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Ohne-Bart-Tag 

Glatt rasiert liegt nicht im Trend

Heute wird weltweit der Ohne-Bart-Tag gefeiert. Ein Grund, sich mit einem Barber in Erding über das haarige Phanömen zu unterhalten.

von Sofia Scarazzai

Erding– Kurz oder lang, gestutzt oder im lässigen Surferstyle: Der Bart hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur zu einem Trend, sondern zum Inbegriff für Männlichkeit entwickelt. Dabei will der in den USA „erfundene“ Ohne-Bart-Tag (englisch: No Beard Day) die Herren der Schöpfung eigentlich dazu bewegen, etwas Neues auszuprobieren, indem sie mit frisch rasiertem und glattem Gesicht in den Tag starten.

„Der Bart ist definitiv noch angesagt und wird auch so schnell nicht aus der Mode kommen“, sagt Sascha Kolmikow, der in Erding Kolmikow’s Barbershop betreibt. „Viele Männer haben erkannt, dass der Bart nicht lästig in der Pflege sein muss, sondern ein Hobby, dass sich durchaus zu einer Leidenschaft entwickeln kann. Passionierte Bartträger bezeichnen die tägliche Pflege des eigenen Barts mittlerweile als Ritual“, erzählt der Barber und Maskenbildner.

„In“ seien inzwischen alle Bartformen. „Der Renner ist und bleibt natürlich der Hipster-Bart – ein schön gepflegter Vollbart mit modernem Schnitt, sowie der gezwirbelte Bart – der typisch-bayerische Kaiserbart“, sagt der 44-Jährige, der selbst gerade einen Dreitagebart trägt.

Der Bart ist aber nicht nur Gesichtsschmuck. „Es gibt auch einige Männer, die ihn als Tarnung von Narben oder anderen Schönheitsmakeln tragen“, sagt Kolmikow. Er ist davon überzeugt, dass der Trend anhält. „Meine Kundschaft geht vom 18- bis 65-jährigen Bart-Liebhaber.“

Kolmikow ist nicht nur Barber, sondern auch ein viel beschäftigter Maskenbildner, der für Filme im In- und Ausland gebucht wird. Selbst Hollywood-Größen wie Emma Watson und Colin Farrell hat er schon zurecht gemacht. Colin Firth, bekannt aus Filmen wie „The King’s Speech“ oder „Bridget Jones“ ließ sich eigens für die diesjährige Berlinale von Kolmikow herausputzen.

Der Erdinger könnte viele Geschichten erzählen. So hat er einmal mit Star-Gitarrist Slash (Guns’N’Roses) einen ungewöhnlichen Abend verbracht. Eigentlich sollte er Slash im Hotel nur rasieren. Doch die beiden verstanden sich gut, kamen schnell ins Gespräch und leerten gemeinsam zwei Flaschen Wein. Slashs Bart geriet dabei in Vergessenheit. „Wir haben uns so lange unterhalten und gar nicht gemerkt, wie die Zeit verging.“ Slashs Bart nahm Kolmikow dann am nächsten Tag in Angriff.

Am Set des Horrorfilms „Bloodrayne“ war der Erdinger vor einigen Jahren als Make-Up-Artist dabei – und traf Schauspieler Ben Kingsley, ebenfalls Bartträger. Der schaute ihm bei seinen Vorbereitungen für die Masken an einer Kunststoffpuppe gespannt über die Schulter. „Ich habe viel Glück gehabt. Die großen Stars waren alle total locker und sehr entspannt“, erzählt Kolmikow.

Für Begegnungen mit Hollywood-Größen wird er künftig weniger Zeit haben. Denn der 44-Jährige eröffnet mit seiner Frau Daniela im November am Kleinen Platz in Erding seinen Barber- und Friseur-Shop für Frauen und Männer. Seinen Beruf als Maskenbildner gibt er dafür nicht auf. Er werde in Zukunft aber nur noch auserwählte Angebote annehmen. Dabei muss er stets auf dem neuesten Stand sein. Kolmikow weiß: „Diese Branche schläft nie.“

Barbershops in Erding

Da Boda, Herren-Friseur: Maurermeistergasse 3. Cool Cut Barber Shop: Lange Zeile 31. Haaroom Wellness Friseur: Münchener Straße 118. Pietro Hairdesign: Am Gries 4b.

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