Nordumfahrung: Politik appelliert an Geschlossenheit

Erding - Die Erdinger Nordumfahrung existiert bislang nur als politische Absichtserklärung. Die UWE warnt nun vor einer gefährlichen Trassendiskussion.

Beim Wahlkampfauftakt der Unabhängigen Wählergemeinschaft am Sonntag in Eichenkofen mahnten Bürgermeisterkandidat Rainer Mehringer und Landratsbewerber Karl Heinz Jobst vor rund 60 Besuchern ein geschlossenes Auftreten zumindest des Erdinger Stadtrates an. Gleiches gelte für die Trassierung des S-Bahn-Ringschlusses. Mehringer erklärte im Gasthaus Brunold: "Andernfalls droht sich die Planung um Jahre zu verzögern." Jobst sagte: "Das könnte unter Umständen sogar das Aus bedeuten."

Jobst, der auf Platz eins der Freien Wähler-Liste steht, sprach sich für eine Streckenführung zwischen Langengeisling und Altham aus. "Bei einer großräumigeren Umfahrung besteht die Gefahr, dass sie von den Erdingern nicht angenommen wird und dann viel von ihrem Nutzen einbüßt."

Diese Forderung zeigte, wie brüchig die Appelle zur Geschlossenheit sind. Widerspruch gab es nämlich nicht nur aus der Versammlung, sondern auch von Mehringer. "Aus Sicht der Stadt Erding wäre mir eine Abzweigung im Bereich Grünbach/Hecken lieber." Ein Gast der Wahlveranstaltung sagte, eine Trasse zwischen Altham und Langengeisling drohe nicht nur die Stadtteile zu durchschneiden. Angesichts des Wachstum könnte der Charakter einer Umfahrung in einigen Jahren auch wieder verpuffen.

Eine Zuhörerin regte an, den S-Bahn-Ringschluss und die Umfahrung im Norden der Kreisstadt zusammenzuführen. Jobst und Mehringer versprachen, für weitere Vorschläge und Diskussionen offen zu sein. Wichtig sei nur, mit einer Variante geschlossen ins Verfahren zu gehen. (ham)

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