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Mit einer Modenschau präsentierte der Weltladen fair produzierte Kleidung beim 1. Ökumenischen Kirchentag in Erding.

1. Ökumenischer Kirchentag

Von Modenschau bis Heiligenquiz

Der erste Ökumenische Kirchentag fand am Wochenende in Erding statt. Mit einem Eröffnungskonzert, einer Podiumsdiskussion und gemeinsamen Gottesdiensten wurde das christliche Miteinander gefeiert.

ErdingDie Organisatoren hatten keine Mühen gescheut, um den Erdingern zu zeigen, wie viele christliche Organisationen es im gesamten Landkreis gibt. Ein musikalisches Ausrufezeichen war das Eröffnungskonzert. Ein Orchester und Chöre der Neuapostolischen spielten in der Stadtpfarrkirche. Gut 120 Musiker machten so den Freitagabend zum Erlebnis.

An fast 40 Ständen präsentierten die Teilnehmer am Samstag ihr Angebot. Aufgrund des Regens am Vormittag war wenig los, so dass sich die einzelnen Gruppen gegenseitig kennen lernten.

In der Kinderburg bastelten sich Andreas und Katharina Brandl unter den Augen ihrer Eltern Filzherzerl. Gleich im Zelt daneben war das Werkstattcafé. Am Glücksrad des Katholischen Bildungswerkes wurde Wissenswertes vom KBW abgefragt, und auch ein Heiligenquiz gab es. Beim Evangelischen Bildungswerk (EBW) sollte man aus zehn Sprüchen fünf von Martin Luther heraussuchen.

Ökumenischer Kirchentag in Erding: Bilder

Auch die Diakonie Freising war vertreten, die in Erding kirchliche Sozialarbeit (KASA) betreibt. Rosmarie Lederhuber und Alois Holburger vom Erdinger Tauschring boten Hilfe gegen Hilfe an, aber auch hier fehlten die Passanten. Warm war es bei der fahrbaren Schmiede von Heiko Trautvetter, der immer noch als Hufschmied aktiv unterwegs ist, und auf der Langen Zeile „Kunst aus Schrott“ zeigte. Susanne Noller aus Freising ließ sich einen Kerzenständer aus Hufeisen machen.

Auf der Bühne am Schrannenplatz regnete es in Strömen, als der Liedermacher Andi Weiss seinen Auftritt hatte. Nur wenige Passanten blieben kurz stehen. Die Los Cinco Carpinteros spielten rhythmischen und feinsinnigen Jazz, doch leider ließ auch da das Publikum auf sich warten. Bei den Pfadfindern Thor Heyderdahl konnte jeder durch das Aufkleben von kleinen Steinen mithelfen, das Logo des Kirchentages als Mosaik zu kreieren.

Der Weltladen zeigte auf der Bühne eine Modenschau. Die T-Shirts und Schals wurden von Mädchen der Heilig-Blut-Realschule vorgeführt. Die Leiterin des Weltladens, Petra Scheibe, nannte dazu immer das Land und bei Taschen den Namen des Herstellers. Aus dem Material der Burka empfahl sie, Handtaschen zu machen. Und aus Patronenhülsen und Bombenresten zeigten die Models Messinganhänger.

Beate Welsch bot den Kleinen ein Puppentheater. Es ging um Wasser, Strom, um Frieden und die Umwelt, aber vor allem um den behutsamen Umgang der Menschen untereinander.

Im Stadtmuseum präsentierten Frauen aus verschiedenen Kulturen teils meditative Tänze oder auch Volksmusiktänze. Etwas abseits war das Lager der Pfadfinder vom Stamm Nemeta. Diese Gruppe hatte eine Ausstellung über die Weltreligionen vorbereitet. Petra Konrad kam mit Sohn Joel hierher, um sich ein Stockbrot zu machen. Joel berichtete begeistert vom Kinderbibeltag.

Am Stand des Diozösanrats, der Vertretung der Ehrenamtlichen in den Pfarrgemeinden, war das Thema die nächsten Pfarrgemeinderatswahl. Alexandra Krois, Angela Rupp und Stefanie Sturm vom Frauenhaus berichteten, dass viel Erdinger sie auf die Probleme angesprochen hätten. Die AMECC (Gemeinschaft der Kleinen mit Christus) sammelte Spenden für das Kinderdorf Garabira.

Eine Kuriosität gab es bei KfD, denn hier kostete der Kaffee für Frauen 1 Euro und für Männer 1,21 Euro – weil Männer 21 Prozent mehr verdienen als Frauen. Beim Frauenfrühstück hielt Karin Böhm einen Vortrag zum Thema „Sorge dich nicht, lebe“, der von 30 Frauen besucht worden war.

Auf der Bühne am Schrannenplatz stand inzwischen Guido Krutscher mit einem gemischten Gospelchor und Musikern. Die 25 Mitglieder sangen und spielten zum ersten Mal unter freiem Himmel lieder wie „You’ll Never Walk Alone“.

Am Stand der Evangelische Freikirche konnte man mit einzelnen Steinen eine ganze Kirche bauen, am Vormittag war Grundsteinlegung und gegen 16 Uhr war die Kirche mit Hilfe von 40 Kindern und Erwachsenen fertiggestellt.

Die Harfenklänge von Barbara Pöschl-Edrich lockten etliche Neugierig an, darunter auch Kinder. Sie erntete großen Applaus für ihre Musik. Wie gut man bei Impro-Theater sein muss, zeigte Marion Esser, deren Konzept durch das Läuten der Glocken von St. Johann und vom Frauenkircherl immer wieder gestört wurde. Hut ab vor ihrer Leistung, denn sie spielte nur vor ein paar Personen. Die meisten Gäste waren in den Festgottesdienst gegangen, bei dem Weihbischof Haslberger und Regionalbischöfin Susanne Breit-Kessler Ansprachen hielten. Die Dekanatsband des Evangelischen Dekants Freising gab verschiedene Interpretationen für Jugendgottesdienste zum Besten, wie umgetextete Melodien der Toten Hosen oder Lady Gaga, aber auch moderne Gottesdienstlieder mit zeitkritischen Texten.

(elv)

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