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Nordumfahrung Erding: Genehmigung geht ins siebte Jahr

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Von: Hans Moritz

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Neuer Verkehrsknotenpunkt: Nahe des Mittleren Isarkanals (oben) werden die Flughafentangente, der S-Bahn-Ringschluss und die Nordumfahrung von Erding aufeinandertreffen.
Neuer Verkehrsknotenpunkt: Nahe des Mittleren Isarkanals (oben) werden die Flughafentangente, der S-Bahn-Ringschluss und die Nordumfahrung von Erding aufeinandertreffen. Animation: Autobahngesellschaft des Bundes © Animation: Autobahngesellschaft des Bundes

Erding – Die Nordumfahrung, die den Verkehr schnell an Erding vorbei Richtung Flughafen schleusen soll, kommt selbst nur im Schneckentempo voran. Das Planfeststellungsverfahren geht bereits ins siebte Jahr.

Die Nordumfahrung, auch ED 99 genannt, soll bei Unterstrogn (Gemeinde Bockhorn) von der B 388 als zentrale West-Ost-Achse im Landkreis ausschleifen. Auf knapp zehn Kilometern Länge führt sie im Norden an Langengeisling, Erding und dem Kronthaler Weiher vorbei Richtung Mittlerer Isarkanal und Flughafentangente Ost. Auf diese soll die ED 99 unweit von Reisen einschleifen.

In der Jahrespressekonferenz berichtete Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) über den Sachstand der Planung. Die Unterlagen der ersten Tektur wurden demnach öffentlich ausgelegt. Denn mitten in der Genehmigungsplanung verlangte die Regierung von Oberbayern eine Alternative, angestoßen von den ED-99-Gegnern aus Bockhorn. Sie hatten eine Trasse durch das Fliegerhorst-Gelände vorgeschlagen. Doch es blieb bei der so genannten Wahltrasse Süd 2 ab Unterstrogn. Die Wegeführung durch den Fliegerhorst könnte mögliche Prozesse gegen den Planfeststellungsbeschluss vor dem Verwaltungsgericht beschleunigen.

Bayerstorfer berichtete von gut 800 Einwendungen Betroffener und von Verbänden. Derzeit würden erste Stellungnahmen erarbeitet. Voraussichtlich 2022 könnte es einen ersten Erörterungstermin geben.

Damit die Landwirte möglichst schadlos aus dem Verfahren gehen – viele Grundstücke werden von der Trasse durchschnitten –, soll es eine so genannte Unternehmensflurbereinigung geben. Bayerstorfer berichtete von einem Gespräch zwischen dem Landkreis, dem Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern und dem Bayerischen Bauernverband im vergangenen Juli. „Die Vorarbeiten für die Flurbereinigung sind angelaufen“, erklärte er.

Für die Nordumfahrung werden 34,3 Hektar Grund benötigt, inklusive einem 500-Meter-Korridor rechts und links der Fahrbahn. Erworben werden konnten über die vergangenen Jahre 36,6 Hektar, was sogar 106,6 Prozent entspricht. Hinzu kommen 33,5 Hektar Ausgleichsfläche. 29,2 Hektar davon konnten gekauft werden.

Zu den Kosten ist noch wenig bekannt. Allerdings pocht der Landkreis, für den das Projekt unterm Strich kostenneutral sein soll, darauf, dass der Freistaat seine Zusage einhält, und das Vorhaben mit dem „höchstmöglichen Fördersatz“ unterstützt. Die Rede ist von gut 80 Prozent. Dieses Versprechen stammt noch von Innenminister Günther Beckstein, was zeigt, wie lange die Nordumfahrung schon geplant wird.

Gegen die ED 99 formiert sich indes Protest. Es gibt eine eigene Bürgerinitiative, die sich gegen neue Straßen im Landkreis ausspricht. Ihr gehören unter anderem der Bund Naturschutz, der Landesbund für Vogelschutz und der Verkehrsclub Deutschland an. Bis Ende Januar sammeln sie Einwendungen gegen den vierspurigen Ausbau der FTO zwischen den Anschlussstellen Erding-Nord und Flughafen.

Ein Dorn im Auge ist diesem Bündnis für Flächensparen vor allem ein neuer Knotenpunkt bei Reisen, wo ED 99, S-Bahn-Ringschluss und FTO aufeinandertreffen – und das in einem mehrstöckigen Bauwerk mit eingegrabener Flughafentangente.

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