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On a trip to Betlehem

Eine jazzige Stille Nacht

Seit 18 Jahren nehmen Michael Benker und Peter Heger die Erdinger in der Vorweihnachtszeit mit auf eine ganz besondere Reise nach Bethlehem. Im Hinblick auf das sehr übersichtliche Publikum meinte Heger: „Es geht ja nicht um Quantität, sondern um Qualität.“ Und das Publikum enttäuschte die beiden nicht. Es ließ sich von Beginn an mitreißen, summte, sang und klatschte fleißig beim Konzert „On a Trip to Betlehem“.

Erding– Mit Heger am E-Piano und Benker an der E-Gitarre wurden die Gäste auf eine musikalische Weihnachtsreise durch halb Europa geführt. Beschwingt spielten die beiden „O Sanctissima“ (Sizilien), „Jingle Bells“ (England), „Ce Matin“ (Frankreich) und „Hewenu schalom alejchem“ aus Israel. Natürlich waren auch Lieder aus dem deutschsprachigen Raum dabei, wie „Heidschi Bumbeidschi“, „Es wird scho glei dumpa“ oder „Leise rieselt der Schnee“, aber nicht in der herkömmlichen Art, sondern jazzig oder als Blues. Auch „Stille Nacht“ kam verjazzt beim Publikum gut an, ebenso „Alle Jahre wieder“.

Der neunjährige Korbinian Schwarz ist ein echter Fan von Benker und Heger und seit vielen Jahren dabei. Er klatschte von Beginn an begeistert mit, denn „mir gefällt die Musik sehr gut. Ein Lieblingslied hab ich aber nicht“. Auch der 21-jährige Felix Seidel, der zum ersten Mal das Duo gehört hat, ist begeistert: „Mir hat es sehr gut gefallen, am besten das jüdische Weihnachtslied.“ Die wohl ältesten Besucher waren Renate und Karl Jetzlsperger, die zwar Hegers Musik kennen, aber zum ersten Mal im Vorweihnachtskonzert waren. „Wir sind Klassik-Fans, aber die jazzigen Stücke haben uns gut gefallen, auch ,Stille Nacht’.“

Nach der Pause bewiesen beide Musiker mit Soloauftritten ihre Talente. Heger zeigte seine Fingerfertigkeit und fegte im rasanten Tempo über die E-Piano-Tastatur. Er gab dem Boogie eine besondere Note, egal ob bei „Frantic“ von Samy Price, Mozarts 40. Symphonie oder dem „Prelude“ von Bach. Es war ein Genuss, ihm zuzuhören.

Benker beeindruckte nicht nur mit seinem Gitarrenspiel, sondern vor allem mit seiner Stimme. Ob die rau-kratzigen Töne eines Louis Armstrong oder die hohen der Comedian Harmonists – für Benker kein Problem, ebenso wenig wie bei „White Christmas“, als er den tiefen Sound von Bing Crosby imitierte. „Feliz Navidad“ durfte nicht fehlen, ebenso „Rudolph“ und „Let it Snow“, der Weihnachtswunsch nicht nur der Kinder. Das Publikum ließ nicht locker und so folgten ein paar Zugaben wie Bill Ramseys „Ohne Krimi geht die Mimi nicht ins Bett“ oder „Schnucki, ach Schnucki“, bei dem fast Indianerstimmung und -geheul aufkamen. Mit dem letzten Lied „Es ist Winterzeit in Wien“ von Hape Kerkeling wurde der Wunsch eines Besuchers erfüllt. Ein unvergesslicher Abend ging damit zu Ende. Elvi Reichert

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