machten, stammen aus der nicht-öffentlichen Stadtratssitzung Ende September. Über diese Indiskretion ist Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) stinksauer. Gestern kündigte er an: „Das wird sicherlich Konsequenzen haben.“ Dass die Fraktion von Erding Jetzt „politisch so unreif ist, ist enttäuschend“, so der OB. Es belaste die Verhandlungen, „wenn man einen Partner hat, der nichts für sich behalten kann“. Zumal man noch ganz am Anfang sei. „Auch das Vertrauen im Stadtrat wird dadurch nicht gestärkt.“

Es gehe beim Mayr-Wirt-Areal jetzt darum, zu eruieren, wie die Bebauung erfolgen könne. Gotz ist der Ansicht, die Stadt solle das nicht selbst machen, schon allein wegen der knappen Kapazitäten im Bauamt. Schon im August hatte der OB angekündigt, dass sich die Stadt einen Partner suchen wolle, der ihre Interessen berücksichtige (wir berichteten). Dieser Partner ist die Sparkasse. Mit ihr will Gotz ein Konstrukt diskutieren, das ein hohes Mitsprache- und Gestaltungsrecht für den Stadtrat und die Bürgerschaft gewährleiste. Auch ein städtebaulicher Wettbewerb sei geplant. Die Sparkassen-Gremien wissen grundsätzlich Bescheid, erklärte Gotz, allerdings „habe ich noch keinen Verhandlungstermin gemacht“.

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