Erdinger CSU-Spitze (v. l.): OB Max Gotz, Vize Ludwig Kirmair und Fraktionschef Jakob Mittermeier. Foto: Seidel

CSU-Stammtisch im Wirtshaus Kreuzeder

Offene Sonntage: „Einige sind wachgerüttelt“

Erding - Die Flüchtlingsthematik, der aktuelle Streit um die verkaufsoffenen Sonntage und die Erdinger Wirtschaft waren Hauptthema beim CSU-Stammtisch gestern im Wirtshaus Kreuzeder. 

Zur Zuwanderung merkte Gotz an, „die Bundeskanzlerin sollte nicht nur eine europäische Lösung im Auge haben“, sondern müsse auch die Kommunen besser unterstützen.

Die wirtschaftliche Entwicklung Erdings, derzeit nahe der Vollbeschäftigung, sei hervorragend. Dennoch verteidigte Gotz die Pläne für ein neues, 22 Hektar großes Industriegebiet in Erding-West. Bei den Gewerbesteuereinnahmen liege man auch unter Berücksichtigung der kreisfreien Städte in der vorderen Hälfte. „Vieles, was wir an freiwilligen Leistungen bieten“, so Gotz, „ist nur durch starke Betriebe möglich“.

Er erinnerte daran, dass man noch vor Jahren dringend nach Lehrstellen gesucht habe, heute hingegen suche man Auszubildende. „Wir sind auch in Erding nicht dagegen gefeit, dass sich namhafte Betriebe bei Änderung der wirtschaftlichen Verhältnisse verabschieden.“ Man müsse deshalb ein Angebot für die Zukunft ausrichten.

Einhergehen sollen damit aber auch die Schaffung von Wohnraum und Infrastruktur. Bei ersterem, kritisierte Gotz, genüge es nicht, Mangel zu beklagen, „sondern man muss sich mit Anträgen und Kreativität einbringen“, sagte er an die Adresse der anderen Fraktionen. Nachdem die Hochwasser-Situation abgeklärt sei, werde die Stadt mit dem Bebauungsplan im Erdbeerfeld demnächst ein Pilotprojekt starten, aus dem heraus man aber auch Erfahrungen sammeln werde.

Die Baugenossenschaft sei eine weitere Antwort auf das Thema, und schließlich baue die Stadt in St. Paul Wohnungen, „für jene, die sonst obdachlos zu werden drohen“. Auch in der Wohnungsbaupolitik sei die Stadt durch die Verschiebung der Fliegerhorst-Konversion um Jahre zurückgeworfen worden. Zudem gestalten sich laut Gotz die Verhandlungen mit der Bundesimmobiliengesellschaft als äußerst schwierig. Die Überplanung der 365 Hektar sei eine große Herausforderung.

Lebens- und Wohnqualität seien in Erding jedoch hoch und böten insbesondere Familien Anreize. Die Nachfrage nach Krippenplätzen sei gedeckt, und man biete bei Kindergärten eine 100-prozentige Betreuung an. Der Ausbau des Kronthaler Weihers, des Stadtparks und des Sportgeländes Schollbach seien weitere Faktoren, dass man sich in der Stadt wohlfühlt. „Die Menschen müssen jedoch Geduld und Gelassenheit haben“, betonte er.

Ganz aktuell sprach Gotz seinen Vorstoß zur Einschränkung der verkaufsoffenen Sonntage an. „Die Diskussion freut mich enorm“, stellte er fest und hofft, dass sich aus der Debatte heraus die Strukturen neu beleben. „Jetzt sind einige wachgerüttelt, und es können sich die durch Kreativität einbringen, die sich bisher nur zurückgelehnt haben“, erklärte Gotz. Er sei sicher, dass man, unabhängig in welcher Richtung, zu einer einvernehmlichen Lösung komme. 

Von Gert Seidel

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