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Sorgte für Lachsalven in der ausverkauften Erdinger Stadthalle: Comedian Olaf Schubert. 

Olaf Schubert in der Stadthalle

Problemlöser steigt in den Ring

„Sexy Forever“: So heißt das Programm des selbsternannten Problemlösers Olaf Schubert. Er und „seine Freunde“ bescherten dem Publikum am Mittwochabend in der Erdinger Stadthalle einen fulminanten Abend.

Erding – Unvermittelt erloschen die Lichter, Scheinwerferkegel blitzten auf und glitten, Suchscheinwerfern gleich, durch das Publikum in der Erdinger Stadthalle. Eine donnernde Stimme aus dem Off kündigte den Act des Abends an: Olaf Schubert mit dem Motto „Sexy Forever“. Sogleich erschienen zwei Männer auf der Bühne, seine „Sidekicks“, wie Schubert sie nannte. Jochen M. Barkas und Herr STEPHAN. Mit wuchtig einsetzendem, rockigem Sound stimmten sie auf den Abend ein. Die Atmosphäre erinnerte nicht von ungefähr an den Beginn eines spektakulären Boxkampfes in der Stadthalle Erding, denn folgerichtig erschien er sogleich im Ring, respektive auf der Bühne: Kabarettisten- und Comedian-Schwergewicht Olaf Schubert, der „Vergewaltiger des Bösen“, unser „Begleiter ins vierte Jahrtausend“.

In gewohnt gelb kariertem Pullunder ergriff er sogleich das Wort. Sein sächsischer Dialekt blinkte mal mehr, mal weniger durch, und bei manchen Liedern streute er sogar lustige Englisch-Kenntnisse ein. Sein Anliegen an diesem Mittwochabend war klar: „Probleme gibt es überall auf der Welt, und somit ist es unsere Aufgabe, diese zu lösen!“

Schubert prangerte den Kapitalismus an – das Übel des Gesellschaftssystems – die „klaffenden Spalten der Bildungslücken“ bei Jugendlichen oder das Comeback von Dispoten wie Trump oder Erdogan. Er machte einen Rundumschlag über aktuelle weltpolitische Themen, mehr informierend, denn verurteilend. Und zwischendurch blieb auch der eine oder andere Seitenhieb auf seine beiden musikalischen Unterstützer oder das Publikum nicht aus, was man Schubert aber schlicht nicht übel nehmen konnte, denn bei allem Anprangern und Mosern blieb er stets höflich, sympathisch und obendrein eben unheimlich komisch.

Seine Themen waren im Kern ernster Natur, doch er bearbeitete dabei spielend leicht die Lachmuskeln seines Publikums mit cleveren und treffsicheren Pointen. Schubert bewies, dass er ein Meister seines Faches ist, ein Meister des unterschwelligen wie des offensichtlichen Humors, ein Virtuose der intelligenten Komik. Sprüche wie „Woran merkt man, dass die Kita-Frauen streiken? Alles ist wie immer, nur dass keine leeren Prosecco-Flaschen im Kindergarten herumstehen“, oder auch „Ich bin Einzelkind. So wie alle meine Geschwister“, sorgten von Beginn an für Erheiterung und bei manchen sogar für Lachtränen in der ausverkauften Stadthalle. Kaum ein Satz oder Spruch des Comedian, der nicht sogleich mit beinahe extatischem Applaus honoriert wurde, von dem altersmäßig bunt vertretenen Publikum. Da bleibt nur zu hoffen, dass er das Versprechen, dass er dem Publikum zum Ende hin gab, auch einlösen wird: Olaf Schubert kommt zurück nach Erding.

Philpp Heggmair

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