CSU-Pressekonferenz 

Nordumfahrung: Tauschflächen für alle Betroffenen

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„Es ist sicherlich das größte Straßenprojekt, das der Landkreis bisher geschultert hat“: Mit diesen Worten beschrieb Martin Bayerstorfer in einer Pressekonferenz der CSU die Nordumfahrung Erding.

Erding – Tatsächlich sind die Zahlen gigantisch: Allein 35 Hektar Trassenflächen werden benötigt.

Was deren Erwerb angeht, ist der Landkreis sehr erfolgreich. Rechnet man Tausch-, Trassen- und Ausgleichsflächen zusammen, „haben wir in zwei Jahren 70 Prozent aller benötigten Flächen erworben“, erklärte Bayerstorfer. Bei den Trassenflächen seien es bereits 5,2 Hektar (rund 15 Prozent), bei weiteren 3,3 Hektar gebe es konkrete Verhandlungen mit den Eigentümern. „Das ist nicht so viel mehr als vor einem Jahr“, gab Bayerstorfer zu.

Dafür hatte er gute Nachrichten in Sachen Tauschflächen, bei denen man eine sogenannte Unternehmensflurbereinigung anstrebe. 500 Meter nördlich und 500 Meter südlich der Trasse sollten alle Grundstückseigentümer mit einbezogen werden. „Wir gehen davon aus, dass wir jedem Landwirt, der Flächen haben will, auch wieder Flächen in gleicher Größenordnung anbieten können.“ Insgesamt seien in diesem 500-Meter-Bereich bereits 17 Hektar erworben worden, weitere 62,5 Hektar seien es außerhalb dieses Korridors. Bei zusätzlich 32,4 Hektar stehe man in Verhandlungen.

Bei den Ausgleichsflächen in kommunalem Eigentum, etwa der Stadt Erding, seien 24,9 Hektar bereits erworben – 77 Prozent der benötigten 32,2 Hektar. Konkrete Verhandlungen gebe es bei weiteren 7,2 Hektar. „Das ist eine Riesenanzahl. Wir haben hier viel geleistet“, sagte Bayerstorfer. Es sei ein enormer Aufwand, immer wieder Flächen in den 500-Meter-Korridor hinein zu tauschen. Er bezeichnete es als „einzigartig, dass wir die betroffenen Grundstückseigentümer voll in Fläche abgelten können und nicht durch Geldzahlungen“.

Laut Bayerstorfer gibt es eine sehr hohe Anzahl an Einwendungen zur Nordumfahrung. Das Staatliche Bauamt Freising gehe davon aus, dass im Jahr 2018 alle beantwortet sind und dann die Regierung von Oberbayern das Verfahren entsprechend bearbeitet. Der „Hauptknackpunkt“ werde dabei sein, „dass wir im Bereich der Abzweigung bei Unterstrogn nicht ein aufwändiges Überführungsbauwerk brauchen, was wir ursprünglich vorhatten“, sagte der Landrat. Stattdessen werde ein Kreisverkehr geprüft. „Damit bräuchten wir deutlich weniger Fläche, und ein Landwirt wäre nicht mehr existenzgefährdet. Das würde uns sehr entgegen kommen“, fasste Bayerstorfer zusammen.

Zum Thema Finanzen erklärte der Landrat, dass entsprechend des Beschlusses die Maßnahme für den Landkreis kostenneutral sein müsse. „Dabei werden wir sicherlich auf das Verhandlungsgeschick unseres Oberbürgermeisters setzen, um gemeinsam dafür zu sorgen, dass sich der Freistaat nicht aus der Verantwortung nimmt“, so der Landrat. Das Projekt habe schließlich „überregionale Funktion“.

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