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Papier ist geduldig: Die Erdinger Nordumfahrung (rot) kommt nicht so recht voran. Wieder im Spiel sind die Fliegerhorst-Trassen (rot gestrichelt).

Verzögerte Planung macht das Projekt immer teurer

Nordumfahrung: Gotz droht mit Ausstieg aufgrund von höheren Kosten

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Die Planung der Nordumfahrung verzögert sich. Dadurch wird das Projekt immer teurer. OB Max Gotz droht nun mit dem Ausstieg.

Erding – Bei Landrat Martin Bayerstorfer und Oberbürgermeister Max Gotz wächst der Zorn auf das Straßenbauamt und die Regierung von Oberbayern, weil die Planung der Erdinger Nordumfahrung so lange dauert. Die Bürgerbeteiligung läuft bekanntlich seit 2014. Sauer sind sie nicht nur, weil sie Erding möglichst schnell vom Durchgangsverkehr zum Flughafen entlasten wollen, sondern auch weil mit jedem Jahr die Baukosten kräftig steigen – und damit die Belastung für die Stadt. Sie wird die ED 99 mit etwa 35 Millionen Euro (mit)bezahlen müssen.

Gotz ist das Warten leid. Erstmals droht er damit, aus der Nordumfahrung auszusteigen. Dass das keine hohlen Worte sind, unterstreicht der OB mit dem Hinweis: „Wir haben vorerst alle Mittel für die Umgehung aus dem Haushalt gestrichen.“

Gotz: „Wenn es so weiter geht, lassen wir es“

Er verweist auf eine Zusage der Staatsregierung, die ED 99 als neue Achse zwischen der B 388 bei Hecken (Bockhorn) und der Flughafentangente Ost bei Oberding mit dem höchstmöglichen Fördersatz von bis zu 80 Prozent zu bezuschussen. Doch das reicht ihm nicht mehr. „Die enorme Baukostensteigerung durch die lange Planung haben weder Stadt noch Landkreis zu verantworten, sondern allein der Staat. Deswegen ist es nur recht und billig, dass er auch diese Mehrung auffängt.“ Sprich: Ministerpräsident Markus Söder und Verkehrsminister Hans Reichhart sollen ihre Förderzusage erhöhen.

Ursprünglich war die neue, knapp neun Kilometer lange West-Ost-Achse mit sieben Knotenpunkten auf rund 63 Millionen Euro plus Planungskosten beziffert. Gotz befürchtet, „dass wir mittlerweile bei mindestens 70 Millionen Euro sind“. Weil nicht das gesamte Projekt förderfähig ist, erwartet er einen städtischen Anteil von 35 Millionen Euro. „Das überfordert auch eine Stadt wie Erding.“ Wenn es so weiter gehe, „dann lassen wir es eben“.

Anton-Bruckner-Straße muss entlastet werden

Gotz erinnert zudem daran, „dass es sich bei der Nordumfahrung an sich um eine Erschließungsmaßnahme des Flughafens handelt, also gar keine kommunale Aufgabe ist.“ Erding müsse aber dringend entlastet werden, vor allem die chronisch verstopfte Anton-Bruckner-Straße.

Dem Staat empfiehlt Gotz, sich ein Beispiel an der FMG zu nehmen. Mit Blick auf die zahlreichen Straßen- und Schienenprojekte rund um den Moos-Airport meint er: „Dort, wo es der Flughafen macht, geht es rasch vorwärts.“

85 Prozent der erforderlichen Grundstücke wurden bereits erworben

Bayerstorfer erinnert daran, dass der Landkreis weiter daran arbeite, allen Landwirten, deren Flächen man benötige, Tauschgrundstücke zur Verfügung zu stellen. Insgesamt habe man in den vergangenen vier Jahren hinsichtlich Trassen- und Ausgleichsflächen knapp 85 Prozent der erforderlichen Grundstücke erworben.

Der Landrat hält weiter an einer großflächigen Unternehmensflurbereinigung fest, um zu gut zu bewirtschaftenden Flächen zu kommen. Der Bauernverband habe seine Zusage signalisiert, unterschrieben sei aber noch nichts. Sollte der Tausch zu 100 Prozent gelingen, bräuchte man nicht einmal eine Zustimmung zur Flurbereinigung. Kleinstflächen würden in der Regel in der Tat nicht getauscht, sondern abgekauft. Das ist neben dem Flächenverbrauch ein Grund, warum BBV-Kreisobmann Jakob Maier die ED 99 grundsätzlich ablehnt.

Hans Moritz

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