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150 Zuhörer hatte Europaabgeordnete Angelika Niebler (stehend) in der Aula des Korbinian-Aigner-Gymnasiums.

Europawoche am Korbinian-Aigner-Gymnasium 

Niebler: Wir müssen die EU besser verkaufen

Im Korbinian-Aigner-Gymnasium lauschten 150 Schüler, anlässlich der Europawoche, den Worten der CSU-Politikerin Angelika Niebler.

Erding – Politik ganz nah: Das Korbinian-Aigner-Gymnasium hat die Europawoche genutzt, um 150 Schüler der elften Klassen mit der Europaabgeordneten Angelika Niebler zusammenzubringen.

Die CSU-Politikerin aus Vaterstetten begann ihren Vortrag mit Fragen an die Schüler: „Wer hat ein gutes Bauchgefühl, wenn es um Europa geht?“ Das konnte die Mehrheit bejahen. Bei der Frage: „Wer von Ihnen ist politisch engagiert oder interessiert?“ sah das Bild schon etwas anders aus: Nur vereinzelt gingen die Hände in die Höhe.

Niebler berichtete von ihrer Tätigkeit im EU-Parlament, von Ausschuss- und Plenarsitzungen sowie vom Brüsseler Gesetzgebungsprozess. Auch auf den Brexit und den Kampf gegen internationalen Terrorismus ging sie ein. Sie warb für die Erasmus-Initiative, ein Förderprogramm der EU, dass den internationalen Austausch junger Leute fördert.

Schließlich waren die Schüler gefordert, ihre Fragen an die Abgeordnete zu stellen. Die gut vorbereiteten Elftklässler warteten mit einer bunten Mischung auf. Moderiert wurde die Diskussion von den Schülerinnen Matilda Gerson und Anna-Lena Fechl. Die Frage: „Was würden sie davon halten, wenn man eine Frauenquote in der Europäischen Union einführen würde?“ beantwortete Niebler unter anderem damit, „dass es zu wenig Frauen in der Politik gibt“. Aber: „Die Quote der Frauen im EU-Parlament von etwa 30 Prozent ist gar nicht so schlecht.“ Dennoch sei noch „Luft nach oben“. Die Einführung dieser Quote auf europäischer Ebene scheitert laut Niebler daran, dass es „kein einheitliches europäisches Wahlrecht“ gibt. Trotz ihrer Meinung, „dass Quoten Türöffner“ sein können, hält sie gesetzliche Festlegungen für den falschen Weg.

Eine Schülerin wollte wissen: „Was sind die drei wichtigsten Charakterzüge, die man für die Parlamentsarbeit mitbringen sollte?“ Die Abgeordnete nannte Durchsetzungsstärke, Durchhaltevermögen, denn man müsse „einen langen Atem haben“, sowie innere Überzeugung.

Eine Elftklässlerin fragte die Politikerin zu den wichtigsten Werten der EU. Niebler gab an, dass „Frieden, Freiheit und Wohlstand“ dazu gehört. Außerdem stand die Europaabgeordnete den Schülern Rede und Antwort zu Fragen, wie es mit Europa weitergehe.

Auch die Nachteile der Union sollte sie benennen. Niebler glaubt, trotz großer Herausforderungen, an eine positive Zukunft und den Fortbestand der EU. Schlecht sei, „dass die EU von vielen nicht als Einheit wahrgenommen wird“. Nicht zuletzt „in der Außendarstellung sind wir nicht wirklich gut. „Wir müssen Europa und die Idee dahinter besser verkaufen.“

Es sei einfach schwierig, Beschlüsse zu kommunizieren, „wenn diese teils erst Jahre später in Kraft treten“. Umso wichtiger sind für Niebler deswegen „Begegnungen und Diskussionen mit Schülern und Studenten“.

Denn Europas Zukunft gehe alle an. „Es ist notwendig, die junge Generation für die europäische Idee zu begeistern und mit ihr die Vorzüge dieser in der Welt einzigartigen Staatengemeinschaft zu erörtern“, sagte sie: „Ich erlebe diese Debatten immer als erfrischend und begeisternd“.

In der Europawoche am Korbinian-Aigner-Gymnasium beschäftigten sich die Schüler mit Themen rund um die EU und den Kontinent. Unter anderem wurden Ausstellungen organisiert, die auch von anderen Schülern besucht wurden. Das Korbinian-Aigner-Gymnasium ist Anwärter für die „Botschafterschule des Europäischen Parlaments“. Katarina Meiske

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