ÖDP-Kreisverband 

Klinik: Nicht am Personal sparen

Der eklatante Personalmangel im Krankenhaus vor allem an Pflegekräften war das Thema eines politischen Abends, zu dem der ÖDP-Kreisverband eingeladen hatte. Über 40 Interessierte, darunter viele Vertreter von Parteien und Klinikangestellte, waren zu dem Vortrag „Krankenhaus statt Fabrik – was sich für Patienten und Beschäftigte verbessern muss“ gekommen.

Erding – Harald Weinberg, Bundestagsabgeordneter der Linken und krankenhauspolitischer Sprecher seiner Partei, berichtete über die Entwicklung der Privatisierung von Krankenhäusern, der Einstufung von Patienten nach der Aufenthaltsdauer und dem Personalschlüssel.

Über die Höhe der Defizite des Klinikums Erding in den vergangenen Jahren lächelte Weinberg nur und meinte, „dass über die Hälfte der Krankenhäuser in Deutschland rote Zahlen in weit höheren Summen als die in Erding schreiben“.

Geschockt zeigten sich die Besucher beim Vergleich des Personalschlüssels in der Pflege EU-weit. So werden in Deutschland zehn Patienten von einem Pfleger betreut. In anderen Ländern, wie zum Beispiel in Norwegen mit vier oder der Schweiz mit sechs, ist der Schlüssel deutlich besser. Laut Weinberg arbeiten viele Pflegekräfte in Deutschland auch aufgrund der geringen Bezahlung und den erschwerten Bedingungen nur fünf bis sieben Jahre in ihrem Beruf und schauen sich dann nach etwas anderem um. Sogar Kanzlerin Angela Merkel habe einen Personalmangel in den Pflegeberufen in Deutschland eingeräumt.

Die Besucher forderten in ihren Statements und Fragestellungen, nicht am Personal im Klinikum zu sparen da dies den Patienten, und damit dem Ruf des Klinikums schade. Zudem war den Besuchern klar, dass ein erhöhtes Defizit die Kreisumlage für die Gemeinden erhöht. Die Frage sei nur, ob am Menschen, egal ob Patient oder Angestellter, mit dem Sparen begonnen werden sollte.

Heute um 14 Uhr ist der Wirtschaftsplan des Klinikums Thema im Kreistag.  red

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