Nordeinschleifung: SPD stellt Bedingungen

Erding - Die SPD-Fraktion will am Dienstag, 22. Mai im Stadtrat für die Nordeinschleifung der Walpertskirchener Spange stimmen - aber nur unter Bedingungen.

„So, wie die Trasse vorgegeben ist, können wir nicht zustimmen“, stellt SPD-Fraktionschef Hans Schmidmayer zur Nordeinschleifung der Walpertskirchener Spange in den S-Bahn-Ringschluss klar. Im Pressegespräch machte er am Freitag aber deutlich, dass seine sechsköpfige Fraktion trotzdem zu dieser Variante tendiert, allerdings nur als eine verbesserte „Nordeinschleifung plus“. Demnach müsse der Stadtratsbeschluss eindeutig enthalten: keine Abtrennung Langengeislings, sondern ein Tunnel unter der Anton-Bruckner-Straße und Kehr; außerdem kreuzungsfreie Bahnübergänge an der Bahnhof-, Haager und Dorfener Straße, also ebenfalls Tunnel.

Für die SPD ist diese Nordeinschleifung plus die zweitbeste Variante. Als optimal sieht die Fraktion nach wie vor die von ihr ins Spiel gebrachte, aber vom bayerischen Wirtschaftsministerium verworfene Variante mit einem neuen Bahnhof im Nordosten Langengeislings und dem Erhalt des bestehenden S-Bahnhofs als Haltepunkt (wir berichteten).

Die SPD geht bei ihrer Plus-Variante davon aus, dass der Tunnel bei Kehr zuschussfähig ist. Ein starkes Argument dafür sei die städtebauliche Entwicklung Erdings in diesem Bereich. Den Willen dazu habe die Stadt durch den Bebauungsplan 193 für Teile des Fliegerhorst-Areals bereits bekundet.

Für die Tunnel an den Bahnübergängen könne man das Eisenbahnkreuzungsgesetz heranziehen, sagen Schmidmayer und Willi Scheib. Demnach sei eine Kostenbeteiligung möglich, wenn es die Sicherheit des Verkehrs erfordere. Dann müsste Erding nur ein Drittel der Kosten übernehmen, von dem bis zu 60 Prozent nach dem GVFG-Bundesprogramm auch noch zuschussfähig seien. Schmidmayer: „Es ist dann Aufgabe des Bürgermeisters, hier tätig zu werden.“

Die von Grünen und Erding Jetzt favorisierte Südeinschleifung lehnt die SPD rundweg ab. „Dann würden S- und Regionalbahn auf eingleisiger Strecke quer durch Erding fahren, 12 bis 14 Züge pro Stunde in der Hauptzeit. Da kann man sich ausmalen, was bei der kleinsten Störung passiert“, so Schmidmayer. Die Nordeinschleifung würde eine Trennung beider Trassen bedeuten, „damit sind wir bei der Anfälligkeit auf der sicheren Seite“. Markus Marschall: „Die Südeinschleifung ist einfach zu schlecht.“ Damit habe Erding keine Entwicklungschance.

Die Nordeinschleifung und der Kreuzungsbahnhof würden Perspektiven bieten. Damit könne man den Verkehr besser aus der Stadt herausbringen. Zudem seien die Entwicklungsmöglichkeiten auf dem Fliegerhorst-Areal wesentlich besser als am bestehenden Bahnhof. Ein Regio-Halt dort würde die Kapazitäten, auch der Erschließungsstraßen, sprengen, sagt Schmidmayer und nennt nur das erforderliche Parkhaus mit bis zu 700 Plätzen.

Das Fliegerhorst-Areal sei das nächste große Entwicklungsgebiet auf Jahrzehnte und könne über die geplante Nordumfahrung ED 99 und die Parallelstraße zur Alten Römerstraße auch besser angebunden werden. Ein Bahnhof dort sei vernünftig. Scheib: „Wir müssen in die Zukunft gerichtet denken. Bahnstrecken werden für Generationen gebaut, nicht für zehn bis zwanzig Jahre.“ (zie)

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